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Aktion mit Abstand: Zum Adventsmarkt werden Fenster und Herzen geöffnet

Wer wünscht es sich in diesen pandemiegeschüttelten Tagen nicht – ein kleines Wunder. Einige engagierte Loitzer wollten darauf nicht warten, sondern es selbst geschehen lassen. Und siehe da: Es ist ihnen gelungen: „Wir nennen unsere Aktion das Wunder von Loitz, bei der aus Wasser Glühwein wird“, sagte der Loitzer Jens Becker scherzhaft. Sein Augenzwinkern war selbst durch den grauen Novembernebel deutlich erkennbar.

Freude an Nussmischungen und Weihnachtsäpfeln

Die trübe „Suppe“ konnte auch zahlreiche Besucher der Fenster-Adventsmarktaktion nicht davon abhalten, bereits am Sonnabendvormittag von Fenster zu Fenster oder von Haustür zu Haustür zu schlendern. Die Idee dazu hatte Anette Riesinger, die in Loitz ein Haus in der Langen Straße, unweit der Marienkirche, saniert. Ihr schlossen sich recht spontan andere Loitzer an, die ebenfalls aus dem Fenster heraus kleine, feine Waren anboten. Die Spaziergänger nutzen diese Chance im wahrsten Sinne des Wortes im Vorbeigehen, kauften oder verkosteten direkt an Tür und Fenster.

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Kein Wunder, denn zum Beispiel die Nussmischungen von Detlef Hansen und Tina Godbersen aus Görmin sind ein Genuss für Leib und Seele. Auch die Marmeladen und Schmalztöpfchen, die Sigrid Daus in ihrer Toreinfahrt am Hafen anbot, gingen so schnell weg, dass die kreative Köchin mit dem Nachfüllen ihres Verkaufsstandes kaum hinterher kam. Sigrid Daus kennt die Wünsche und den Geschmack der Loitzer schon sehr genau. Sie beteiligte sich bereits in den Vorjahren beim KulturKonsum-Weihnachtsmarkt.

Äpfel aus verwaisten Gärten

Ihre Weihnachtsäpfel waren auch diesmal wieder der Renner. Den runden Vitaminspendern verpasste sie einen kleinen handgeschriebenen Weihnachtsgruß mit Schleife. So einfach kann‘s gehen und fertig ist eine kleine Aufmerksamkeit mit großer lokaler Verbundenheit: „Die Äpfel sammele ich in den Gärten auf, die verwaist sind. Es gibt so viele Bäume mit herrlichem Obst, das keiner erntet. Das tut mir leid, wenn ich sehe, dass sich niemand um diese schönen alten Bäume kümmert“, erzählte die Peenestädterin. Sie strahlte am Sonnabend mit ihren roten Äpfeln um die Wette.

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Entweder starteten oder beendeten die Besucher des etwas anderen Adventsmarktes ihre Tour bei Sigrid Daus. Einige hatten dabei einen Becher mit Kaffee, Kakao oder Punsch in der Hand. Diese Getränke bot Antje Borchert aus der unteren Etage des Längertschen Hauses an. In der Peenerei gab‘s Grafisches von Antje Köpnick aus Vorbein und Fotokalender von Karin Heymann. Kurzentschlossen boten auch die Frauen der Gruppe Wullwiever des Loitzer Heimatvereins einige der Handarbeiten an, die sie in den zurückliegenden Monaten angefertigt hatten.

Lob kommt selbst aus Rostock

All diese Stationen liefen unter anderem Frauen aus Rostock und Anklam ab, die sich ganz gezielt zu einem vorweihnachtlichen Bummel in Loitz verabredet hatten. „Das ist eine feine Sache. Uns gefällt es sehr gut hier. Alle sind sehr freundlich und es ist auch sehr interessant zu erfahren, wie aktiv die Leute hier sind. Es ist ein wirklich schöner Ausflug hierher“, sagte die Rostockerin Kathleen Schluricke.

Wenn das nicht ein schönes Lob und gleichzeitig ein Dankeschön an all jene ist, die den Loitzern und deren Gästen mit der Fenster-Adventsmarkt-Aktion ihre Zeit und sehr viel Herzenswärme schenkten.