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AELF Kaufbeuren stellt Managementplan für das Ammergebirge vor

Füssen – Das AELF Kaufbeuren hat unter anderem den Grundstückseigentümern jetzt den Managementplan für das „Natura 2000 Gebiet” Ammergebirge vorgestellt.

Entlang des Halblechs, vorbei an Niedermooren, Buchen- und Auwäldern sowie seltenen Buckelwiesen zog die Gruppe aus Grundstückseigentümern, Verbänden und interessierten Bürgern, als das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren (AELF) sie jetzt über den Managementplan für das „Natura 2000 Gebiet” Ammergebirge informierte.

Vor den rund 60 Interessierten betonte Forstdirektor Stephan Kleiner, dass die Maßnahmen, die im Managementplan formuliert sind, auf Freiwilligkeit beruhen. Diese sollen nur mit Zustimmung der Grundeigentümer umgesetzt werden. „Der Plan ist nur für Behörden verbindlich und dient den Grundstückseigentümern lediglich als freiwillige Empfehlung“, so Kleiner.

Bewirtschaftung ist entscheidend

Die Hauptziele der Gebietsausweisung sind der Erhalt des heimischen Naturerbes, aber auch die Sicherung einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Landnutzung durch die Landwirte und Waldbesitzer. Diese hätten schließlich über Generationen hinweg im Ammergebirge durch einen verantwortungsbewussten und pfleglichen Umgang mit der Natur zum jetzigen guten Erhaltungszustand der zahlreichen Schutzgüter maßgeblich beigetragen.

Die Bewirtschaftung des Gebietes sei für dessen Erhalt entscheidend. Daher stehe auch einer zukünftigen nachhaltigen Landnutzung nichts im Wege, so der Forstdirektor. Mathias Burghard von der Fachstelle Waldnaturschutz in Schwaben führte durch das Programm und stellte mit Ulrich Kohler vom Büro „ArVe“, den ersten Höhepunkt, ein kalkreiches Niedermoor und mögliche Pflegemaßnahmen, vor.

Seltene Vogelarten

Im Anschluss beschrieb Boris Mittermeier von der Fachstelle Waldnaturschutz Schwaben die Kartierung der Waldflächen am Beispiel eines wertvollen Auwaldes am Halblech. Auf dem Weg zu diesem Kleinod befindet sich auch ein Tümpel, den die Waldbesitzer zum Erhalt der seltenen Gelbbauchunke angelegt hatten.

Susanne Kuffer von der Regierung von Schwaben und Henning Werth vom Alpinium stellten die Vogelarten vor, die das Gebiet aufwerten. Dazu gehört beispielsweise der seltene Flussuferläufer. Das Ammergebirge sei insgesamt eine wahre Schatzkiste und biete Lebensraum für Auerhuhn, Uhu, Weißrückenspecht oder Steinadler.

An einem wertvollen Buchen-Altbestand erläuterten Andreas Schneider vom AELF Kaufbeuren und Janina Schaper vom Landratsamt Ostallgäu ganz konkrete staatliche Förderungen, um naturschutzfachlichen Maßnahmen zu realisieren. Mögliche Förderungen beziehen sich zum Beispiel auf den Erhalt von Biotopbäumen. Das sieht der Managementplan besonders für wertvolle Altbestände im Wald vor. Die Waldbesitzer können sich freiwillig beteiligen. Den Ausfall, der dadurch für sie entsteht, können sie sich finanziell mit bis zu 220 Euro pro Biotopbaum entschädigen lassen.

Lebensraum für Arten

Totholz und Biotopbäume bilden das Rückgrat des Artenschutzes im Wald, so die Experten. Sie sind Lebensraum für eine Vielzahl von Arten und zeichnen sich unter anderem durch Faulstellen, Spechtlöcher, Pilzbefall oder Kronentotholz aus. Zum Abschluss stellten die Experten eine extensiv bewirtschaftete Buckelwiese vor, die ihrer Meinung nach, die wohl schönste und wertvollste ihrer Art im schwäbischen Bereich des Ammergebirges sei.

In einer regen Diskussion beantworteten die anwesenden Experten viele Fragen der Teilnehmer und konnten manche Vorbehalte ausräumen. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass die Interessen des Naturschutzes und der Eigentümer oftmals unproblematisch in Einklang zu bringen sind. Moderner Naturschutz gelinge nur dann, wenn er von allen gelebt wird und ein stetiger Austausch zwischen allen Beteiligten stattfindet, lautet das Fazit des AELF.