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Ampel-Pläne für Familien: Bis zu 2000 Euro Bonus im Jahr für „Alltagshelfer“

Hubertus Heil (SPD) will Familien mit staatlichen Gutscheinen für Haushaltshilfen entlasten.

SPD, Grüne und FDP wollen den Alltag von Familien ganz konkret erleichtern. Auch die Schwarzarbeit soll so bekämpft werden.

Berlin - „Wir führen ein System der Alltagshelfer ein“: Die künftige Ampel-Regierung will Familien entlasten, und zwar mit staatlichen Gutscheinen für Haushaltshilfen. Das sagte der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der Bild am Sonntag (BamS). Mit dem Zuschuss sollten Familien sich legale Hilfe im Haushalt leisten könnten.

Als ersten Schritt sollen demnach Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Menschen, die Angehörige pflegen, einen jährlichen Bonus von maximal 2000 Euro erhalten.

Gerade Eltern von kleinen Kindern oder pflegende Angehörige bräuchten beim Putzen der Wohnung, bei der Kinderbetreuung oder der Pflege Unterstützung. „Doch Normalverdiener können es sich oft nicht leisten, für diese Hilfe eine reguläre, sozialversicherte Arbeitskraft zu engagieren“, so Heil. Manche Bürger wichen in die Schwarzarbeit aus, viele versuchten, ihren Alltag mit Job und Familie allein zu stemmen. „Das werden wir ändern“, kündigte der SPD-Politiker an.

Ampel-Parteien kündigen Familienbonus an: Abrechnung per App

Nach Heils Modell sollen sich Staat und Familie die Kosten für die Alltagshelfer teilen. „40 Prozent werden durch den Zuschuss bezahlt, 60 Prozent von den Bürgern selbst“, sagte Heil. Die Abrechnung solle mittels einer App geregelt werden, über die zertifizierte Firmen ihre Dienstleistungen anbieten können.

Die Familie buche dann etwa eine Leistung wie das wöchentliche Putzen der Wohnung, gebe den vom Staat zugeschickten Gutscheincode ein und müsse automatisch nur noch 60 Prozent zahlen. Die Firma rechne den Gutschein mit der zuständigen Behörde ab.

Heil (SPD) zum geplanten Familienbonus: Helfer erhalten Mindestlohn

Mit dieser Reform will der Minister auch den Schwarzmarkt bekämpfen und die Arbeitsbedingungen für Menschen, die haushaltsnahe Dienstleistungen erledigen, verbessern: „Auch die Alltagshelfer profitieren, weil sie sozialversichert sind und mindestens zwölf Euro Stundenlohn erhalten“, sagte Heil. „Ich will, dass der Alltagshelfer aus der Schwarzarbeit rauskommt und ein ganz normaler Beruf in Deutschland wird.“

Geplant ist die Einführung der Gutscheine den Angaben zufolge ab 2023 für Familien, Alleinerziehende und Pflegende. Für das erste Jahr rechnet Heil demnach mit 400 Millionen Euro Kosten. In einem zweiten Schritt sollten Haushalte alle den staatlichen Zuschuss erhalten. Die Kosten beliefen sich dann auf etwa 1,6 Milliarden Euro.

Heil verwies darauf, dass der Staat durch die Sozialversicherungsbeiträge und Steuern der Alltagshelfer auch Gegeneinnahmen habe. (AFP/dpa/frs)