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Ausflugstipps: ▶ Herbstliche Kunstspaziergänge in Vorpommern

Größter Skulpturenpark Europas in Katzow

Alles begann vor genau 30 Jahren, als der aus Demmin stammende Bildhauer Thomas Radeloff seine ersten „Drei Figuren“ aus Stahl auf eine große Wiese unweit von Wolgast stellte. Damit gründete er eine Open-Air-Schau, die so in Europa einzigartig ist. Ein Jahr später, seit 1992, lädt er regelmäßig Künstlerfreunde aus aller Welt zu Bildhauerworkshops nach Vorpommern ein, so dass immer mehr Werke dazukommen. Inzwischen stehen über 100 Skulpturen von 96 Künstlern aus 23 Ländern auf einer Fläche von 20 Hektar. „Hier kann man an der frischen Luft mit ausreichend Abstand Kunst in einer Zwiesprache mit der Natur genießen“, wirbt Thomas Radeloff. Der Skulpturenpark, zwischen Katzow und Pritzier gelegen, ist ganzjährig, rund um die Uhr und kostenlos zugänglich.

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Plastiken bewahren Ueckermünder Stadtgeschichte

In Ueckermünde gibt es zwar keine extra angelegten Skulpturenpark, bei einem Spaziergang durch die Stadt lässt sich aber trotzdem vielerorts Kunst entdecken und zwar in Form verschiedener Bronze-Plastiken. So ist zum Beispiel auf dem Marktplatz ein Fischersmann mit Kescher bei der Arbeit zu sehen, eine Arbeit von Werner Bruning, die 2002 eingeweiht wurde. In der Altstadt, auf dem Schweinemarkt, ist seit 2007 eine Sau mit ihrem Ferkel vom gleichen Künstler zu bewundern. Gern posieren die Schlendernden auch mit der Waschfrau an der Uecker (Jan Witte-Kropius, 2012) oder einem Ueckermünder Original: Walter Schultz. Als Fidel-Schultz bekannt zog er singend mit seinem Akkordeon umher. Seit 2010 erinnert eine Bronzeskulptur des Künstlers Christian Paschold am Alten Bollwerk an ihn. Wer Lust auf noch mehr Kunstwerke hat, sollte den Spaziergang um gut zwei Kilometer von der Altstadt bis an den Strand ausdehnen. Denn gleich hinter dem Nachbau der historischen Klappbrücke beginnt ein Märchenpfad. Dort wurden die mächtigen Stämme alter Pappeln und Weiden mit Schnitzereien von Märchenfiguren gestaltet.

Auf Du und Du mit den Stolper Mönchen

Im Jahr 1153 wurde von Ratibor I., Herzog von Pommern, das Kloster Stolpe gegründet. Es gilt als das erste in Pommern, wurde allerdings während des Dreißigjährigen Krieges zerstört. Bis vor zwei Jahren erinnerten nur noch Ruinen an vergangene Tage. Doch es sollte endlich wieder an die besondere Historie des Ortes erinnert werden, deshalb sind seit 2019 Mönche in die Gemeinde zurückgekehrt, wenn auch nur als Bronze-Plastiken. Seitdem schmücken zehn kleine und ein überlebensgroßer Mönch das Dorfbild. Sie wurden an wichtigen Punkten des Ortes verteilt, unter anderem an der Fähre, vor dem Fährkrug, vor der Kirche und direkt am Dorfeingang. Fast überall kann man sie beim Gang durch das Dorf, das auch durch seine idyllische Lage direkt an der Peene begeistert, entdecken. Erschaffen hat sie der Finowfurter Künstler Eckhard Herrmann, von dem auch in Anklam das Denkmal für die Brüder Lilienthal stammt.

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Entdeckungstour im Rothemühler Märchenwald

Wer aus Richtung Bahnhaltestelle Jatznick kommt, entdeckt kurz vor Rothemühl eine riesige Holzhexe am linken Straßenrand. Daneben ein Schild: Zum Märchen-Waldhaus hier entlang. Also runter von der Straße und rauf auf die gepflasterte, aber sehr idyllische Holperpiste, die zum Parkplatz am Märchen-Waldhaus führt. Dieses dient als eine Lehr- und Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche sowie naturinteressierte Erwachsene zur Vermittlung von Wissen über die heimische Flora und Fauna. Gleich gegenüber lädt ein kleiner Märchenwald-Garten zum Verweilen ein. Außerdem startet dort der kombinierte Märchen- und Naturlehrpfad, der dieser Tage nicht nur Herbst-Romantik vom Feinsten bietet, sondern unter anderem auch ein Labyrinth, einen Schwebebaum, eine Lügenbrücke, ein plätscherndes Wasserrad und viele märchenhafte Holzwesen entlang des Weges. So kann man auch den Jüngeren einen ausgedehnten Spaziergang schmackhaft machen.