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„Balsam für die Seele": Kölnerin strickt seit 50 Jahren - sogar am Strand

Es wird ein sehr langer Schal mit sehr langen Fransen – er ist ein Geschenk für ihre Tochter Kira. Sie hat ihn sich gewünscht. Hellgraue weiche Merinowolle mit einem Anteil Kaschmir verwendet Kornelia Rogalski – das gute Stück darf auf keinen Fall kratzig sein. „Ich nehme grundsätzlich nur sehr gute Wolle“, sagt die 67-Jährige. Sie legt viel Wert auf ein hochwertiges Ergebnis.

Zum Stricken setzt sie sich gern in einen bequemen Sessel, trinkt eine Tasse Tee und klappert mit den Nadeln. Der Schal ist erst 20 Zentimeter lang, aber er wird zügig wachsen. Wenn sie einmal angefangen hat, bleibt sie konsequent bei der Sache. „Im Lockdown hat man ja wenig anderes zu tun“, meint Kornelia Rogalski freut sich, dass sie ihr Hobby hat. Aber auch in „normalen“ Zeiten strickt sie unheimlich gern, und zwar schon seit gut 50 Jahren. „Es macht mir eben sehr viel Spaß“, sagt sie. Es sei schön zu sehen, wie aus einem Faden ein Pulli, ein Poncho, eine Decke oder ein Schal wird. Zu erleben, wie die eigenen Hände nach und nach etwas Schönes, etwas Nützliches schaffen, ohne Druck und mit viel Muße.

Mehr als nur Zeitvertreib

Stricken ist für Rogalski eine Tätigkeit, die sie beruhigt und entspannt – und die sie zufrieden und auch stolz macht, wenn ihr wieder einmal ein beachtliches Stück gelungen ist. Schon die Vorfreude auf das allgemeine Lob tut gut. Rogalski: „Stricken ist mehr als nur angenehmer Zeitvertreib, es ist auch Balsam für die Seele.“

Seit sechs Jahren, seit sie Enkelkinder hat, „nadelt“ Kornelia Rogalski wieder ziemlich viel – nach einer ruhigeren Phase in den 90er und 2000er Jahren. Mützchen für die Kleinen, Mini-Jacken, Pullis, ein Janker, warme Decken sind zuletzt entstanden.

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Die erste Baby-Pulli-Kollektion aus den 80er Jahren ist auf Fotos festgehalten; warme Baby-Decken für die Enkel sind heute der Hit. 

Gern erfüllt sie Wünsche ihrer erwachsenen Kinder Till und Kira und Anfragen von besten Freundinnen, aber nur, wenn sie Zeit und Lust hat. „Druck lasse ich mir nicht machen“, betont Rogalski. Allerdings müsse sie sich schon anstrengen, denn vor allem die Kinder seien recht „pingelig“; da müsse alles passen. „Das haben sie wohl von mir geerbt“, scherzt die ehemalige Prokuristin. Auch sie selbst sei anspruchsvoll und sehr ordentlich. Lieber „ribbelt“ sie das Strickstück wieder auf, wenn irgendwo ein kleiner ärgerlicher Fehler sichtbar wird. Hin und wieder strickt sie auch für sich selbst, zum Beispiel trendige Hüllen für Sofakissen. Überhaupt liegt die 67-Jährige mit ihrem Handarbeitshobby im „DIY-Trend“.

Stricken ist wieder im Trend

„Do it yourself“ (wörtlich übersetzt = „Mach es selber“), die Lust also Dinge mit den eigenen Händen zu produzieren boomt – vor allem in Pandemiezeiten. Die Handarbeitsbranche verzeichnet seit 2020 ein sprunghaftes Marktwachstum. Darüber kann die langjährige Strickerin nur schmunzeln. „Alles wiederholt sich“, sagt sie, die schon als Kind eine Vorliebe für die Beschäftigung mit Wolle hatte.

