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Darum durfte Omikron nicht „Xi“ heißen

Die neue Corona-Variante Omikron bereitet nicht nur wegen ihrer Ausbreitung, sondern auch wegen des Namens Kopfzerbrechen.

Die UN-Gesundheitsbehörde ist schon vor einiger Zeit dazu übergegangen, neu auftretende Varianten nach und nach anhand des griechischen Alphabets zu benennen. Damit sollte verhindert werden, dass die Orte, an denen die Mutanten erstmals auftreten, als Bezeichnung verwendet und sprachlich an den Pranger gestellt werden.

Vor Omikron wären nun aber noch die Buchstaben Ny und Xi an der Reihe gewesen. Insbesondere in den sozialen Medien war diese Auslassung in den vergangenen Tagen ein Riesenthema. Einige Nutzer witterten gar eine Verschwörung oder Druck auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Vorwurf: Xi sei nur deshalb nicht ausgewählt worden, weil der chinesische Staatschef Xi Jinping heißt und die WHO eine negative Konnotation zwischen dem Virus und der Volksrepublik vermeiden wollte.

Hat die WHO Angst vor China?

Insbesondere in den USA wurde die These schnell ventiliert. Unvergessen ist, dass der abgewählte US-Präsident Donald Trump das Coronavirus hartnäckig als „China-Virus“ klassifizierte. Der republikanische US-Senator Ted Cruz wütete denn auch auf Twitter: „Wenn die WHO so viel Angst vor der Kommunistischen Partei Chinas hat, wie kann man dann darauf vertrauen, dass sie sie beim nächsten Mal zur Rede stellt, wenn sie versucht, eine katastrophale globale Pandemie zu vertuschen?“

Am Samstag dann beugte sich die WHO dem Druck und machte publik, warum sie sich für ebendiese griechischen Buchstaben als Bezeichnung für die Variante B.1.1.529 entschieden hat: Es gehe darum, Missverständnisse und Stigmatisierungen zu vermeiden, hieß es in Genf.

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Ny, das auf Englisch Nu heißt, klinge zu sehr nach „new“ (deutsch: „neu“) und wäre daher missverständlich gewesen, hieß es. Und weiter: „Xi wurde nicht verwendet, weil es ein verbreiteter Nachname ist“, so die WHO. Virus-Bezeichnungen sollten keine ethnischen oder regionalen Gruppen verletzen, argumentierte die UN-Organisation.

Kritiker könnten nun nur noch einwenden: Xi ist zwar in China und in Ländern mit Han-chinesischer Bevölkerung gebräuchlich, aber zumindest in China kein sehr häufiger Name - mit Ausnahme eben jenes sehr bekannten Mannes namens Xi Jinping.