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Bereits zweite Gefängnisstrafe: Iran weist Berufung ab - Britin kommt wieder in Haft

Bereits zweite Gefängnisstrafe Iran weist Berufung ab - Britin kommt wieder in Haft

Die Odyssee von Nazanin Zaghari-Ratcliffe im Iran nimmt kein Ende. Ihre Berufung gegen die bereits zweite Inhaftierung wird abgelehnt. Die Kritik, besonders in ihrer Heimat Großbritannien, ist immens. Ihr Ehemann berichtet von schlimmen Haftbedigungen und Suizidgedanken seiner Frau.

Der seit 2016 im Iran festgehaltenen britisch-iranischen Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe droht ein weiterer Gefängnisaufenthalt. Sie sei mit ihrer Berufung gegen ein zweites Urteil gescheitert, teilten Unterstützer der 43-Jährigen via Twitter mit. Seine Frau sei "traumatisiert angesichts des Gedankens, wieder ins Gefängnis zu müssen", sagte ihr Mann Richard Ratcliffe der BBC.

Ein Gericht in Teheran hatte Zaghari-Ratcliffe im April in einem Prozess wegen Propaganda-Vorwürfen schuldig gesprochen und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt sowie zusätzlich mit einer einjährigen Ausreisesperre belegt. Ihr Anwalt hatte Berufung dagegen eingelegt. Ein Richter habe diese nun ohne Anhörung abgelehnt, hieß es bei Twitter. Wann sie wieder inhaftiert werde, sei unklar.

Der zweite Prozess gegen Zaghari-Ratcliffe hatte Mitte März begonnen, nur eine Woche nach dem Ende ihrer fünfjährigen Haftstrafe. Nach Angaben ihres Anwalts wurde ihr zur Last gelegt, sich 2009 an einer Kundgebung vor der iranischen Botschaft in London beteiligt zu haben.

Die Festnahme erfolgte im Urlaub

Der Fall belastet die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Iran und Großbritannien seit Jahren. Zaghari-Ratcliffe war 2016 während eines Urlaubs im Iran festgenommen worden. Die iranischen Behörden warfen ihr vor, sieben Jahre zuvor an Protesten gegen die Regierung teilgenommen zu haben. Ein Gericht verurteilte sie wegen Verschwörung zum Umsturz zu fünf Jahren Haft. Zaghari-Ratcliffe hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie arbeitete damals als Projektmanagerin für die Thomson Reuters Stiftung.

Die Mutter einer mittlerweile siebenjährigen Tochter saß die Haftstrafe zuerst im Gefängnis ab. Als im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie ausbrach, wurde sie in Hausarrest bei ihren Eltern in Teheran überstellt.

Während ihrer Zeit im Teheraner Evin-Gefängnis war Zaghari-Ratcliffe lange in Einzelhaft in einer fensterlosen Zelle untergebracht und zeitweise in den Hungerstreik getreten. Laut ihrem Ehemann litt sie unter den hygienischen Bedingungen und hatte auch Suizidgedanken. Die Organisation Redress wertet ihre Behandlung in der Haftanstalt als Folter. Die iranischen Behörden haben jede Misshandlung stets bestritten.