Germany

Corona-Lage in Deutschland: RKI warnt vor Verspielen von Erfolgen

Lothar Wieler und Jens Spahn am Freitag in Berlin. Bild: dpa

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland aus, wenn auch auf niedrigem Niveau. Deswegen mahnt RKI-Präsident Wieler zur Vorsicht. Der Sommer könnte dennoch gut werden, sagt Gesundheitsminister Spahn.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat vor dem Verspielen von Erfolgen in der Pandemiebekämpfung gewarnt. Durch die ansteckendere Delta-Variante, die bisher auf niedrigem Niveau (rund sechs Prozent) in Deutschland kursiere, könne sich das Virus wieder verbreiten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Es sei nicht die Frage, ob Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland dominiere, sondern wann, ergänzte er.

Vor allem durch Impfen, Masketragen in Innenräumen und Abstandhalten könnten wiedergewonnene Freiheiten aber erhalten bleiben. Bei mangelnder Vorsicht könne das Virus jedoch vor allem Ungeimpfte und erst einmal Geimpfte treffen. „Das dürfen wir einfach nicht riskieren“, sagte Wieler. Das Beispiel Großbritannien zeige bereits, wie fragil Erfolge in der Pandemiebekämpfung sein könnten. Dort war die 7-Tage-Inzidenz innerhalb weniger Wochen wieder von 20 auf 70 gestiegen. Geplante weitere Lockerungen wurden deshalb verschoben.

„Das kann ein guter Sommer werden“

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in Deutschland in sieben Tagen sinkt zur Zeit bundesweit – auf aktuell 10,3. Fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung sei aber noch nicht ausreichend durch Impfungen geschützt, sagte Wieler.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz der entspannteren Corona-Lage für weiter nötige Vorsicht auch in der anstehenden Hauptreisezeit geworben. „Das kann ein guter Sommer werden“, sagte der CDU-Politiker. Es gebe Anlass zur Zuversicht, aber vor allem wenn alle dabei vorsichtig blieben. Auch Spahn verwies auf die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus, die sich auch in Deutschland ausbreite. Dies geschehe auf niedrigem Niveau, aber eben schnell.

Bei den Corona-Impfungen hat nach Angaben von Spahn inzwischen jeder zweite Bundesbürger mindestens eine Spritze bekommen. Stand heute erhielten 41,66 Millionen Menschen oder 50,1 Prozent der Gesamtbevölkerung eine erste Dosis. Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 29,6 Prozent der Bevölkerung.

Masken könnten nun bei gutem Wetter vor allem draußen wegbleiben, sagte der Minister. In Innenräumen und etwa auch in öffentlichen Verkehrsmitteln sei das Masketragen aber weiterhin wichtig, um sich und andere zu schützen. Spahn rief Urlauber dazu auf, das inzwischen flächendeckend verfügbare Netz von Schnellteststellen zu nutzen, um Infektionsketten bei Reiserückkehrern zu durchbrechen.

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