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„Asam, öffne dich“: Spektakuläre Fassadenpläne in Freisings Innenstadt

Das Asam soll künftig auch auf der rückwärtigen Seite eine tolle Figur machen: Von der in Goldtönen geplanten Fassade des „Asam, öffne dich“ (im hinteren Bildbereich) waren die Stadträte begeistert.

Das Asamgebäude wird künftig auch auf der rückwärtigen Seite eine tolle Figur machen. Die Stadträte waren begeistert - und stimmten den außergewöhnlichen Fassadenplänen zu.

Freising - Wenn Stadträte zu einer Bemusterung aufgerufen sind, geht es in der Regel um Bodenbeläge, Fliesen, Türgriffe, WC-Anlagen & Co. Wichtig, aber nicht sehr öffentlichkeitswirksam und selten eine Schlagzeile wert. Am Dienstag war das ganz anders. Der Kulturausschuss sollte über die Fassade des Gebäudes hinter dem Asamkomplex beraten, das bekanntlich die Doppelfunktion als Lastenaufzug für die Anlieferung für das Theater und als Bühne erfüllen wird.  Und was da als Fassadenentwurf vorgestellt wurde, ist tatsächlich spektakulär und begeisterte die Stadträte. Da fiel es auch gleich viel leichter, eine abermalige Kostensteigerung um 750 000 Euro abzusegnen.

Viele kennen wohl das Retabel, das im hinteren Altarraum der Pfarrkirche St. Georg die Blicke unweigerlich auf sich zieht. Das Künstlerehepaar Susanna und Bernhard Lutzenberger hat es geschaffen. Und genau die beiden sind es auch, die mit der Fassadengestaltung des „Asam, öffne dich“, wie der Bau genannt wird, beauftragt wurden. Und wie in St. Georg wird auch dort eine aus unzähligen eloxierten Aluminium-Lamellen gebildete Fassade entstehen, die in einem sanften und warmen Goldton daherkommt, und mit der ein wichtiges Bild transportiert wird: Der Freisinger Mohr, der auf einem Deckengemälde des Freisinger Mariendoms zu sehen ist, wird durch entsprechende Verdickungen der Lamellen im Bereich des Motivs sichtbar gemacht, die besondere Technik wird bewirken, dass sich das Aussehen je nach Blickwinkel, Tageszeit und Beleuchtung verändert.

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Lange habe man um die Fassadengestaltung gerungen, schließlich seien auch viele technische Herausforderungen zu meistern gewesen, betonten Architekt Michael Deppisch und Künstler Bernhard Lutzenberger. Immerhin weise die Fassade eine Größe von zwölf Meter Höhe und zehn Meter Breite auf. Ganz billig sei das freilich nicht, gab Hochbauamtsleiter Robert Naujokat zu, aber es sei gut investiertes Geld in die Zukunft.

Und das sahen die Stadträte genauso: Susanne Günther (Grüne) war „sehr begeistert“, denn auch dadurch erhalte das Areal mit der Flurstücksnummer 1 die Aufwertung, die es verdiene. Und Karl-Heinz Freitag (FW) fand den Vorschlag „großartig“, prophezeite, dass manch ein Besucher vielleicht nur wegen dieser Fassade nach Freising komme.

Weniger begeistert freilich war man über die Kostensteigerung für das Projekt „Asam, öffne dich“, die aber mit der Fassade nicht allein tun habe, sondern vor allem auf die Baupreissteigerungen der vergangenen Monate und Jahre zurückzuführen sei, so Naujokat. 275 000 Euro Mehrkosten seien der Fassadengestaltung geschuldet, Submissionsergebnisse und zusätzliche Maßnahmen wie Fahrradständer seien verantwortlich für die restliche Erhöhung der Kosten.

Das „Asam, öffne dich“ war als Teil des Asam-Projekts im Jahr 2018 mit Kosten in Höhe von 3,625 Millionen Euro beschlossen worden, Ende 2020 war dann eine Kostenmehrung um 625 000 Euro auf 4,25 Millionen Euro vom Stadtrat genehmigt worden. Und jetzt liegt man also fast bei einer „schönen“ runden Summe von fünf Millionen Euro. Kritische Anmerkungen gab es dazu nicht, schließlich sind die Freisinger Stadträte angesichts der Lage auf dem Bausektor an Kostensteigerungen inzwischen gewohnt.