Germany
This article was added by the user Anna. TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Baldwin-Schuss: Polizei spricht von Veränderungen am Revolver und heiklen Gerüchten um Filmset

Nach dem Drama am Filmset brodelt die Gerüchteküche. Die Polizei nannte nun erste Details. Der News-Ticker.

Sechs Tage nach dem tödlichen Vorfall am Set des Western-Films „Rust“ traten jetzt die leitenden Ermittler in Santa Fe zum ersten Mal vor die Presse: Sheriff Adan Mendoza und Staatsanwältin Mary Carmack-Altwies. Mendoza bestätigte die zuvor durchgesickerte Information, wonach ein einziger Schuss von Alec Baldwin die Kamerafrau Halyna Hutchins tötete und den Regisseur Joel Souza schwer verletzte. „Wir glauben, dass wir im Besitz der Feuerwaffe sind, mit der der tödliche Schuss ausging. Auch das Projektil wurde beschlagnahmt. Es wurde aus Souzas Schulter herausoperiert und sichergestellt.“ In einem FBI-Labor werden nun weitere Untersuchungen am 45er-Revolver durchgeführt. „Es wurden Änderungen am Zylinder vorgenommen“, erklärte Mendoza.

Daneben beschlagnahmten die Ermittler „500 Stück scharfe Munition“ und zwei weitere Waffen – im Gegensatz zur Tatwaffe waren sie beide „aus Plastik und nicht funktional“, sagte Mendoza. „Wir versuchen jetzt herauszufinden, wie es dazu kam, dass 500 Ladungen scharfer Munition am Set waren“, erklärte der Sheriff. Ob der Vorfall gefilmt wurde, konnte Mendoza noch nicht bestätigen oder verneinen. Alle rund 100 Beteiligten, die sich am Set aufhielten und befragt wurden, seien sehr kooperativ gewesen – auch Alec Baldwin.

Ermittler zu Anklage in Baldwin-Drama: „Derzeit kann niemand ausgeschlossen werden“

Ob fahrlässig gehandelt wurde und vor allem von wem, müsse nun geklärt werden. Ob die Sicherheitsvorkehrungen am Set zu lasch waren, sei Bestandteil der weiteren Untersuchungen. Auch was es mit den vielen Spekulationen und Gerüchten rund um den Vorfall – Spannungen am Set oder Schießübungen auf dem Gelände – auf sich habe, müsse die Zukunft zeigen, so Staatsanwältin Carmack-Altwies. „Noch sind alle Optionen auf dem Tisch. Aus den Ermittlungen kann derzeit niemand ausgeschlossen werden.“

Über mögliche Anklagen zu sprechen, sei noch zu früh, erklärten beide Ermittler in ihren Statements. „Wenn es wirklich ein Verbrechen gab, werden die strafrechtlichen Anklagen erhoben. Wir ermitteln weiter“, sagte Sheriff Adan Mendoza. Sollten genug Beweise für eine Anklage vorliegen, werde man eine erheben, ergänzte Staatsanwältin Carmack-Altwies. „Ich stütze mich immer auf Beweismittel, nicht auf voreilige Schlüsse.“

Baldwins tödlicher Schuss: Kugel aus Regisseur-Schulter bringt neue Erkenntnis

Wie viele Schüsse fielen am Western-Set des Films „Rust“ in Santa Fe? Diese zentrale Frage scheint nun geklärt: Laut der Lokalzeitung Santa Fe Reporter war es ein und dieselbe Kugel, die die Kamerafrau Halyna Hutchins tötete und den Regisseur Joel Souza schwer verletzte. Laut eines Augenzeugens am Set – so zitiert Bild aus dem Report der Lokalzeitung – soll sich die Kugel durch Hutchins Körper gebohrt haben und dann in das Schlüsselbein des Regisseurs eingedrungen sein. Demnach haben die Ermittler in der Schulter von Souza ein Projektil sichergestellt. Es war steckengeblieben. Das decke sich auch mit den Schilderungen im siebenseitigen Polizei-Protokoll, das der Boulevardzeitung vorliegt.

Offiziell bestätigt sind diese Informationen zur Stunde noch nicht. Das könnte sich aber schon bald ändern, denn um 18 Uhr deutscher Zeit klären der Sheriff des Landkreises Santa Fe, Adan Mendoza, und Staatsanwältin Mary Carmack-Altwies bei einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Untersuchungen auf.

Baldwins tödlicher Schuss: Trump-Sohn entsetzt mit Aktion

Update vom 27. Oktober, 13.40 Uhr: Nach dem tödlichen Baldwin-Schuss am Filmset kündigen Ermittler eine Pressekonferenz an. Bereits jetzt scheint klar: Am Set hat es offenbar große Mengen echter Munition gegeben. Währenddessen sorgt Donald Trump Junior für Schlagzeilen, der Sohn von Ex-Präsident Donald Trump hatte offenbar versucht aus der Baldwin-Tragödie wirtschaftlichen Profit zu schlagen.

