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Bei Werder wächst Abstiegsangst: Schalke lässt sich in 17 Minuten vorführen

Zur Halbzeit führt der FC Schalke 04 in Hoffenheim, dann erlebt der Bundesliga-Absteiger die nächste Schmach. Der Absturz in die 2. Liga ist auch für Werder Bremen weiter eine reale Gefahr, gegen Leverkusen endet immerhin eine brutale Serie. Der VfL Wolfsburg drängt in die Champions League.

Borussia Dortmund hat im Rennen um die Champions-League-Plätze ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt und neuen Mut für das Pokalfinale geschöpft. Fünf Tage vor dem Showdown in Berlin gegen RB Leipzig gelang dem Revierklub im Bundesliga-Duell mit demselben Gegner auch ohne Torjäger Erling Haaland ein hart erkämpfter 3:2 (1:0)-Erfolg. Dank der Treffer von Marco Reus (7.) und Jadon Sancho (51./87.) im leeren Signal Iduna Park feierte der BVB seinen fünften Punktspiel-Sieg in Serie und rückte zumindest für einen Tag auf Rang vier vor.

Dagegen blieb der Tabellenzweite aus Leipzig trotz der beiden Treffer von Lukas Klostermann (63.) und Dani Olmo (77.) zum siebten Mal in Serie gegen Dortmund sieglos. Durch die Niederlage stand auch der Titelgewinn für den FC Bayern München schon vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach am Abend fest.

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Schon wieder kein Sieg, aber immerhin ein Pünktchen Hoffnung: Werder Bremen hat sich im Ringen um den Klassenerhalt ein 0:0 gegen Bayer Leverkusen erkämpft. Damit verhinderten die zwar leidenschaftlich kämpfenden, aber insgesamt harmlosen Hanseaten immerhin die achte Bundesliga-Pleite in Serie - ein Unentschieden ist in der prekären Lage der Bremer aber eigentlich zu wenig. In der 90. Minute sah Werders Eren Dinkci die Rote Karte. Als Tabellen-14. droht Werder weiter der erste Abstieg seit 1980, am Sonntag könnten der 1. FC Köln sowie Hertha BSC oder Arminia Bielefeld an den Grün-Weißen vorbeiziehen. Dass Florian Kohfeldt Werder-Trainer bleiben darf, gilt nach einem wenigstens kämpferisch überzeugenden Auftritt der Hanseaten aber als wahrscheinlich.

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Viel Einsatz, kaum Ertrag.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Bayer tat sich mit der harten Gangart der Hausherren zunächst schwer. Angetrieben von Mittelfeld-Mann Kerem Demirbay hatte Leverkusen natürlich mehr vom Spiel, die schnellen Außen Leon Bailey und Karim Bellarabi versuchten auch immer wieder Druck zu machen, richtig zwingende Torchancen blieben aber erst einmal aus. Nachdem der Werder-Beton erstmals Risse bekam, scheiterte Bailey mit einer Möglichkeit an Werder-Keeper Jiri Pavlenka (33.). Die vermeintliche Führung für Bayer nur kurz danach durch Jungstar Florian Wirtz, der vor fünf Tagen volljährig wurde, nahm der Video-Assistent wegen einer Abseitsstellung zurück.

Mit zunehmender Spieldauer investierte auch Werder etwas mehr in die Offensive, für die erste gute Chance musste aber eine Standardsituation herhalten - doch der Kopfball von Niclas Füllkrug (56.) nach einer Ecke brachte nichts ein. Weil bei den Bremern dann die Kräfte schwanden und das Risiko ein bisschen erhöht wurde, bekam Bayer mehr Räume. So blieb die Partie bis zum Schluss alles andere als hochklassig, aber dafür sehr, sehr intensiv.

Schalke 04 hat seine Erstliga-Untauglichkeit erneut unter Beweis gestellt. Trotz einer Zwei-Tore-Führung zur Pause verlor das abgeschlagene Schlusslicht in der ersten Partie seit dem feststehenden Abstieg 2:4 (2:0) bei der TSG Hoffenheim. Der überragende Andrej Kramaric (47.), Kevin Akpoguma (52.), Christoph Baumgartner (60.) und Ihlas Bebou (64.) trafen innerhalb von gerade einmal 17 Minuten für die Kraichgauer, die fünf Spiele in Folge nicht verloren haben. Schon im Heimspiel zuvor gegen Borussia Mönchengladbach (3:2) hatte Hoffenheim einen 0:2-Rückstand gedreht.

