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„Albtraum“ auf Sizilien: Vulkan Ätna und „tropischer“ Sturm brechen aus - Experte nennt Details

Der Ätna hält Sizilien seit Anfang des Jahres immer wieder in Atem. Nun erwacht der Vulkan in Italien erneut - zeitgleich zu einem „Hurrikan“.

Unweit des Vulkans Ätna wütet derzeit ein starkes Unwetter. Seit Sonntag (24.10.2021) sorgt ein anhaltendes Tiefdruckgebiet für enorme Regenfälle und Gewitter. Die Stadt Catania ist besonders davon betroffen. Dort verwandelten sich zahlreiche Straßenzüge in reißende Flüsse.* Zwei Menschen kamen bereits ums Leben. Catania liegt lediglich rund 35 Kilometer vom Ätna entfernt, der nahe zeitgleich zu den Unwettern am Sonntag ausbrach (s. Erstmeldung).

Nahe des Vulkans wurden zwischen Sonntag und Dienstag an einer Messstation circa 600 Liter pro Quadratmeter gemessen, wie Meteorologe Sebastian Altnau vom Deutschen Wetterdienst unserer Redaktion* erklärt. „Hier spielte sicherlich auch eine topografische Staukomponente eine Rolle“, so der Fachmann des DWD. Zum Vergleich: Derartige Wassermengen wurden in der Stadt Catania teilweise an einem Tag festgestellt. In einem weiter gefassten Bereich rund um den Vulkan wurden im Durchschnitt zwischen 150 und 300 Liter je Quadratmeter gemessen.

Vulkausbruch auf Sizilien: Ätna spuckt Lava - Starkes Unwetter in Catania ohne Folgen

Das anhaltende Tiefdruckgebiet im Mittelmeerraum, das mittlerweile zu einem „Hurrikan“ erklärt wurde, hat jedoch keinerlei Folgen auf die weitere vulkanische Aktivität des Ätna. „Auf das weitere Ausbruchsgeschehen hat der Sturm keine Auswirkungen. Hier gibt es mir keine bekannte Wechselwirkung“, so DWD-Experte Altnau. Er prognostiziert allerdings, dass die Wetterlage vorerst bestehen bleibt: „Das Tief wird sich nach aktuellen Prognosen bis zum Freitag weiter verstärken und tropischen Charakterzüge annehmen.“ Bis Sonntag wird mit anhaltend starken Regenfällen auf der italienischen Insel Sizilien gerechnet.

Der Vulkan Ätna auf der italienischen Insel Sizilien ist erneut ausgebrochen. (Archivbild)

Catania - Erneut ist auf der italienischen Insel Sizilien der Vulkan Ätna ausgebrochen. In den frühen Morgenstunden sei eine erhöhte Aktivität gemessen worden, teilte das nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) am Samstag (23.10.2021) mit.

Der Vulkan Ätna auf Sizilien ist abermals ausgebrochen. (Archivfoto)

Auf Fotos war zu sehen, wie Lava und Asche aus dem Krater auf der Südostseite drangen. Die graue Rauchsäule stieg weit in den Himmel auf. Meldungen über größere Schäden gab es zunächst nicht, stellenweise wurde über herabregnende Asche berichtet.

Vulkan Ätna in Italien: Seit Monaten ist der Berg sehr aktiv

Nach etwas weniger als einem Monat sei es am Südostkrater des Ätna wieder zu einem Ausbruch* gekommen, schrieb das INGV in einem Blog-Eintrag. Es sei der 52. in diesem Jahr seit dem 16. Februar gewesen. Nach einigen Explosionen sei eine Rauchwolke kilometerweit in den Himmel gestiegen und vom Wind nach Nordosten bis nach Kalabrien auf dem Festland getrieben worden. Eine Bewohnerin südlich des Ätna erzählte der Deutschen Presse-Agentur, an ihrem Wohnort sei der Ausbruch nicht so stark zu spüren gewesen.

Der Vulkan Ätna auf der italienischen Insel Sizilien ist ausgebrochen. (Archivbild)

Der mehr als 3350 Meter hohe Ätna ist in diesem Jahr bislang sehr aktiv gewesen. Seit Mitte Februar brach er regelmäßig und teils spektakulär aus. Satellitenbilder brachten an den Tag: Durch die vielen Ausbrüche wurde der italienische Vulkan sogar größer.*

Für die Menschen in der Umgebung ist die herabregnende Asche oft ein Problem, auch der Flughafen in der Stadt Catania am Fuße des Ätna musste in der Vergangenheit schon den Betrieb vorübergehend einstellen, weil die Start- und Landebahn verschmutzt war. Die Regierung Siziliens sicherte den Kommunen im September zwei Millionen Euro Hilfsgelder für die Asche-Schäden zu.

„Albtraum“ für Landwirtschaft: Vulkan Ätna in Italien ist erneut ausgebrochen

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti sprach am Samstag davon, dass der „Albtraum“ auf die sizilianischen Äcker zurückkehre. Die Asche sorge für Schäden auf den Anbauflächen. Es brauche Normen, die die Landwirt:innen schützten. Die Reinigung der Äcker brauche Zeit, Wasser und dadurch viel Arbeitseinsatz zu kaum tragbaren Kosten.

Seit Wochen hält ein weiterer Vulkanausbruch Europa in Atem. Der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma spuckt Lava.* Ein Teil der Insel ist zerstört, Tausende sind obdachlos. Die Regierung stellt weitere Hilfen in Aussicht. (tvd/tu mit AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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