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Claudia Roth auf Stadtspaziergang durch Bad Tölz: Enthusiastisch vor der Fototapete

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) zeigt sich bei einem Wahlkampf-Auftritt in Bad Tölz begeistert von der Landschaft - und kauft Seife ein.

Bad Tölz – „Boah, ist das schön hier!“, ruft Claudia Roth spontan aus, als sie den Aussichtspunkt auf dem Tölzer Kalvarienberg erreicht. „Das ist ja ziemlich Fototapete hier.“ Die bayerische Spitzenkandidatin der Grünen belässt es aber nicht beim Schwärmen, sondern schafft mühelos den Schwenk zu dem, was sie politisch antreibt. „Wenn ich das sehe, bekomme ich ein Gefühl der Demut. Was tun wir dieser Schönheit an, wie wenig denken wir daran, diese Schönheit zu erhalten!“

Claudia Roth (Grüne) besichtigt in Bad Tölz Unverpackt-Laden

Mit dem Besuch der Bundestags-Vizepräsidentin in Bad Tölz am Freitag hat auch der Grünen-Kreisverband im Bundestagswahlkampf veritable Politprominenz aufgefahren. Der Gast wird zuerst vor fotogener Kulisse platziert – und dann auf einem Stadtspaziergang mit einigen lokalen Gegebenheiten und Projekten bekannt gemacht, die den grünen Lokalpolitikern besonders wichtig sind.

Dass es bereits ihr elfter Bundestagswahlkampf sowie einer von vier Terminen an diesem Tag ist, wie sie lachend erzählt, tut Claudia Roths Enthusiasmus keinen Abbruch. Nur auf dem Weg auf und vom Kalvarienberg schont sie ein wenig die Kräfte und die angeschlagenen Knochen und lässt sich im Kleinbus – selbstverständlich mit Elektroantrieb – fahren.

Informations-Stelen in der Tölzer Hindenburgstraße inspirieren Claudia Roth für Augsburg

„So eine wunderbare Idee“, ruft Claudia Roth im Unverpackt-Laden „Ois ohne“ aus und erkundigt sich bei Mitbegründerin Anna Meßmer und Geschäftsführerin Sabine Riesch, wer hier so einkauft und wie es läuft. „Zum Beispiel Schüler der benachbarten Schulen, deren Eltern und Lehrer, aber auch querbeet durch die Bevölkerung“, zählt Sabine Riesch auf. Nach einem anfänglichen „Hype“ nach der Eröffnung „hat es Corona allerdings nicht einfacher gemacht“, meint Anna Meßmer. „Aber jetzt, wo wieder normaler Schulbetrieb ist, kommen die Kunden doch wieder“, tröstet Roth – und deckt sich in der plastikfreien Kosmetik-Abteilung mit einem Lippenpflegestift und einer „Fußballerglück“-Seife mit Mohnsamen aus Produktion einer regionalen Kräuterpädagogin ein.

Inspiriert zeigt sich die Politikerin auch beim Anblick der Info-Stelen an der Hindenburgstraße. „Wenn man die Straße umbenennt, dann war’s das, dann ist das Thema weg“, sagt sie. Da findet sie den Tölzer Umgang mit der historisch umstrittenen Figur Paul von Hindenburgs besser. „In Augsburg haben wir da nur kleine Hinweise, vielleicht könnten wir nachlegen, was die Sichtbarkeit betrifft“, erklärt Roth und lässt einen mitreisenden Parteikollegen ein Foto machen.

Appell von Claudia Roth (Grüne) in Bad Tölz: „Gehen Sie wählen!“

Auf dem Weg Richtung Marktstraße fallen ihr die „vielen Leerstände“ auf. Es sei ein Problem, antwortet ihr Grünen-Kreissprecher Andreas Wild, dass es Investoren gebe, die Objekte einfach leer stehen lassen, wenn sie etwas damit vorhätten, was die Stadt nicht wolle.

Bei Geschichtslehrer Florian Englaender, der einst mit Schülern von FOS und Gymnasium an den „Ge(h)denksteinen“ im Pflaster der Marktstraße arbeitete, erkundigt sich die Spitzenkandidatin an der nächsten Station des Rundgangs, ob es Kontakt zu Nachkommen der damaligen Tölzer jüdischen Familien gebe. Tatsächlich, berichtet der Pädagoge, hätten die Schüler einige in alle Welt verstreute Angehörige ausfindig gemacht. „Ein institutionalisierter Kontakt hat sich aber nicht ergeben“, sagt er.

Zum Schluss kommt Claudia Roth auf der Wahlkampfbühne an – in diesem Fall zwischen zwei Grünen-Aufstellern vor dem Winzerer-Denkmal. Aus 30 Grünen-Anhängern, die sie am Kalvarienberg begrüßt haben, ist nun eine Zuhörerschaft von 70 Menschen geworden. Nachdem sie unter Applaus klargemacht hat, warum es aus ihrer Sicht wichtig ist, dass die Minister Andreas Scheuer, Horst Seehofer oder Julia Klöckner abgelöst werden, appelliert sie: „Gehen Sie zur Wahl. Das ist das Grundnahrungsmittel unserer Demokratie.“

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