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Betriebe im Landkreis Miesbach disponieren um: Zur Fahrstunde nur noch mit 2G-Nachweis

Im Fahrschulauto von Christian Stadler dürfen ab sofort nur noch Schüler mit 2G-Nachweis Platz nehmen.

Mit Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnungen haben auch die Fahrschulen im Kreis Miesbach umdisponiert: Zur Fahrstunde geht‘s nur noch mit 2G-Nachweis.

Rottach-Egern – Fahrschul-Betreiber Christian Stadler aus Rottach-Egern hat in den zurückliegenden Tagen viel telefoniert: Es galt, bereits fix vereinbarte Fahrstunden wieder abzusagen, den Terminkalender umzukrempeln und nebenbei um Verständnis zu werben. Wie so viele andere Unternehmen und Einrichtungen musste der 52-Jährige seinen Betrieb mit Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnungen neu organisieren: Statt 3G gilt nun 2G. Heißt: Ab sofort können in seiner Fahrschule Benkwitz nur noch geimpfte und genesene Schüler Unterricht nehmen – egal ob in Theorie oder Praxis. Stadlers Kollegen im Landkreis Miesbach ziehen offenbar mit. „Wir haben uns intern flächendeckend auf 2G geeinigt“, sagt der Rottacher, der auch Kreisvorsitzender des Landesverbandes Bayerischer Fahrlehrer ist.

Fahrschulen im Landkreis haben sich auf 2G-Regel verständigt

Die neuen Corona-Regeln für Fahrschulen sind bei Weitem nicht so eindeutig, wie es sich Stadler gewünscht hätte. Ob für ihren Betrieb tatsächlich 2G verpflichtend ist, war für den Rottacher bis zuletzt auch über Ministerien, Behörden und den Verband nicht mit letzter Sicherheit zu eruieren. „Es gibt so viele Ausnahmen, für den Laien sind die Formulierungen nur schwer verständlich“, sagt Stadler. Um auf der sicheren Seite zu sein, hätten sich die im Verband organisierten Fahrschulen im Landkreis – etwa ein Dutzend Betriebe – letztlich aber darauf geeinigt, ab sofort die 2G-Regel anzuwenden. Unstrittig war die Entscheidung nicht. „Wir haben viel diskutiert“, berichtet Stadler.

Kuriosum: Bei den Fahrprüfungen gelten keinerlei Einschränkungen

Dem Rottacher, der seine Fahrschule als Familienbetrieb führt, tut die Entwicklung vor allem für die Jugendlichen leid. Viele seien ja noch sehr jung. Manche, die den Roller-Führerschein machen, gerade einmal 14 Jahre alt. „Die zwingt man jetzt in eine Impfsituation hinein“, gibt Stadler zu bedenken. Nicht nachzuvollziehen ist für ihn auch die Tatsache, dass bei den Prüfungen bislang keine Einschränkungen gelten. „Da ist überhaupt nichts geregelt“, moniert Stadler. Sprich: Eine Fahrstunde darf der ungeimpfte Schüler nicht mehr nehmen, zur Prüfung dürfte er theoretisch aber antreten.

Abstand und FFP2-Maske waren in Fahrschulen bisher schon üblich

Stadler ist überzeugt, dass die Fahrschulen in der Vergangenheit bereits viel für die Sicherheit getan haben. „Wir fahren seit Monaten nur noch zu zweit, tragen durchgehend FFP2-Masken und halten beim Theorie-Unterricht Abstand“, sagt er. Das sei für ihn „der wirksamste Schutz vor Ansteckung“. Ob die Verschärfung auf 2G nun entscheidend zur Entspannung der Lage beitrage, bezweifelt Stadler. „Trotzdem tragen wir das natürlich mit.“ Über allem, fügt der Kreisvorsitzende hinzu, schwebe ohnehin die Angst, „dass wir flächendeckend zusperren müssen“.

gab