Germany

„Busreisen sind sicher“

Der Reisebus von Bertold Bick von BickReisen aus Bad Emstal ist mit einem Aktivfilter ausgestattet. 99 Prozent der Aerosole werden somit herausgefiltert.

Während der Corona-Pandemie mit dem Bus in den Urlaub fahren? Da haben einige Bedenken. Dabei ist eine Busreise gar nicht so gefährlich, wie viele denken, sondern zum Teil sicherer als andere Verkehrsmittel. Busreiseunternehmer aus dem Wolfhager Land verzeichnen nach den sinkenden Inzidenzen jetzt wieder vermehrt Buchungen.

Wolfhager Land - „Busreisen sind sicher“, sagt Bertold Bick von Bick-Reisen aus Bad Emstal. Er bietet seit über 25 Jahren zusammen mit seiner Frau Ute Bick Busreisen in ganz Europa an. Angeboten werden Ein- sowie Mehrtagesfahrten.

Viele hätten jedoch Bedenken, während der Corona-Pandemie eine Busreise zu unternehmen, weil der Bus oft als Virenschleuder dargestellt werde. Doch das stimme so gar nicht. Durch moderne Klimaanlagen und wirksame Filteranlagen könnten etwa 99 Prozent der Aerosole herausgefiltert werden. Zusätzlich herrsche ein hoher Luftaustausch im Bus. Der erfolge etwa alle ein bis zwei Minuten.

Frische Luft wird von außen angesaugt

„Im Reisebus arbeiten wir mit Frischluft und nicht mit Umluft.“ Der Aktivfilter, der auch in Bicks Reisebus eingebaut ist, saugt die frische Luft von Außen an. Diese werde dann über die Klimaanlagen im Bus verteilt. Die alte Luft geht von unten dann wieder aus dem Bus heraus. Deshalb herrsche im Bus kaum eine Ansteckungsgefahr.

Vom Robert Koch-Institut wurden Busse während der Pandemie zu keiner Zeit als Orte des Infektionsgeschehens identifiziert, wie Christian Wahl, Pressesprecher des Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer, sagt. Zu der hohen Sicherheit würden vor allem auch aufwendige Hygiene- und Betriebskonzepte der Busunternehmen beitragen. Der Reisebus minimiere durch seine ausgefeilte Lüftungstechnik Risiken beziehungsweise Virenlasten. Kein anderes öffentliches Verkehrsmittel verfüge über leistungsfähigere Lüftungsanlagen. Bei normalen Außentemperaturen werde die Luft im Bus mindestens jede Minute komplett ausgetauscht, das ist sieben mal schneller als im ICE und 4,5-mal schneller als in einem Flugzeug.

Bei dem Luftaustausch sei es besonders wichtig, dass eine sehr schnelle Zufuhr von Frischluft im Reisebus über die modernen Klimaanlagen möglich ist. „Diese strömt zumeist von oben ins Fahrzeug, während die bestehende Raumluft nach unten – weg von den Fahrgästen – abgesogen wird.“ Um Corona zusätzlich vorzubeugen, hat Bick einen Ozongenerator, den er für die Desinfizierung des Busses nach jeder Fahrt nutzt. Dieser wird nach der Fahrt in den Bus gestellt. „Er wandelt Sauerstoff in Ozon um.“ Wenn das komplette Volumen in Ozon umgewandelt sei, dann halte das Gerät den Ozonanteil etwa 30 Minuten, sodass alle Viren und Bakterien abgetötet werden. Anschließend wird das Ozon wieder in Sauerstoff umgewandelt. Der Bus werde danach noch einmal gelüftet und sei damit komplett desinfiziert. „Das ist ein gutes Konzept.“ Nach monatelangem Stillstand würden die Buchungen so langsam wieder anlaufen, wie Bick berichtet. Die nächste Tagesfahrt findet bereits am 25. Juni zur Mohnblüte in Germerode statt. Am 27. Juni gibt es auch schon eine Mehrtagesfahrt an den Bodensee. Bick fährt den vier Sterne Reisebus von Setra mit 48 Sitzplätzen und großem Sitzabstand selbst. Da es sich immer um eine feste Reisegruppe handelt, werden die Kontaktdaten für eine mögliche Rückverfolgung gespeichert.

„Das Telefon hat nicht still gestanden“, sagt der Wolfhager Sascha Volkwein, der ebenfalls Ausflüge mit dem Bus anbietet. Bereits am Samstag fand die erste Tour nach Erfurt zur Bundesgartenschau statt. Am 17. Juli soll es dann in den Freizeitpark Safariland Stukenbrock gehen. Dafür habe er bereits Anmeldungen bekommen. „Die Leute wollen raus.“

Im Bus stehen 52 Plätze zur Verfügung. Knapp 25 Leute lässt er in den Bus. „Die Hälfte mache ich voll“, um auch noch genügend Abstand zwischen den Fahrgästen zu gewährleisten.

„Das ist eine sichere Sache mit dem Bus.“ Durch Filteranlagen werde die Luft immer ausgetauscht. Auch das Hygienekonzept des Reisebusunternehmen Obersberger-Reisen sei optimal. So werden beispielsweise auch immer die Hände desinfiziert, bevor die Leute in den Bus steigen.

Auch Peter Kunze, Vorsitzender des Wolfhagener Reise- und Gesellschaftsspiel- Vereins „Wir sind jetzt mal weg“, merke, dass manche noch zurückhaltend gegenüber einer Busreise während Corona sind. Die Touren, die der Verein anbietet, seien meist aber gar nicht so lang. Da sei man etwa eine Stunde im Bus und dann werde bereits Pause gemacht, bei der man draußen an der frischen Luft durchatmen kann, während im Bus die Masken getragen werden. „Es wird alles nach den Regeln gehandhabt.“

Die nächste Fahrt soll am 25. Juli zum Meißner und anschließend nach Bad Sooden-Allendorf gehen. Dafür gebe es auch schon etliche Anmeldungen.

Von Samira Müller

Merkt nun wieder eine größere Nachfrage bei Busreisen: Sascha Volkwein (links) mit Busfahrer von Obersberger Reisen, Klaus Kümmerle.

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