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Altenstadt unterstützt seine Schulbus-Kinder

Weil der Schulweg von Altenstadt nach Schongau weder als beschwerlich, noch als gefährlich in einem Gutachten eingestuft wurde, fällt die kostenlose Busfahrt für die Altenstadter Schüler weg. Ab sofort übernimmt die Gemeinde dafür die Hälfte der Kosten – zunächst für ein Jahr.

Altenstadt – Betroffen von dieser neuen Regelung sind alle jüngeren Kinder aus Altenstadt, die in Schongau die Mittelschule, Realschule oder das Gymnasium besuchen und weniger als drei Kilometer entfernt wohnen. Die vorherige Kostenfreiheit entfällt.

Dagegen sind von dieser neuen Regelung betroffene Eltern Sturm gelaufen. 26 Familien haben sich dem Protest an das Landratsamt angeschlossen (wir haben berichtet). Die Sprecher der Familien sind Stefanie Deschler und Matthias Leckel. Genützt hat das bisher nichts. 550 Euro pro Kind und Jahr, so der Tenor, sei den Familien einfach nicht zumutbar.

Aufgabe des Landkreises und der Regierung von Oberbayern

Altenstadts Bürgermeister Andreas Kögl sieht das genauso und macht aber umgehend deutlich: „Kostenfreie Schulwege sind nicht Sache der Gemeinde, sondern der Regierung von Oberbayern und des Landratsamtes.“ Man wolle den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) fördern und nicht die Elterntaxis vor der Schule.

Komplett übernehmen kann die Gemeinde das Bus-Ticket für die Schüler aber nicht. Derzeit besuchen 135 Kinder aus Altenstadt die Schulen in Schongau. 105 davon fahren mit dem Bus. Zunächst hatte der Bürgermeister einen monatlichen Zuschuss von 13 Euro vorgeschlagen, weil dies kalkulierbar für die Gemeinde sei. „Freiwillig“, meinte Kögl und fügt an, „keine Pflichtaufgabe der Gemeinde“.

Ein Vorschlag: nur in den dunklen Monaten

Danach wurde im Gremium munter diskutiert. Gemeinderat Bernhard Schöner meinte, „die Kinder sollten uns einen Zuschuss von 50 Prozent Wert sein“. Die Chance, dass das Landratsamt die Kosten ganz übernehme, stufe er allerdings als gering ein. Tobias Schedel meinte, „wenigstens in den dunklen Monaten November, Dezember und Januar“.

Michael Wiedemann schlug vor, die Kosten für junge Familien komplett zu übernehmen. Gemeinderat Michael Dulisch indes versteht nicht, dass die Gutachter den Fußweg der Schüler nach Schongau als nicht gefährlich eingestuft haben. „Am Weg hat sich nichts geändert, nur der Verkehr hat zugenommen.“ Das Gutachten gehöre überprüft. Der Bürgermeister machte allerdings klar, „ein neues Gutachten wird es nicht geben“.

Zahlreiche Besucher verfolgen die Sitzung

Letztlich einigte sich das Gremium darauf, einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent den betroffenen Familien zu gewähren. Er schränkte aber ein: „Ein Jahr lang als Test.“ Außerdem will die Gemeinde anregen, dass das Landratsamt das Gutachten wenigstens nochmals überprüfe.

Das Thema hatte es vorgegeben, dass sich viele von der neuen Regelung betroffenen Eltern zur Sitzung des Gemeinderates im Schwabniederhofener Gasthaus Janser eingefunden hatten. Matthias Leckel und Stefanie Deschler sind mit der gefundenen Lösung natürlich zufrieden. Beide sind indes der Meinung, dass die Gemeinde für dieses Problem die falsche Adresse ist und die 50 Prozent-Regelung „nicht die Lösung des Problems ist“.

Walter Kindlmann