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Corona-Mutante Omikron trifft wohl auch Genesene – Wackelt jetzt die 2G-Regel?

Von: Kai Hartwig

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Eine Frau erhält im Mehrzweckzentrum von Orange Farm (Südafrika) eine Corona-Impfung
Südafrika kämpft gegen die Ausbreitung der Corona-Variante Omikron. © Jerome Delay/dpa

Die Corona-Variante Omikron lässt die Infektionszahlen weltweit steigen. Eine Studie aus Südafrika lässt nun Zweifel an der 2G-Regel aufkommen.

Johannesburg – Die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus wird weltweit mit Sorge beobachtet. Südafrika zählte zu den ersten Ländern, in denen die Omikron-Mutante nachgewiesen wurde. Inzwischen sorgt die neue Variante für einen rapiden Anstieg der Corona-Zahlen auf dem afrikanischen Kontinent.

Am Donnerstag (2. Dezember) gab John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) an, dass in der vergangenen Woche 52.300 Neuinfektionen verzeichnet wurden. Im Vergleich zur Vorwoche stieg der Wert um 105 Prozent.

Besonders Südafrika ist betroffen, allein 31.000 der Neuinfektionen in ganz Afrika entfielen auf das Land. Dabei stellte man bei knapp 80 Prozent aller DNA-sequenzierten Corona-Testergebnisse südafrikanischer Patienten eine Omikron-Infektion fest, erklärte Anne von Gottberg während einer Pressekonferenz. „Es sieht daher so aus, als ob Omikron im Land vorherrscht“, erklärte die Mikrobiologin am Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten in Johannesburg die Ergebnisse einer Omikron-Studie aus Südafrika.

Auch vor Genesenen macht Omikron nicht halt, sie infizieren sich anscheinend erneut mit der Corona-Variante. „Wir glauben, Covid-19 Genesene sind nicht vor einer Neuinfektion mit der Omikron-Variante geschützt“, schilderte von Gottberg. Während der zweiten und dritten Corona-Welle, in denen Beta bzw. Delta die dominierenden Virusvarianten waren, verhielt sich dies etwas anders.

„Bei beiden sahen wir keinen überproportionalen Anstieg von Reinfektionen. Aber mit Omikron sehen wir genau das“, erläuterte die Forscherin die Ergebnisse des südafrikanischen Netzwerks für Genom-Überwachung (NGS-SA). Durch das NGS-SA werden während der Corona-Pandemie Neu- und Reinfektionen in Südafrika registriert und überwacht. „Wir schließen daraus, dass die Bevölkerung anfälliger für Omikron als Delta sein könnte“, befand von Gottberg.

Immerhin gebe es Anzeichen, dass bei geimpften oder reinfizierten Omikron-Patienten der Krankheitsverlauf zumeist keinen schweren Verlauf nimmt. Zudem beruhigte von Gottberg: „Es wird viel über eine mögliche höhere Übertragbarkeit von Omikron diskutiert. Aber ich glaube, diese Variante könnte genauso übertragbar oder ansteckend wie Delta sein.“

Vorsicht ist trotzdem geboten, da Omikron offenbar auch bei Genesenen den Schutzmechanismus umgehen kann. „Die Anfälligkeit der Bevölkerung ist jetzt größer. Bei Delta waren Genesene geschützt. Bei Omikron scheint das nicht der Fall zu sein.“

Dieser Umstand könnte hierzulande auch bei der 2G-Regel zum Problem werden. Bislang zählen Genesene wie Geimpfte zu den Privilegierten, die in Deutschland weniger harte Maßnahmen treffen als ungeimpfte Menschen. Sollten sich die Erkenntnisse aus Südafrika bewahrheiten, muss womöglich die 2G-Regelung komplett überdacht werden. (kh)

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