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Corona-Prognose: Simulator zeigt bittere Zahlen - und den Wendepunkt

Wie schlimm wird die Winterwelle wirklich?

Die Winterwelle kommt - in diesem Jahr aber wohl ohne Lockdowns und Schulschließungen. Warum die Lage trotzdem prekär wird, erklärt eine neue Prognose.

München - Die im vergangenen Jahr bereits gefürchtete Winterwelle des Coronavirus wird auch in diesem Jahr kommen. Bereits in den letzten Wochen stieg die landesweite Inzidenz rasant schnell an, aktuell liegt sie bei 118 Infektionen auf 100.000 Einwohner. Dank des Impfstoffes ist die Lage in diesem Jahr jedoch grundlegend anders.

Trotzdem werden die Intensivstationen in deutschen Krankenhäusern immer voller. Eine aktuelle Prognose von n-tv mit dem Covid-Simulator der Universität des Saarlandes zeigt auch für die kommenden Monate kaum Besserung. Ganz im Gegenteil: Die Inzidenz soll um Weihnachten deutschlandweit bei 250 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegen. Im März wird die Welle dann laut Simulation ihren Höhepunkt erreichen - bei einer Inzidenz von nahezu 500. Danach ist jedoch Besserung in Sicht: Die Kurve flacht ebenso schnell wieder ab, wie sie angestiegen war.

Corona-Prognose bringt düstere Zahlen: Forscher sehen dennoch Hoffnung

Doch die Simulation zeigt dem Bericht nach noch einen weiteren Punkt: Bei den oben erwähnte Berechnungen geht man von einer Impfquote von 69 Prozent bis Mitte Dezember aus. Wenn zum gleichen Zeitpunkt bereits 72 Prozent der Bevölkerung geimpft wären, würde die Welle ihren Höhepunkt bereits Ende Januar erreichen - und der läge dann nur bei 220 Fällen pro 100.000 Einwohnern, nicht bei 500. Auch für die simulierten Zahlen der Intensivpatienten und Todesfälle würden diese drei Prozent eine signifikante Besserung bedeuten.

Dass solche Simulationen nicht immer genau so eintreten, sondern eher den Blick für mögliche Szenarien schärfen sollen, ist den meisten Menschen in den vergangenen eineinhalb Jahren klar geworden. Man kann damit rechnen, dass der Mensch diese Simulationen als unberechenbarer Faktor nochmal massiv verändern wird.

Corona-Prognose für vierte Welle: Das kann die Impfquote bewirken

Im Forschungsbericht „The Winter Dilemma“ von verschiedenen deutschen Wissenschaftlern wird davon ausgegangen, dass der Anstieg an Intensivpatienten die Menschen dazu bewegt, sich selbst zu schützen. Deshalb werden sie, so zumindest die Annahme der Forschenden, ihre Mobilität selbst einschränken - auch ohne neue Lockdowns oder Maßnahmen. Zudem besteht die Hoffnung, dass sich bei einem Anstieg der Intensivpatienten auch bisherige Skeptiker noch impfen lassen.

Da besonders starke Einschränkungen laut den Forschenden kontraproduktiv seien, empfehlen diese einen Mittelweg: Wenige Großveranstaltungen und Masken überall dort tragen, wo es vertretbar sei.

Wie prekär die Lage bei weiter ansteigenden Infektionszahlen gerade in den Krankenhäusern noch werden kann, zeigt die aktuell dramatische Situation in Großbritannien.