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Corona-Variante: Fälle von Omikron-Infektionen in Europa steigen sprunghaft

Die neue Corona-Variante Omikron ist in Europa auf dem Vormarsch, Dänemark meldet besorgniserregende Zahlen.

Die Zahlen der mit der neuen Omikron-Mutante infizierten Menschen steigt weltweit sprunghaft an. Alleine in Dänemark sind mittlerweile 183 Fälle gemeldet worden. Bei allen vier bisher in Deutschland bekanntgewordenen Fällen handelt es sich um Rückkehrer aus Südafrika, alle vier Personen waren gegen Corona geimpft. In Brasilien haben die Behörden jetzt mit drastischen Schritten reagiert: Die traditionell bombastische Silvesterfeier in Rio de Janeiro wurde bereits abgesagt.

„Wir hören auf die Wissenschaft“, begründete Rios Bürgermeister Eduardo Paes am Samstag seine Entscheidung. „Hoffentlich muss ich nicht auch noch den Karneval absagen, nicht nur wegen der Bedeutung dieses Fests für die Kultur, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Bedeutung für die Stadt und Brasilien.“

Corona: Ungewöhnliches Gen-Material in Omikron-Variante gefunden

Die Forschung an der neuen Omikron-Variante aus Südafrika läuft auf Hochtouren. Aus den USA kommt nun eine Studie, die die Eigenschaften der neuen Corona-Mutante untersucht hat. Sie hat womöglich einen Grund gefunden, warum die neue Variante ansteckender sein könnte als vorangegangene.

Immer mehr Tests in Europa fallen positiv auf die Mutante Omikron aus. (Symbolbild)

Fachleute der Firma Nference, ein Unternehmen aus dem Bundesstaat Massachusetts, das biomedizinische Informationen verarbeitet, fanden in der Omikron-Variante eine Gen-Sequenz, die auch in Viren vorhanden ist, die herkömmliche Erkältungen auslösen. Die Sequenz war bisher vor allem aus dem Coronavirus namens HCoV-229E bekannt. Dieser wiederum löst eine milde Erkältung bei Menschen aus. Die Studie ist bislang noch nicht in Gänze veröffentlicht. Vorab berichtet die New York Times daraus.

Corona - Omikron-Variante: „Noch besser an den menschlichen Wirt angepasst“

Durch diese Gensequenz könnte die neue Omikron-Variante „sich an den menschlichen Wirt noch besser angepasst“ zu haben, sagt  Venky Soundararajan, Bio-Ingenieur und Mitautor der Studie. Die Mischung des genetischen Materials beider Virenstämme dürfte innerhalb eines menschlichen Organismus geschehen sein. Zellen in menschlichen Lungen könnten von beiden Viren befallen sein und diese dort in Austausch geraten.

Bislang noch keine gesicherten Ergebnisse liegen darüber vor, ob die neue Corona-Variante namens Omikron schwerere Krankheitsverläufe auslöst oder nicht. Auch die neue Studie von Nference macht dazu vorab keine Angaben. Allerdings haben die dortigen Fachleute bereits vor kurzem herausgefunden, dass das neuartige Coronavirus ein Protein im menschlichen Körper simuliert. Diese Erkenntnis wiederum hat in der Vergangenheit bereits bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 geholfen.

Weltweit laufen die Forschungen an der Omikron-Variante auf Hochtouren. (Symbolbild)

Corona-Variante Omikron: Mitentdecker geht davon aus, dass sie schon länger existiert

+++ 15.45 Uhr: Im November wurde die Corona-Variante Omikron in Südafrika entdeckt, doch wie neu ist sie wirklich? Einem Mitentdecker zufolge dürften Vorläufer von Omikron schon sehr lange existieren. „Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich eine frühe Form von Omikron schon vor der Entstehung von Alpha und Delta als eigener Virustyp entwickelt“, so Wolfgang Preiser von der Stellenbosch University in der Nähe von Kapstadt gegenüber dpa.

Dieser Virustyp habe sich dann vermutlich über viele Monate weiterentwickelt, ohne aufzufallen, sagte Preiser. „Die Frage ist: Wieso blieb Omikron so lange verborgen und legt erst jetzt los? Fehlten noch ein, zwei Mutationen, um sich schnell verbreiten zu
können?“ Die bislang ältesten bekannten Nachweise der Variante stammen aus der ersten Novemberhälfte.

