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Atemlos auf die Langgewann

HZ-Mitarbeiter Achim Munck erarbeitet sich seinen Bericht über den Weinbergslauf auf die „harte“ Tour. Foto: Karl Lipecki

HZ-Mitarbeiter Achim Munck erarbeitet sich seinen Bericht über den Weinbergslauf auf die „harte“ Tour. (Foto: Karl Lipecki)

HOCHHEIM - Sonntagmorgen aufstehen, leichtes Frühstück, dann frisch machen, Startnummer am Laufshirt festnadeln, kleines Gepäckbündel schnüren, Laufschuhe anziehen. Ein winziges Marathonfeeling stellt sich ein, fast wie früher, vor Corona … lange ist es her.

Es ist noch etwas frisch am Kleintierzuchtverein oberhalb der Weinbergslage Hochheimer Berg, gut zum Laufen. Die Sonne scheint freundlich auf die bunt gekleideten Läuferinnen und Läufer und die kanariengelben Betreuer und Helfer der Turngemeinde. Alles ist bestens organisiert, die letzten Startnummern werden ausgegeben. Die Läufer müssen eines ihrer 3G-Zertifikate vorzeigen, ein fehlender Test kann sogar vor Ort noch nachgeholt werden. Maskenpflicht gibt es keine, einige Vorsichtige tragen trotzdem eine und sei es aus Gewohnheit. Man kann sein Gepäck in einem Zelt zur Aufbewahrung abgeben. Obwohl man sich meist kennt, wird ein Aufkleber mit der Startnummer am Rucksack befestigt. Das Rote Kreuz kommt auch mit zwei Wagen vorgefahren, was sinnvoll ist, falls jemand versuchen sollte, einen neuen persönlichen Rekord aufzustellen und dabei kollabiert. Das steht zwar nicht zu erwarten, aber es ist beruhigend zu wissen, dass Hilfe bereitsteht. Davor warten einige mobile Toilettenhäuschen, da es erfahrungsgemäß wenige Minuten vor dem Start immer drückt. Die Häuschen schwanken anfangs bedenklich, werden aber von einem eifrigen Helfer mit ein paar Holzlatten stabilisiert.

Über dem Langgewanner Weg (ja so heißt der, zumindest in der Hochheimer Gemarkung) ist deutlich sichtbar ein Start/Ziel-Banner gespannt, darunter liegen die Matten für die Zeitmessung, die direkt mit der nötigen Elektronik gekoppelt sind. Ein Stück weiter wird es später die Zielverpflegung geben. Alles da, hoffentlich geht es bald los.

Viertel vor zehn, allmählich wird es voller, man trifft die üblichen Laufverdächtigen und smalltalkt: „Ei, Du bist ja auch dabei“ – „Bist Du trainiert?“ – „Momentan habe ich wenig Zeit“ - „Das Knie zwickt etwas“ – „Läufst Du halb oder ganz?“ - „Heut nur die sechs Kilometer“ – „Gut siehste aus“ – „In welcher Gruppe wirst Du starten?“ – „Gut, dass wieder was geht“.

Die Walker und die Kurzstreckler sind schon alle an Ort und Stelle. Viele der 12,4-km-Läufer werden später eintreffen, da sie erst kurz nach elf Uhr starten werden. Die TG hatte die Teilnehmerzahl auf 500 begrenzt. 100 Frauen und 210 Männer haben sich angemeldet. Die Jüngsten sind neun und die ältesten 80 Jahre jung, wobei die Altersgruppen zwischen 35 und 55 die Mehrheit stellen. Es ist noch Luft nach oben, aber die Stimmung ist gut.

Start in Zehnergruppen

Die Laufuhr zeigt kurz vor zehn, es gibt über die Lautsprecher noch eine freundliche Begrüßung von der TG und einige Hinweise zu den Startmodalitäten: Es wird in Zehnergruppen im Minutenabstand gestartet, um das bei großen Laufveranstaltungen übliche Startgedränge zu vermeiden. Zuerst die Schnellen (und die, die eine schnelle Zeit angegeben haben). Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Stefan Fuhrmann und Bürgermeister Dirk Westedt, beide in Freizeitdress, begrüßen die Sportlerinnen und Sportler sowie alle Schlachtenbummler und wünschen einen guten Lauf. Der Bürgermeister darf dann für jede der startenden Gruppen den Countdown von zehn bis eins herunterzählen.

Die Regelung der Gruppenstarts ist sehr sinnvoll, die Starts gehen völlig entspannt vor sich. Um die Zeitnahme braucht sich niemand Sorgen zu machen, da die Startnummern mit einem Transponder ausgestattet sind, sodass die Start/Ziel-Elektronik alle individuell auf die Sekunde genau erfasst.

Dann wird es ernst, 10-9– ... 3–2–1–los: Eigentlich wollte ich ganz gemütlich anfangen, aber vorne stürmt einer los und die ganze Gruppe lässt sich mitziehen. Der Langgewanner Weg zieht sich. „Wir sind falsch.” – „Nein, da vorne ist ein Streckenposten.“, ... alles gut. Es geht rechtsrum und dann steil abwärts Richtung Käsbachtal. Da kann man es laufen lassen bis die Knie sich melden. Hinter dem Käsbach ein erster sehr kurzer Anstieg und dann links runter nach Kostheim, bis zur Spitzkehre beim Bopp. Zwei Kilometer sind locker geschafft, aber jetzt kommt die lange Steigung durch die Weinbergslage, die sehr treffend „Kostheimer Steig” heißt. Bei km 3 wird es flacher, dann rechts auf die Steinern Straße.

Dann kommt die Angst

Kurz vor der Autobahnbrücke geht es nach rechts, es gibt eine Wasserversorgung. Naja, noch zwei Kilometer, solange werde ich nicht verdursten. Ab dem Bogen um die Autobahnauffahrt Hochheim Nord (5 km geschafft) laufen wir wieder steil runter und die Angst kommt. Mit Recht. Ab der Kläranlage müssen wir uns gefühlt senkrecht nach oben auf die Langgewann kämpfen. Highway To Hell. Bis zur Hälfte kann ich das Tempo halten, dann schleicht sich eine gewisse(!) Kurzatmigkeit in die Lunge. Oben steht ein Schild: Noch 500 Meter. Okay. Endspurt. Es ist zwar wieder flach, aber die Beine sind zu. Wieder rechtsrum Richtung Ziel, ein Schild: 6 km. Dann „fliegt“ eine Läuferin an mir vorbei, unglaublich, wo sie die Kraft herhat, aber sie motiviert mich, noch mal das Letzte rauszuholen. Die Schlachtenbummler klatschen und jubeln für alle, egal wie sie ins Ziel fallen. Geschafft. Ausgiebig durchatmen, dann zur Wasserversorgung, mindestens zwei Becher Wasser und ausglühen.

Zeiten und Platzierungen im Internet

Schon freut man sich wieder auf den Smalltalk: Na wie war‘s – Schneller als ich dachte (sagen viele) – Aber der Berg da vorne war furchtbar (da sind sich alle einig). Noch mal zurück an die Laufstrecke, denn es gehört sich so, dass man auch die Langsameren bis zum Schluss anfeuert und beklatscht. Alle da? – Alle da! Eine Siegerehrung muss wegen Corona in diesem Jahr ausfallen, man kann aber sofort alle Zeiten und Platzierungen im Internet nachschauen. Okay, dann nach Hause unter die Dusche.

Schön war‘s, endlich wieder Weinbergslauf. DANKE an die Organisatoren und Helfer der TG und bis 2022.

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