Anders sieht es bei den Schalkern aus, die durch den Sieg im Hinspiel (4:0) die Einstellung des Negativrekords von Tasmania Berlin (31 Spiele ohne Sieg) im letzten Moment verhindert hatten. S04 kassierte die 22. Saison-Niederlage und wartet seit 27 Auswärtsspielen auf einen Dreier. Daran änderten auch die Tore des Ex-Hoffenheimers Mark Uth (12.) und von Weltmeister Shkodran Mustafi (42.) nichts.

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Gerald Asamoah fasst den Zustand des FC Schalke zusammen.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Vor der Begegnung hatten alle Schalker Profis trotz der Fan-Angriffe nach dem besiegelten Gang in die 2. Liga ihren Einsatzwillen signalisiert. "Ich kann zu 100 Prozent bestätigen, dass keiner zu uns gekommen ist, um zu sagen, dass er nicht spielen möchte", gab Trainer Dimitrios Grammozis zu Protokoll. Unter der Woche hatten die Königsblauen, die zum vierten Mal nach 1981, 1983 und 1988 aus der Eliteklasse absteigen werden, personelle Weichen für die Zukunft gestellt. Der ehemalige Mainzer Sportchef Rouven Schröder wurde als Sportdirektor für die nächste Saison vorgestellt.

Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß, dem trotz seiner unbefriedigenden Premierensaison eine Jobgarantie von Sportchef Alexander Rosen für die kommende Spielzeit ausgestellt wurde, zeigte bis zur Pause eine ganz schwache Vorstellung. Das bestrafte Mustafi per Kopf nach einer Ecke. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Kramaric die Gastgeber mit einem sehenswerten Freistoßtor zurück in die Partie. Es war der 18. Saisontreffer des Angreifers. Wenig später sorgte Akpoguma nach einer Kramaric-Ecke per Kopf für den Ausgleich, Baumgartner (nach einem Kramaric-Freistoß) und Bebou drehten das Spiel endgültig.

Der VfL Wolfsburg hat dank Kunstschütze Josip Brekalo einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um die Champions-League-Plätze gefeiert. Gegen das Überraschungsteam Union Berlin siegten spielfreudige Wölfe verdient mit 3:0 (1:0). Mit nun 60 Punkten festigte der VfL zwei Spieltage vor Saisonende Tabellenrang drei und besitzt beste Aussichten auf die Königsklasse. Ein sehenswerter Dreierpack von Brekalo (12./63./89.) sicherte den Erfolg der Wolfsburger, die damit ihrem Negativtrend trotzten. Drei der vorigen vier Ligaspiele hatte der VfL unter Trainer Oliver Glasner, über dessen möglichen Wechsel spekuliert wird, zuletzt verloren. Auf dem Weg nach Europa ist das Restprogramm der Niedersachsen jetzt äußerst interessant. Sonntag in einer Woche (20.30 Uhr) geht es zu RB Leipzig, am 22. Mai ist der FSV Mainz 05 der Abschlussgegner.

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Drei Tore für drei Punkte für Platz drei: Josip Brekalo.

(Foto: dpa)

Glasners Mannschaft wurde zu Beginn von Union zum Großteil der Ball überlassen, mit dem der VfL starke Kombinationen aufzog. In einer ersten Annäherung scheiterte Paulo Otavio (2.) früh an Union-Torwart Andreas Luthe, zehn Minuten später schlug Brekalo zu. Eine flache Hereingabe von Nationalspieler Ridle Baku schlenzte der Kroate wunderschön aus 18 Metern ins Eck. Die Berliner, bei denen Offensiv-Star Max Kruse wegen Oberschenkelproblemen zunächst nur auf der Bank saß, konzentrierten sich im ersten Durchgang auf Kompaktheit. So sollten die überlegenen Wolfsburger gebremst werden - doch die kamen trotzdem zu hochprozentigen Möglichkeiten.

Erst verzog Torjäger Wout Weghorst (21.) aus spitzem Winkel, ehe Luthe gegen Maximilian Philipp (26.) in höchster Not retten musste. Der VfL hätte höher führen müssen. Union wurde meist nur nach Standards über Abwehrchef Marvin Friedrich zwingend. Die bis dato größte Chance der Gäste vergab Stürmer Joel Pohjanpalo (30.), dessen Drehschuss jedoch VfL-Keeper Koen Casteels parierte.

Nach der Pause versuchte Union, offensiv mehr zu investieren. Wolfsburg stand aber weiter hinten gut und blieb in der Vorwärtsbewegung enorm gefährlich. Luthe entschärfte sechs Minuten nach der Halbzeit einen Schuss aus 22 Metern von Baku, danach setzte Philipp (60.) einen Freistoß auf das Tornetz. Wenig später dann fand der glänzende Baku Brekalo einmal mehr, dessen Schuss noch von Christian Gentner abgefälscht wurde, ehe er als Bogenlampe einschlug.

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