Wie amerikanische Medien übereinstimmend berichten, soll Trump Junior online ein T-Shirt zum Verkauf angeboten haben. Auf diesem sei der Spruch „Schusswaffen töten keine Menschen. Alec Baldwin tötet Menschen“ zu lesen gewesen sein. Damit dürfte Trump Junior auf den Slogan der Waffenlobby anspielen. Schauspieler Alec Baldwin hatte als Gegner von Waffen und der Waffenlobby in den vergangenen Jahren von sich Reden gemacht. Der Hollywood-Schauspieler hatte in den vergangenen Jahren auch mit Parodien auf den damaligen US-Präsidenten Donald Trump für Schlagzeilen gesorgt.

Baldwins tödlicher Schuss: Filmset-Medizinerin verkannte zunächst Situation – Regieassistent im Fokus

Update vom 26. Oktober 2021, 14 Uhr: Es müssen dramatische Minuten gewesen sein, die sich am Set in Santa Fe abgespielt haben. Doch den Ernst der Lage direkt zu Beginn hatte offenbar die Medizinerin am Set nicht direkt erfasst. Wie Bild unter Berufung auf die Zeugenaussage der Ärztin berichtet, soll Cherlyn Schaefer zunächst gedacht haben, dass die Schuss-Szene zum Hollywood-Film dazugehöre. Sie habe direkt nach dem „unerwartet lauten Schuss“ gefragt: „Proben wir noch?“ Kurz darauf sei sie alarmiert worden, sie habe jedoch vergeblich um das Leben der jungen Kamerafrau gekämpft. Für die 42 Jahre alte Kamerafrau Halyna Hutchins kam jede Hilfe zu spät.

Nach tödlichem Schuss am Filmset: Baldwin-Frau äußert sich „geschockt“

Update vom 26. Oktober, 11 Uhr: Nach dem tödlichen Schuss am Filmset in Santa Fe hat sich nun auch die Ehefrau des beteiligten Schauspielers Alec Baldwin zu Wort gemeldet. „Mein Herz ist bei Halyna. Ihrem Ehemann. Ihrem Sohn. Deren Familie und den Angehörigen. Und bei meinem Alec“, erklärte die 37-Jährige am Montag auf Instagram. Doch es sei unmöglich, „den Schock und Kummer eines solch tragischen Unfalls auszudrücken“.

Alec Baldwin selbst hatte sich bereits am Freitag auf Twitter zu Wort gemeldet, auch er hatte seinen Schock und seine Trauer bekundet. Er kündigte seine Kooperation mit allen polizeilichen Untersuchungen an.

Update vom 26. Oktober, 10.40 Uhr: Nach dem tödlichen Schuss am Film-Set von Schauspieler Alec Baldwin kommen nun weitere dramatische Details ans Licht. Der ebenfalls verletzte Regisseur spricht über die entscheidenden Momente.

Nun gibt es schwere Vorwürfe gegen den Regieassistenten.

Tödlicher Baldwin-Schuss: Regieassistent schon zuvor auffällig? Produzent erinnert an Vorfall

Ursprungsmeldung vom 26. Oktober 2021: New York - Eine Produktionsfirma hat nach dem tödlichen Schuss von Schauspieler Alec Baldwin Vorwürfe gegen den Regieassistenten erhoben, der ihm die Waffe gab.

Alec Baldwin: Tödlicher Schuss auf Kamerafrau - Schwere Vorwürfe gegen Regieassistenten

Dave Halls soll bereits 2019 aus der Produktion zu dem Film "Freedom's Path" wegen eines Schusswaffenunfalls geflogen sein, erklärte ein Produzent des Films gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Zwischenfall sei sogar ein Teammitglied leicht verletzt worden.

Der bekannte US-Schauspieler Baldwin hatte am Donnerstag (21. Oktober) die 42 Jahre alte Kamerafrau Halyna Hutchins während der Dreharbeiten für den Western "Rust“ im US-Bundesstaat New Mexico offenbar versehentlich erschossen, als er eine Requisitenwaffe abfeuerte. Sie starb kurz nach dem Vorfall in einem Krankenhaus. Eine Freundin Hutchins‘ hatte daraufhin schwere Vorwürfe erhoben.

Polizei ermittelt nach Drama an Filmset: Gerüchte über Schießübungen

Die Polizei untersuchte den Vorfall. Im Zentrum der Ermittlungen steht neben Halls auch die Film-Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed. Die 24-Jährige soll während des Drehs für die Sicherheit der Requisitenwaffen verantwortlich gewesen sein.

Medienberichten zufolge hatten Mitglieder des Filmteams am Morgen vor dem tödlichen Schuss auf Hutchins Schießübungen mit scharfer Munition gemacht. (lks mit afp)

Rubriklistenbild: © Jim Weber/Santa Fe New Mexican/AP/dpa