Germany

150 Jahre Pfarrkirche Partenkirchen: Von einem Brand zerstört, mit adliger Hilfe wieder aufgebaut

Knapp sechs Jahre nach der Feuerkatastrophe in Partenkirchen wurde am 25. September 1871 die neue Pfarrkirche geweiht. Eine enorme Leistung, die vor allem dem umtriebigen Pfarrer Theodor Hildenbrand zu verdanken war. Am Wochenende, 15./26. September, wird das 150. Jubiläum groß gefeiert.

Garmisch-Partenkirchen – Nur mehr die Außenwände standen. Parallel zur Ludwigstraße zeugten sie von der kleinen Unachtsamkeit. Eine Kerze, ein bisschen zu nah an einem Strohsack aufgestellt, hatte am 5. Dezember 1865 die große Feuerkatastrophe ausgelöst. Binnen weniger Stunden ging der Partenkirchner Obermarkt mit 67 Häusern samt Kirche, Rathaus und Armenhaus in einem Flammenmeer unter. Um Viertel nach acht schlug noch die Uhr. Fünf Minuten später blieb sie stehen, berichtete Ortspfarrer Theodor Hildebrand später. Er sah mit an, wie der Kirchturm in sich zusammenstürzte. Ein Anblick, der ihn motivierte, sich für den Neubau des Gotteshauses starkzumachen.

Die Brandruine: Von der alten Partenkirchner Kirche an der Ludwigstraße stehen nach dem verheerenden Feuer im Dezember 1865 nur mehr die Außenmauern.

Ein zähes Unterfangen, vor allem aus finanzieller Sicht. Davon ließ sich der umtriebige Geistliche nicht unterkriegen. Mit Erfolg: Am 13. Juni 1868 erfolgte die Grundsteinlegung, am 25. September 1871 weihte der Münchner Erzbischof Gregor von Scherr die neue Maria-Himmelfahrt- Kirche und brachte den Partenkirchnern ein Kreuz von Ignaz Günther aus dem Liebfrauendom mit. Eine schöne Geste, insbesondere vor dem Hintergrund, dass für den Bau kaum Geld von dieser Seite geflossen war.

Neubau soll 50.000 Gulden kosten - Pfarrer schreibt massenhaft Bittbriefe

50 000 Gulden waren für den Neubau veranschlagt. Eine gewaltige Summe, wenn man bedenkt, dass ein Fabrikarbeiter an zwei Tagen einen Gulden verdient hat. Von Seiten der Versicherung waren 13 000 Gulden geflossen, 10 000 für den Kirchenbau, der Rest fürs Mobiliar. „Der damalige Pfarrer hat daraufhin Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt“, erzählt Dekan Andreas Lackermeier. Und massenweise Bittbriefe geschrieben. „Jede bayerische Gemeinde blickt im Unglück mit Vertrauen auf die königliche Familie“, wandte sich Hildenbrand unter anderem an die österreichische Kaiserin Sissi.

„Mehrere erlauchte Fürstinnen aus unserem angebeteten königlichen Hause haben schon, wenn auch nicht mehr in Bayern weilend, Partenkirchens und seines Unglücks gedenkend, in fürstlicher Freigiebigkeit zum Kirchenbau beigesteuert.“ Von einer Antwort ist derweil nichts überliefert. Bei den Wittelsbachern stieß der Pfarrer hingegen auf offene Ohren. „Die waren relativ spendabel“, bestätigt Lackermeier. König Ludwig II., der auf seinem Weg auf den Schachen immer im Gasthof Post an der Ludwigstraße Station machte, fühlte sich dem Gotteshaus möglicherweise verbunden. Überliefert ist, dass er beim Anblick der verbliebenen Kirchenmauern geäußert hatte, man solle diese nicht mehr benützen, sondern abbrechen.

Kirche wird neu gebaut und um 90 Grad gedreht

Ob’s allein der königliche Rat war, weshalb die Idee, die Überreste zu nutzen, verworfen wurde, ist nicht belegt. Fest steht, dass die Kirche neu gebaut und außerdem um 90 Grad gedreht wurde. „Das gehört auch so“, sagt Lackermeier. „In katholischen Kirchen ist der Altar immer nach Osten ausgerichtet.“ Warum das bei dem abgebrannten Gotteshaus, das parallel zur Straße stand, nicht der Fall war, kann er nicht sagen. Sobald Hildenbrand jedenfalls das Geld zusammenhatte, wurde der Münchner Architekt Mathias Berger beauftragt. „Es gab verschiedene Entwürfe“, weiß Lackermeier aus alten Unterlagen. „Gott sei Dank hat man sich für den damals modernen Stil der Neugotik entschieden.“

Der Bau selber „ist natürlich teurer geworden, als zunächst gedacht“. Dafür mussten auch die 1500 Partenkirchner Katholiken einen finanziellen Beitrag leisten. Die gebeutelten Gläubigen waren seit dem verheerenden Feuer „genötigt, zum Gottesdienst eine außerhalb des Marktes entfernte, auf einem hohen und steilen Berg gelegene Kirche (St. Anton, Anm. d. Red.) , die jedoch der Gemeinde nicht den nötigen Raum bietet, zu benützen“. So stand’s in den Bittbriefen des damaligen Pfarrers, der für den Neubau wirklich alle Register zog. Nach rund zwei Jahren war es 1871 so weit, die Kirche wurde geweiht. Ein Festtag, der sich kommendes Wochenende zum 150. Mal jährt und der groß gefeiert wird.

