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Aktuelles Papier des Bundesarbeitsministeriums: 2,1 Millionen Erwerbstätige wollen gerne mehr arbeiten, nur 1,5 Millionen weniger

Aktuelles Papier des Bundesarbeitsministeriums : 2,1 Millionen Erwerbstätige wollen gerne mehr arbeiten, nur 1,5 Millionen weniger

Fast 2,1 Millionen Erwerbstätige wünschen sich längere Arbeitszeiten. Dagegen möchten knapp 1,5 Millionen Beschäftigte lieber weniger arbeiten. Das geht aus einem aktuellen Papier des Bundesarbeitsministeriums hervor. In welchen Branchen Menschen länger tätig sein wollen, ist dabei durchaus überraschend.

Die Zahlen über die Arbeitszeitwünsche der 15- bis 74-Jährigen stehen in der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke, die unserer Redaktion vorliegt. Das Ministerium bezieht sich dabei auf die letztverfügbaren Daten des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2019.

Die Erwerbstätigen, die ihre Arbeitszeit gerne verlängern wollen, arbeiteten durchschnittlich 29 Stunden in der Woche und würden im Durchschnitt gerne rund zehn Stunden mehr arbeiten, so das Arbeitsministerium. Wer die Arbeitszeit dagegen reduzieren wolle, arbeitete durchschnittlich 41,5 Stunden pro Woche und wünschte sich eine Verkürzung um fast elf Stunden.

Differenziert nach Branchen finden sich die längsten Arbeitszeiten in der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei. Männer arbeiten hier im Schnitt fast 50 Stunden in der Woche, Frauen zwischen 39,6 und 45,3 Stunden. Trotz der langen Arbeitszeiten wünschen sich Beschäftigte in diesen Branchen am seltensten andere Arbeitszeiten.

Die kürzesten Arbeitszeiten gibt es bei Beschäftigten im Segment Handel, Verkehr und Lager. Die Wochenarbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten beträgt in dieser Branche im Schnitt 17,8 Stunden (Männer) und 20,1 Stunden (Frauen). 17,9 Prozent der hier teilzeitbeschäftigten Männer wollten ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 18,3 Stunden erhöhen. Von den teilzeitbeschäftigten Frauen wollten 11,4 Prozent ihre Wochenarbeitszeit gern erhöhen, und zwar um 13 Stunden.

Der Anteil derer, die sich kürzere Arbeitszeiten wünschten, war in der Branche „Information und Kommunikation“ am höchsten: Von den gut eine Million Vollzeitbeschäftigten mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,8 Stunden wollten 5,9 Prozent oder 60.000 Personen ihre Wochenarbeitszeit um rund elf Stunden verringern.

„Viele Menschen möchten gerne weniger arbeiten. Sie brauchen mehr Zeitsouveränität bei der Arbeitszeit“, sagte Grünen-Politikerin Müller-Gemmeke. „Gleichzeitig würden viele der oft in Teilzeit arbeitenden Frauen gerne mehr arbeiten, als es ihnen ihr Arbeitgeber ermöglicht.“ Gerade im Handel gebe es kaum noch Vollzeitstellen, Frauen befänden sich häufig in einer Teilzeitfalle. „Deshalb brauchen Teilzeitbeschäftigte ein Recht, dass frei werdende Stellen im Unternehmen zuallerst ihnen angeboten werden, wenn sie den Qualifikationsanforderungen genügen“, sagte sie.

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