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Corona-Studie: Darum löst das Virus eine Entzündungswelle im Körper aus

Forschende untersuchen in einer Studie schwere Entzündungsreaktionen nach einer Corona-Infektion im Körper. (Symbolbild)

Corona-Infektionen können heftige Entzündungen im Körper auslösen und schwere Krankheitsverläufe begünstigen. Fachleute haben untersucht, warum das geschieht.

Kassel – Eine Corona*-Infektion kann ganz unterschiedliche gesundheitliche Folgen haben. Falls aber Menschen an Covid-19 schwer erkranken, kann eine fatale Kettenreaktion an Entzündungen im Körper ausgelöst werden. Forschende haben nun untersucht, was gegen einen solchen Prozess unternommen werden kann.

Es gibt diejenigen, die eine Covid-19-Erkrankung kaum bemerken - andere wiederum leiden unter einem schweren Krankheitsverlauf und müssen im Extremfall in Krankenhäusern invasiv beatmet werden. Laut Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen mehr als 90.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus verstorben (Stand: 16.09.2021).

Aktuelle Studie: Corona-Infektion hat heftige Entzündungen zur Folge

Die verschiedenen Symptome und Krankheitsverläufe beschäftigen die Wissenschaft seit Beginn der Corona-Pandemie. Zudem soll herausgefunden werden, wie sich schwere Erkrankungen künftig abwenden lassen. Darüber berichtet auch Spiegel.de. Dass das Risiko, schwer zu erkranken, mit fortschreitendem Alter steigt, ist bereits bekannt. Eine Studie zeigt außerdem, dass Corona-Symptome stark von der Altersgruppe abhängig sind. Auch bei Corona-Geimpften und Ungeimpften* können sich diese unterscheiden.

Das geschwächte Immunsystem löse bei einer Infektion zudem eine heftige Entzündungsreaktion, einen sogenannten Zytokinsturm, im Körper aus. Dieser begünstige in der Regel einen schwerwiegenden Krankheitsverlauf. Eine veröffentlichte Studie im renommierten Fachmagazin Nature zeigt nun, dass diese Reaktion im Körper lawinenartig abläuft und schlussendlich zu starken Lungenentzündungen führen kann. Laut den Forschenden spielt besonders ein Prozess dabei eine zentrale Rolle, der bereits aus der Krebsforschung bekannt sei: die sogenannte „zelluläre Seneszenz“.

Wie Clemens Schmitt, Direktor des Molekularen Krebsforschungszentrums der Berliner Charité erklärte, handele es sich bei dieser eigentlich um einen Schutzmechanismus des Körpers, der eine Vervielfältigung von infizierten oder alten Zellen verhindere - beispielsweise von Krebszellen. Seneszente Zellen geben jedoch auch entzündungsfördernde Botenstoffe ab, die für weitere Immunreaktionen wichtig seien.

Neue Studie klärt auf: Das passiert im Körper nach einer Corona-Infektion

Bei Corona laufe dieser Prozess allerdings aus dem Ruder und befallene Zellen bringen gleich ganze Entzündungsreaktionen ins Rollen. Laut der Studie beginnt dieser mit einer Infektion der oberen Atemwege Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum. Dringt das Virus in die Schleimhäute vor, begeben sich die Zellen in Seneszenz und teilen sich nicht mehr. Dafür würden aber massenhaft entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet werden, die wiederum sogenannte Makrophagen anlocken. Bei diesen handele es sich um Fresszellen, die defekte und alte Zellen sowie Krankheitserreger erkennen und beseitigen. So gesehen stellen diese die Müllabfuhr des Körpers dar.

Nach einer Corona-Infektion schütten jedoch auch diese Makrophagen eine Menge Entzündungsstoffe aus, wie etwa Zytokine. Diese können in die Lunge gelangen, schließlich Lungenentzündungen hervorrufen oder Blutgefäße verstopfen und somit Mikrothrombosen verursachen. Der Sauerstoffaustausch in der Lunge würde somit behindert.

„Offenbar ist das zelluläre Stressprogramm der Seneszenz ein sehr wichtiger Treiber eines „Entzündungssturms“, der eine Vielzahl charakteristischer Merkmale der Covid-19-Lungenentzündung, wie Gefäßschädigungen oder Mikrothrombosen, maßgeblich verursacht“, erklärte Soyoung Lee, Erstautorin der Studie.

Im Video: Das passiert bei einer Corona-Infektion im Körper

Lungenentzündungen und Thrombosen nach Corona-Infektion - Forschende testen Wirkstoffe

Die Fachleute hoffen, dass sie damit eine wesentliche Erkenntnis erlangt haben und auf Basis dieser eine Therapie für Betroffene entwickelt werden könne. „Die entzündliche Überreaktion frühzeitig mit spezifischen Wirkstoffen zu unterbrechen, hat in unseren Augen großes Potenzial, eine neue Strategie zur Behandlung von Covid-19 zu werden“, erklärt Schmitt laut einer Pressemitteilung.

Vier Wirkstoffe, die seneszente Zellen angreifen, seien bereits getestet worden. All diese hätten in Hamstern und Mäusen die Reaktion des Immunsystems normalisiert und Lungenschäden vorbeugen können. (Alina Schröder) *Hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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