Pfarrkirche Partenkirchen: Innenraum in neuem Glanz - „Alles viel wärmer“

Im Inneren erstrahlt das Gotteshaus, das immer wieder dem Zeitgeist angepasst und nach dem Zweiten Weltkrieg schlicht weiß gestrichen wurde, seit 2008 in neuem Glanz. Vor allem die Schablonenmalerei sorgt dafür, „dass alles viel wärmer wirkt“, sagt Pfarrgemeinderatsvorsitzende Regina Kaufmann. „Damals wurde es auch statisch ertüchtigt“, berichtet Lackermeier. Das Feuchtigkeitsprob lem, das über Jahrzehnte immer wieder zu starken Schäden geführt hatte, hat man bereits in den 1960er Jahren in den Griff bekommen. Mit den vier neuen Glocken, die seit vergangenem Jahr im Kirchturm hängen, ist die Generalsanierung abgeschlossen. Auch das muss gefeiert werden.

Das Programm zum Fest

Freitag, 24. September: 16 bis 18 Uhr: „Große und kleine Schätze der Pfarrkirche“; Ausstellung im Pfarrsaal an der Badgasse. Die Exponate können auch am Samstag von 10 bis 12 sowie 13 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11.15 bis 17 Uhr besichtigt werden. 19 Uhr: Kirchengeschichten, Gebet und Musik – Hintergründe zum Bau mit bayerischen Klängen in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Nachts: Beleuchtung des Wankkreuzes durch den Volkstrachtenverein Werdenfelser Heimat bis zur Nacht auf Montag.

Samstag, 25. September: 10 bis 12 Uhr: Kirchendetektive unterwegs – Rallye für Familien in der Kirche. 10 bis 16 Uhr: Flohmarkt des Müttervereins vor dem Kindergarten sowie am Sonntag von 11.15 bis 17 Uhr. 12 Uhr: Orgelkonzert mit Glockengeläut in und vor der Pfarrkirche. 13, 14 und 16 Uhr: Führung durch die Pfarrkirche. 19 Uhr: Vorabendmesse zum Weihejubiläum. 20 und 21.15 Uhr: „Licht und Klang“ am Kirchplatz. 20.30 Uhr: „Gebet und Musik zur Nacht“ mit besinnlichen Texten, Gitarre, Saxophon und Bass in der Pfarrkirche.

Sonntag, 26. September:

8 bis 9.15 Uhr: Teststation des Bayerischen Roten Kreuzes im Pfarrheim an der Badgasse. Dieses Angebot gilt auch von 11.15 bis 13 Uhr und ist für alle Besucher der Ausstellung und des Festzelts wichtig; dort wird ausschließlich nach der 3G-Regel eingelassen. 9.45 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug am Pfarrheim. 10 Uhr: Festgottesdienst zum 150. Weihejubiläum der Pfarrkirche mit Weihbischof Wolfgang Bischof; im Anschluss Festzug über die Sonnenberg-, Schnitzschul- und Jahnstraße zum Festzelt auf der Tiefgarage an der Badgasse. Das Pfarrfest mit großem Angebot für Kinder und Familien dauert bis 16.30 Uhr. 16 Uhr: Partenkirchner Viereläuten; gemeinsames Gebet im Festzelt. 17 Uhr: Abendlob zum Abschluss des Jubiläumsfestes mit dem Familienchor in der Pfarrkirche.

Football news:

Bayern-Präsident über Kimmich: Wir unterstützen die Impfung, aber sie ist optional. Bayern-Präsident Herbert Hainer hat sich über die Entscheidung von Bayern-Mittelfeldspieler Josua Kimmich geäußert, sich nicht gegen das Coronavirus zu impfen
Ex-Schiedsrichter Gallagher über den gelben Ronaldo, der den Ball an Jones'Leiste kickte: Die richtige Entscheidung. Cristiano rettete den Ball, der da war
Luca Hernandez entkam dem Gefängnis wegen eines Angriffs auf seine Frau. Er erhielt eine Bewährungsstrafe von vier Jahren und eine Geldstrafe von 96.000 Euro
Fati hat Knieschmerzen. Er wird nicht mit Rayo Vallecano spielen
Soziale Netzwerke sind eine Müllgrube für Menschen von ganz unten. Wenn Sie auch eine Entlassung in einem Geschäft fordern, werden Sie bei der Polizei angezeigt. Phil Neville über Manchester United und Solskjaer
Sahin war der beste Spieler von Meister Borussia Klopp, tötete aber seine Karriere, indem er zu Real Madrid wechselte. Mit 33 trainiert er bereits in der Türkei
Die Spieler von Manchester United glauben, dass sie wegen der Taktik zu Unrecht kritisiert werden. Die Spieler von Manchester United stehen wegen taktischer Fehleinschätzungen vor dem Hintergrund der zuletzt unglücklichen Ergebnisse in der Premier League in der Kritik