Omikron-Variante: „Wir sollten vorbereitet und vorsichtig sein“

+++ 11.40 Uhr: „Wir sollten vorbereitet und vorsichtig sein.“ Das rät Soumya Swaminathan, Chefwissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation (WHO), mit Blick auf die neue Omikron-Variante des Corona-Virus‘. Man befände sich nun „in einer ganz anderen Situation als vor einem Jahr“. Damals hatte die Delta-Variante die Corona-Infektionszahlen nach oben getrieben.

Ebenjene Variante sei laut Swaminathan die absolut dominante in der derzeitigen Corona-Welle. „Delta ist für 99 Prozent der Infektionen weltweit verantwortlich. Die [Omikron]-Variante müsste übertragbarer sein und [Delta] überholen. Das ist möglich, aber es ist nicht vorherzusehen“, sagte der WHO-Wissenschaftler gegenüber Aljazeera.

Omikron: Impfstoff gegen Corona-Variante wohl erst in Monaten verfügbar

Die Omikron-Variante bereitet den Fachleuten weiter Sorgen. Unklar ist auch, ob die vorhandenen Corona-Impfstoffe effektiv vor einer Ansteckung mit der Mutante schützen. „Omikron hat viele Änderungen am Spike-Protein, das könnte es den Antikörpern schwerer machen, gegen das Virus vorzugehen“, sagte Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) gegenüber der Rheinischen Post.

Die Entwicklung eines eigenen Impfstoffs gegen die Omikron-Variante nimmt dagegen in Zeit in Anspruch - laut Mertens „drei bis sechs Monate“. Es handele sich nämlich um eine komplexe Anforderung an die Wirkung eines solchen Impfstoffes. „Sie müssen einen Impfstoff kreieren, der gegen Omikron und Delta wirkt, denn noch ist Delta weit verbreitet“, so der Stiko-Chef.

Omikron-Variante breitet sich aus: Zahl der Neuinfektionen in Südafrika steigt

+++ 22.20 Uhr:  In Südafrika schnellt die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus durch die Omikron-Variante weiter in die Höhe. Mit gut 16.000 neu registrierten Infektionen innerhalb von 24 Stunden überschritt das Land am Freitag die Schwelle von insgesamt drei Millionen bestätigten Corona-Fällen seit Beginn der Pandemie. Der derzeit rasante Anstieg geht auf die Verbreitung der in der vergangenen Woche entdeckten Omikron-Variante des Virus zurück.

Die Verbreitung der Omikron-Variante sei der „ultimative Beweis“ für die Gefahr, die von der ungleichen Verteilung von Impfstoffen auf der Welt ausgeht, sagte der Vorsitzende Internationalen Föderation von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond (IFRC), Francesco Rocca. „Wissenschaftler haben die internationale Gemeinschaft wiederholt vor dem Risiko sehr neuer Varianten an Orten mit einer sehr niedrigen Impfrate gewarnt.“

Omikron-Variante: WHO kritisiert „egoistischen Ansatz“ der westlichen Gemeinschaft

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben etwa 65 Prozent der Menschen in den reicheren Ländern mindestens eine Dosis eines Impfstoffs gegen Covid-19 erhalten, während es in den am wenigsten entwickelten Ländern nur sieben Prozent sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte vor diesem Hintergrund etwa dazu aufgerufen, Auffrischungsimpfungen noch nicht allgemein zugänglich zu machen - sondern zuerst in den armen Ländern zu impfen.

„Das ist ein egoistischer Ansatz der westlichen Gemeinschaft und ein wirklich blinder Ansatz“, kritisierte Rocca die Booster-Impfungen. „Es ist unglaublich, dass uns immer noch nicht klar ist, wie stark wir miteinander verbunden sind.“

Corona-Variante Omikron: WHO vermeldet bisher keine Todesfälle

+++ 15.00 Uhr: Der Weltgesundheitsorganisation WHO sind bislang keine Todesfälle infolge einer Infektion mit der Coronavirus-Variante Omikron gemeldet worden. Das teilte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Freitag in Genf mit. Die WHO sammelt demnach die Daten über die Verbreitung der neuen Coronavirus-Variante und wertet sie aus. Er habe aber „noch keine Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit Omikron gesehen“, fügte Lindmeier hinzu.

„Sämtliche Erkenntnisse“ zur Ausbreitung von Omikron würden von der WHO gesammelt, betonte der WHO-Sprecher. Dies werde dazu führen, dass sich das Wissen mit der Zeit erweitere, vor allem wenn die betroffenen Länder gezielt nach der Omikron-Variante suchten. So werde es eine Ansammlung von Wissen, aber „hoffentlich nicht über Todesfälle“ geben.
Die neue Variante war vor gut einer Woche erstmals in Südafrika entdeckt worden. Mittlerweile wurde sie in rund zwei Dutzend Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. Omikron weist im Vergleich zum bisher gängigen Coronavirus 32 Mutationen auf, so dass zu befürchten ist, dass die Variante leichter übertragbar ist.