Ihre Patentante, eine Schneidermeisterin, legte Kornelia Rogalski zwar das Nähen ans Herz. Aber das war Kornelia zu umständlich. Stricken gefiel ihr besser, auch weil Nadel und Wollknäuel transportabler waren.

Kölnerin strikt auf Europareise 

Mit 19 Jahren ging Kornelia Rogalski zum Studieren nach Berlin – nicht ohne ihr Strickzeug. „Norwegerpullis mit Rentieren waren damals der Hit“, erzählt sie. Sie habe zum Teil die Muster selbst entworfen oder interessante Motive nachgestrickt, die sie in Schaufenstern oder Zeitschriften entdeckte. 1975 hat sie ihren Mann Karsten geheiratet. Mit einem umgebauten VW-Bulli reisten die beiden quer durch Europa. Und die 22-Jährige strickte und strickte, auch im Bus – wenn sie nicht gerade selbst am Steuer saß. 1976 traten beide ihre Arbeitsstellen in Köln an. Das Hobby gab Rogalski nicht auf, im Gegenteil. Die Pullis wurden immer besser. „Sie waren so schick, dass ich sie auch ins Büro angezogen habe“, erzählt die frühere Abteilungsleiterin. Mit ihrem Hobby habe sie Mitarbeiterinnen und Freundinnen angesteckt. „Es gab damals tolle Wollläden“, berichtet sie und zeigt sich enttäuscht, dass in Rodenkirchen ihr Lieblings-Wolllädchen zugemacht hat.

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Kornelia Rogalski in selbst gestricktem Pullover in den 1970ern.

Gerade das Anfassen der Wolle sei wichtig, das Fühlen der Qualität von Alpaka über Mohair bis zu Seide- und Baumwoll-Mischungen, das Begutachten der Farben. Aktuell bleibt ihr aber nichts anderes übrig, als das Material zu ordern, am liebsten beim ehemaligen Lieblingsladen. Der schickt ihr die bestellte Ware nach Hause.

Jedes Teil ist ein Unikat

Eine Hochphase des Strickens hatte die Weißerin in den 1980er Jahren, als die eigenen Kinder klein waren. Bilder-Pullis waren groß in Mode. „Das ist kompliziert und man muss viel mitzählen und sehr aufpassen“, sagt die Strick- Expertin. Das habe sie immer gern getan, selbst am Strand packte sie ihr Strickzeug aus, wie Urlaubsfotos belegen.

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FC-Pullover für den Bären ist heute noch aktuell.

„Sogar im Plenarsaal des Bundestages haben Politikerinnen wie Politiker gestrickt. In den 80ern ist ja auch Joschka Fischer in Turnschuhen angetreten“, erzählt sie amüsiert und ergänzt: „Das Stricken wurde mir vielleicht auch dadurch allmählich zu Öko-mäßig.“ Sie legte die Nadeln zur Seite, freilich nicht komplett. Für die gemeinsame Tour der Canasta-Mädels-Truppe nach Sylt strickte sie gemeinsam mit einer Karten-Freundin sechs gleiche blaue Baumwollmützen.

Inzwischen besitzt Kornelia Rogalski sogar ein eigenes kleines Label, „Konny’s Knitware“. Das haben ihr die Kinder geschenkt. Den kleinen Stoffstreifen näht sie jeweils ganz zum Schluss auf ihr Werk. Eher kleinere Unikate fertigt sie mittlerweile, weil die schneller fertig sind – aber nach wie vor nur für die Familie oder beste Freunde.

Ans Verkaufen ihrer Strickarbeiten denkt sie nicht. „Wenn ich den Zeitaufwand und die Wolle berechnen würde, würden die Produkte viel zu teuer.“ Und überhaupt fehle ihr dazu die Zeit. „Ich muss mittlerweile schon Prioritäten setzen, welches Familienmitglied, welche Freundin, als nächstes dran ist“, sagt sie.

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