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Am Ende der Straße wohnen die Pelikane

Es ist einsam am Großen Prespasee in Nordmazedonien. Seit zwei Tagen haben wir kaum Menschen gesehen. Nur zwei Fischer, die an unserem Camper vorbeigekommen sind. Das Gespräch wurde mangels Sprachkenntnissen mit Händen und Füßen geführt und fiel kurz aus.

Wir parken am Ende eines Schotterweges am Kiesstrand. Hier endet die Straße, die vom kleinen Fischerörtchen Stenje in das noch kleinere Konjsko führt. Eine spitz in das flache Wasser des Großen Prespasees hinein laufende Kiesbank, hinter dem Bergrücken Albanien, in südlicher Richtung der griechische Teil des Sees.

Von hier geht es nur noch mit dem Boot weiter. Wir sind hierher gefahren, ordentlich durchgeschüttelt über die kilometerlange Schotterpiste durch den Wald, um die Einsamkeit zu suchen. Und Pelikane.

In Nordmazedonien fühlen sich Pelikane wohl

Eigentlich war ich ornithologisch nie besonders interessiert, war froh, wenn ich eine Meise von einem Spatzen unterscheiden konnte und einen Storch von einem Reiher. Stundenlang Vögel beobachten, mit einem Fernglas vor der Nase regungslos auf einem Hochsitz lauern – die gängigen Ornithologen-Klischees galten mir als zu langweilig, zu bewegungsarm. Geduld ist auch nicht unbedingt eine meiner Tugenden, und ich nahm an, dass man für das erfolgreiche Beobachten seltener Vögel ein gehöriges Maß davon mitbringen sollte.

Nordmazedonien belehrte mich eines Besseren. Die Nationalparks rund um die Prespaseen (es gibt auch einen Kleinen Prespasee) und ihren größeren Bruder, den Ohridsee, gelten als die artenreichsten des Balkans.

Auf einer Klippe am Ohridsee in Nordmazedonien thront die Kirche des heiligen Johann von Kaneo

Auf einer Klippe am Ohridsee in Nordmazedonien thront die Kirche des heiligen Johann von Kaneo

Quelle: Getty Images/Fabio Nodari

Kaum anderswo in Europa kann man Pelikane in freier Wildbahn sehen. Für meinen Freund Mathias, geduldiger Naturliebhaber, Grund genug, den Tieren einen Besuch abzustatten. Außerdem hofften wir, in diesem letzten Winkel Nordmazedoniens einen einsamen Stellplatz zu finden, um ein paar Tage die Ruhe zu genießen.

Seit Wochen touren wir über den Balkan, selten hatten wir einen Campspot, der so abgeschieden lag wie dieser Kiesstrand. Unser Bus steht in einem gelben Blütenmeer, im Schilfdickicht am Ufer quakt und zirpt es, im Ufergras tummeln sich die Schildkröten: So viele auf einem Fleck habe ich noch nie gesehen.

Vom Camper aus Vögel beobachten

Da es heiß ist, waten wir zur Abkühlung in das seichte Wasser des Sees. Bevor ein Badender hier den Boden unter den Füßen verliert, ist er wahrscheinlich schon bis nach Griechenland gelaufen. Halb im kühlen Wasser stehend, sehen wir unsere ersten Pelikane: Eine Gruppe von etwa zehn Tieren, die gemächlich über den See treiben. Vor Menschen scheinen sie wenig Scheu zu haben, denn auch, als wir näher heran waten, versetzt das die Vögel nicht in Aufregung.

Um welche Art genau es sich handelt, erkennen wir auf die Entfernung nicht, dafür wäre ein ornithologischer Fachblick vonnöten. Aber in einem Online-Artikel lese ich – die Internetverbindung ist trotz der Abgeschiedenheit hervorragend –, dass es sich entweder um Rosapelikane oder Krauskopfpelikane handeln muss.

In den nächsten Tage werden die Tiere unsere Gesellschaft. Sie fischen in der für sie typischen Hufeisenformation im flachen Wasser oder fliegen in Reihen über unseren Bus. Dank einer Flügelspannweite von über drei Metern brauchen wir noch nicht einmal Ferngläser, um sie zu bestaunen. Und plötzlich macht es mir überhaupt nichts aus, stundenlang dazusitzen und Vögel zu beobachten.

Die Autorin bloggt über ihre Erlebnisse unter thehappyroad.de.

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