Die WHO schätzte die Wahrscheinlichkeit, dass sich Omikron weltweit ausbreitet als „erhöht“ ein. Sie hat die Variante bereits als „besorgniserregend“ eingestuft und das Risiko durch Omikron als „sehr hoch“ eingeschätzt.

Corona-Variante Omikron: Infektionen bringen Kleinkinder auf Intensivstationen

+++ 12.00 Uhr: In Südafrika ist nach dem Auftreten der Omikron-Variante die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Kleinkindern nach Angaben von Ärzten deutlich gestiegen. Ob kleine Kinder durch die neue Variante besonders gefährdet sind, sei jedoch noch unklar, erklärten Wissenschaftler und Vertreter der Gesundheitsbehörden am Freitag. „Wir haben einen ziemlich starken Anstieg in allen Altersgruppen festgestellt, insbesondere bei den unter Fünfjährigen“, sagte Wassila Jassat vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) mit Blick auf die Hospitalisierungen. Die Inzidenz bei den unter Fünfjährigen sei nun die zweithöchste nach der Altersgruppe der über 60-Jährigen.

Auch die Zahl der positiv auf Corona getesteten Kinder zwischen zehn und 14 Jahren ist den Experten zufolge gewachsen. Laut Wissenschaftlern könnte dies unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass die Corona-Impfung in Südafrika bislang nicht für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist. Seit dem Nachweis der Omikron-Variante in Südafrika ist die Zahl der Infektionen dort schneller gestiegen als dies in den vorherigen drei Corona-Wellen der Fall war - insbesondere in der Provinz Gauteng mit den Metropolen Johannesburg und Pretoria. Ein erster Infektionsherd war an einer Universität aufgetreten. Von dort breitete sich das Virus rasch unter jungen und anschließend offenbar auch unter älteren Menschen aus.

Corona-Variante Omikron: 2000 Menschen müssen in Quarantäne

+++ 10.30 Uhr: Am Genfersee in der Westschweiz sind etwa 1600 Schülerinnen und Schüler sowie 400 weitere Personen wegen zwei Omikron-Fällen in Quarantäne geschickt worden. Die beiden Fälle an einer internationalen Schule stünden im Zusammenhang mit einem Familienmitglied, das von einer Reise aus Südafrika zurückgekehrt sei, berichteten die Gesundheitsbehörden der Kantone Waadt und Genf am Donnerstagabend. Betroffen sind alle, die sich in Founex, an einem der drei Standorte der Internationalen Schule Genf, aufgehalten haben. Founex liegt etwa 25 Kilometer nördlich von Genf am Genfersee. Die Quarantäne wurde für zehn Tage angeordnet und alle müssen PCR-Tests machen.

Corona-Variante Omikron: Seuchenschutzbehörde mit bitterer Prognose

+++ 8.30 Uhr: Die Seuchenschutzbehörde ECDC rechnet damit, dass Omikron schon bald die vorherrschende Corona-Variante in Europa sein wird. Das berichtet die Tageszeitung Welt. In wenigen Monaten sei das wohl bereits der Fall, hieß es. „Basierend auf mathematischen Modellen gibt es Hinweise darauf, dass Omikron innerhalb der nächsten Monate mehr als die Hälfte aller SARS-CoV-2-Infektionen in der Europäischen Union verursachen könnte“, so eine Erklärung der ECDC.

Der Virologe Hendrik Streeck betonte gegenüber dem TV-Sender Phoenix, dass die Omikron-Variante bislang einen geringen Teil der Corona-Neuinfektionen* ausmache. Die Fallzahlen, inklusive der Delta-Variante, seien derzeit das zentrale Problem, so Streeck: „Kontrollieren wir Delta, kontrollieren wir dadurch auch die Omikron-Variante.“

Omikron-Variante: Corona-Infektionen in Deutschland

Bislang sind in Deutschland nach RKI-Angaben vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt. Bei diesen vier Fällen handele es sich um Reiserückkehrer aus Südafrika. Das Land hatte Mitte vergangener Woche über die Variante informiert. Die vier Menschen seien allesamt geimpft, keiner von ihnen musste bislang zur Behandlung ins Krankenhaus, wie das RKI mitteilte. Alle zeigten nur milde Symptome. Die Angaben beziehen sich laut RKI auf Vorabinformationen, die bis Mittwoch (1.12.) übermittelt wurden.

