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Corona in Deutschland: Inzidenz steigt laut RKI nur leicht, doch Experten warnen - Merkel bittet eindringlich

Die Corona-Zahlen geben weiterhin Anlass zur Sorge. Die Inzidenz steigt zwar nur gering, doch das könnte laut Experten trügerisch sein. Der News-Ticker.

Update vom 4. Dezember, 12.36 Uhr: Die scheidende Kanzlerin Angela Merkel hat sich letztmals während ihrer Amtszeit in ihrem Podcast an die Bürgerinnen und Bürger gewandt. „Wir sind mitten in dieser vierten Pandemiewelle in einer sehr ernsten Lage, in manchen Teilen unseres Landes kann man sie nur dramatisch nennen“, sagte Merkel. Die Regierungschefin bat im Kampf gegen das Coronavirus eindringlich: „Nehmen Sie das tückische Virus ernst.“

Merkel warb um Erst- und Auffrischimpfungen, außerdem verwies die CDU-Politikerin auf „übervolle Intensivstationen“, Schwerkranke, die quer durch Deutschland geflogen werden müssten, und die derzeit „so schrecklich hohe Zahl“ an Menschen, die in Verbindung mit dem Coronavirus zu Tode kommen. „Jeder von ihnen hinterlässt Familien oder Freunde, fassungslos, ratlos, hilflos. Das ist so bitter, weil es vermeidbar wäre“, meinte Merkel. „Mit den wirksamen und sicheren Impfstoffen haben wir den Schlüssel dazu in der Hand.“

Corona in Deutschland: Kanzlerin Merkel dankt der „großen Mehrheit in unserem Land“

Die Bundeskanzlerin dankte zugleich allen Menschen, „die in dieser schweren Zeit vernünftig und verständnisvoll sind“ und sich aus Selbstschutz und Fürsorge für andere an die Regeln hielten. „Sie machen die große Mehrheit in unserem Land aus. Sie zeigen täglich den Bürgersinn, der so wunderbar an unserem Land ist - und ohne den kein Bundeskanzler und keine Regierung etwas erreichen kann.“

Angela Merkel richtete in ihrem letzten Podcast als Kanzlerin einen Corona-Appell an die Bevölkerung.

Update vom 4. Dezember, 12.13 Uhr: In Deutschland haben inzwischen rund 13 Millionen Menschen ihre Booster-Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Nach des Bundesgesundheitsministeriums von Samstag (4. Dezember) wurden einen Tag zuvor insgesamt 896.000 Corona-Impfungen vorgenommen. Darüber hinaus gab das Ministerium bekannt, dass 57,3 Millionen Menschen (68,9 Prozent) über den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze verfügen. Eine erste Corona-Impfung haben unterdessen 59,8 Millionen Menschen oder 71,9 Prozent aller Einwohner bekommen.

Corona in Deutschland: Präsident der Bundesärztekammer fordert kürzere Booster-Pause

Update vom 4. Dezember, 10.07 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat eine Verkürzung der Pause zwischen Corona-Zweitimpfung und Booster-Impfung von sechs auf fünf Monate gefordert. Laut Reinhardt spricht nichts gegen eine solche Maßnahme, „wenn denn wirklich genug Impfstoff zur Verfügung gestellt wird wie versprochen“, sagte der Mediziner der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Das würde für deutlich mehr Tempo sorgen“, ist sich Reinhardt sicher.

Würde man in Deutschland die Frist von sechs Monaten beibehalten, müssten dem Ärztepräsidenten zufolge über zwölf Millionen Menschen noch bis zum 1. Januar auf die Auffrischungsimpfung warten. „Das wäre eine unnötige Bremse“, meinte Reinhardt. Generell hielt er fest, dass die Booster-Impfungen dringend notwendig seien, um die vierte Welle zu brechen. „Je mehr Menschen geboostert sind, desto weniger Impfdurchbrüche und Schwerkranke wird es geben.“

Laut derzeit gültiger Stiko-Empfehlung soll die Booster-Impfung „in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen“. Allerdings wird den Impf-Ärzten schon jetzt Spielraum eingeräumt, den Abstand „im Einzelfall“ auf fünf Monate zu verkürzen oder auch „wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind“.

Corona in Deutschland: Krankenhäuser überlastet – Experten befürchten höhere Zahlen

Erstmeldung vom 4. Dezember, 9.08 Uhr: Berlin – Laut Robert Koch-Institut (RKI)* ist die Sieben-Tage-Inzidenz* in Deutschland erneut leicht angestiegen. Am Samstagmorgen (4. Dezember) gab das RKI an, dass die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 442,7 liegt. Am Freitag (3. Dezember) hatte der Wert bei 442,1 gelegen, eine Woche zuvor bei 444,3 (Vormonat: 183,7).

Deutschlandweit meldeten die Gesundheitsämter dem RKI innerhalb eines Tages insgesamt 64.510 Corona-Neuinfektionen (Quelle: RKI-Dashboards, 4. Dezember, 03.48 Uhr). Vor genau einer Woche waren es 67.125 Ansteckungen. Allerdings gehen Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung aus und geben dies bei der Bewertung des Infektionsgeschehens zu bedenken. Demzufolge kommen Gesundheitsämter und Kliniken mit der Meldung von Corona*-Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne „einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein“, hieß es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend (2. Dezember). Allerdings könnte die Entwicklung „regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein“.

Die Weihnachtsmärkte sind vielerorts geschlossen.

Corona in Deutschland: Zahl der Todesopfer steigt deutlich an

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 378 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 303 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Corona-Pandemie* 6.116.070 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag (3. Dezember) mit 5,52 an (2. Dezember: 5,47).

Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag (4. Dezember) mit 5.058.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102.946. (kh/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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