Bei acht weiteren Fällen in Deutschland bestehe ein Verdacht auf Omikron, diese würden aktuell durch Genomsequenzierung - also dem Auslesen des Virenerbguts - überprüft. Experten gehen jedoch von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus.

Corona-Variante: Omikron-Fälle in Berlin nachgewiesen worden

+++ 14.25 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus ist nun auch in Berlin nachgewiesen worden. Wie ein Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstag sagte, handelt es sich bei dem Patienten um einen Rückkehrer aus Südafrika. Der Verdacht habe sich nach einer Gesamtgenomsequenzierung bestätigt. Welche genauen Auswirkungen die Virusvariante hat, steht noch nicht fest.

In den USA* ist erstmals eine Infektion mit der Coronavirus-Variante Omikron entdeckt worden. Die Variante sei im Bundesstaat Kalifornien bei einer Person entdeckt worden, die am 22. November aus Südafrika zurückgekehrt sei, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mit.

Die Person sei vollständig geimpft, habe milde Symptome, sei in Quarantäne und bereits auf dem Weg der Besserung. Alle engen Kontakte seien kontaktiert und negativ getestet worden. Die Virusprobe sei von der University of California in San Francisco untersucht worden; die CDC habe daraufhin noch einmal bestätigt, dass es sich im die Omikron-Variante handele.

US-Präsident Joe Biden* hatte angesichts der neuen Variante bereits vor einigen Tagen vor übertriebener Angst gewarnt und erneut zum Impfen aufgefordert. Die USA hatten Reisebeschränkungen für Einreisen aus den Ländern des südlichen Afrikas verhängt, Biden hatte aber bereits eingeräumt, dass diese die Ankunft der Variante in den USA «nicht verhindern» könnten.

Corona-Variante Omikron: Sieben weitere bestätigte Fälle in Hessen

+++ Update, 18.38 Uhr:  In Hessen gibt es sieben weitere bestätigte Fälle der Omikron-Variante des Coronavirus. Das teilte das Institut für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Mittwoch mit. „Die Sequenzierungen haben heute bestätigt, dass es sich bei allen sieben Verdachtsfällen um Infektionen mit der Omikron-Variante handelt“, sagte Institutsdirektorin Sandra Ciesek laut Mitteilung.

Damit stieg die Zahl der bestätigten Omikron-Fälle im Bundesland auf acht. Bereits am Sonntag (28.11.2021) war ein erster Fall nachgewiesen worden. „Es ist gut, dass wir in Hessen die Infrastruktur und Expertise haben, um solche Sequenzierung schnell und zuverlässig durchzuführen. Das hilft uns sehr bei der Bewertung der Lage“, wird Sozialminister Kai Klose (Grüne) zitiert.

Corona-Variante Omikron: Biontech-Chef sieht „harte vier Monate“ voraus

Die Corona-Variante Omikron ist weiter auf dem Vormarsch. Bislang haben mindestens elf EU-Staaten das Auftreten der Variante gemeldet. In einem Omikron-Update schrieb die EU-Gesundheitsbehörde ECDC, es gebe bis zum Mittwochmittag 59 erfasste Infizierte. Die in Stockholm ansässige Behörde listete dabei 16 Fälle in den Niederlanden, 14 in Portugal und 9 in Deutschland auf. Gemeldete Fälle in Italien und Dänemark (jeweils 4), Schweden, Österreich (jeweils 3), Belgien, Spanien (jeweils 2), Tschechien (1) sowie eine auf der zu Frankreich zählenden Insel Réunion.

Die EU-Gesundheitsbehörde teilte mit, dass die Mehrheit der aufgezählten Fälle mit Reisen ins südliche Afrika zusammenhängen. Unter diesen Infizierten habe es bislang jedoch keine schweren Krankheitsverläufe oder gar Todesfälle gegeben.

Omikron: Biontech-Chef sieht „harte vier Monate“ voraus

+++ Update, 09.35 Uhr: Den Menschen in Deutschland stehen nach Ansicht von Biontech-Chef Ugur Sahin wegen der vierten Pandemie-Welle noch „harte vier, fünf Monate“ bevor. Aufgrund der kalten Jahreszeit und dem häufigeren Aufenthalt in Räumen sei die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus höher. Wichtig sei es jetzt, Geduld zu haben, die Corona-Verhaltensregeln zu beachten* und sich impfen oder boostern zu lassen, sagte er am Dienstagabend der Presse in Mainz. Dann werde sich die Situation bis zum Frühjahr deutlich entspannen.

Corona-Variante Omikron: Niemand soll die Nerven verlieren

Sahin zeigte sich zuversichtlich, dass Corona-Impfstoffe* auch im Fall von Omikron und folgenden weiteren Virus-Varianten vor schweren Krankheitsverläufen schützen werden. Omikron sei nicht die erste Corona-Variante, die aufgetaucht sei, sagte Sahin in Mainz bei der Verleihung des diesjährigen Preises der türkischen Aydin-Dogan-Stiftung an ihn und seine Frau Özlem Türeci.

Auch solle niemand wegen Omikron die Nerven verlieren, vielmehr gehe es jetzt darum, allen möglichst schnell Auffrischungsimpfungen zu verabreichen, beruhigte Sahin in einem Gespräch mit dem Wall Street Journal weiter. Omikron könne zu mehr Infektionen führen, aber der von Biontech/Pfizer* auf den Markt gebrachte Impfstoff habe auch bei andere Varianten gut gegen schwere Erkrankungen geschützt.
 

Corona-Variante Omikron in Deutschland: „Einige Hundert Fälle könnten es schon sein“

Frankfurt/Berlin – Auch in Deutschland ist die neue Corona-Variante Omikron* bereits vereinzelt festgestellt worden. Jetzt gehen Experten von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus. Der Zeitraum, in dem Reisende das Coronavirus bereits international verbreiteten, betrage sicher Wochen, teilte Oliver Keppler, Vorstand am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München auf dpa-Anfrage mit. „Einige Hundert Fälle können es in Deutschland vielleicht sein.“

Jedoch könne man die aktuellen Infektionszahlen nicht mit Omikron in Verbindung bringen, das sei die Delta-Welle*, betonte Keppler. Er halte eine größere unentdeckte Omikron-Verbreitung in Deutschland für unwahrscheinlich. Am Max von Pettenkofer-Institut waren Omikron-Fälle in Bayern nachgewiesen worden. Die Variante war kurz nach ihrem Bekanntwerden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft worden. Inzwischen haben mehrere Länder weltweit Nachweise gemeldet. Gesamtzahlen für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut bisher nicht.

Corona-Variante Omnicron: RKI veröffentlicht keine Zahlen für Deutschland

„Angesichts der Delta-Infektionsdynamik steht unser Gesundheitssystem in einer Sackgasse ja bereits mit dem Rücken zur Wand“, erklärte Keppler zum möglichen Einfluss der neuen Variante auf die aktuelle Welle. „Nun fährt ein Wagen mit defekter Bremse darauf zu.“ Zwar seien Omikron-Eigenschaften in Hinblick auf Übertragbarkeit, Verminderung der Impfstoff-Effektivität und Krankheitsausprägung noch schwer einzuschätzen. Was bisher bekannt sei, lasse aber eine Verschlechterung der Situation befürchten. Daher bestehe jetzt „höchster Handlungsdruck, die vierte Welle zu brechen“.

Corona-Tests: Keine Aussage über Variante bei Infizierten - PCR-Nachtestungen nötig

Bei der Routine-Überwachung in Deutschland wird von fünf bis zehn Prozent der positiven Corona-Proben das Erbgut genau aufgeschlüsselt. „So würde Omikron auch in Deutschland entdeckt“, erklärte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag. Das RKI informiert in seinen Wochenberichten über Ergebnisse dieser Analysen; dies zeigen stets Daten der Vor-Vorwoche. Begründet wird dies mit der „prozessbedingten langen Dauer bis zur Übermittlung der Sequenzierungsergebnisse an das RKI“.

Corona-Mutanten: Varianten lösen einander ab

Der bisherige Pandemieverlauf hat gezeigt, dass vorherrschende Varianten innerhalb relativ kurzer Zeit von ansteckenderen Mutanten abgelöst werden können. Die Alpha-Variante (B.1.1.7) war einige Tage vor Weihnachten 2020 von Großbritannien* gemeldet worden. In Deutschland wuchs ihr Anteil zu Beginn des Jahres 2021 immer weiter. Sehr schnell lief nach RKI-Daten der Wechsel hin zur in Indien entdeckten Delta-Variante im Sommer ab. Diese befeuert nach den bisherigen Daten die vierte Welle zu über 99 Prozent. (ktho/tu mit AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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