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Der Fall Peng Shuai - Herren-Tennis beteiligt sich nicht am China-Boykott

Der Fall Peng Shuai Herren-Tennisverband beteiligt sich nicht am China-Boykott

Peng Shuai wirft den früheren Vizepräsidenten Zhang Gaoli (75) vor, sie im Jahre 2018 sexuell missbraucht zu haben
Peng Shuai wirft den früheren Vizepräsidenten Zhang Gaoli (75) vor, sie im Jahre 2018 sexuell missbraucht zu habenFoto: Andy Brownbill/AP

Anders als die Damen-Tour WTA will sich der Tennis-Weltverband ITF aufgrund des Falls um Peng Shuai vorerst nicht mit seinen Turnieren aus China zurückziehen.

Die Junioren- und Senioren-Turniere der ITF sollen im Land zunächst weiterlaufen, kündigte ITF-Präsident David Haggerty bei der BBC an: „Wir wollen nicht eine Milliarde Menschen bestrafen“, sagte er zur Begründung.

Die WTA hat aufgrund der Situation am 1. Dezember alle Turniere in China und Hongkong ausgesetzt, obwohl China ein wichtiger Geldgeber ist.

Die Doppel-Siegerin in Wimbledon und bei den French Open war mehr als zwei Wochen lang nicht in der Öffentlichkeit gesehen worden, nachdem sie Anfang November im Onlinedienst Weibo Vergewaltigungsvorwürfe gegen den ranghohen kommunistischen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben hatte.

Peng und Zhang hatten über Jahre eine Beziehung mit vielen Unterbrechungen geführt.

Der Post wurde bald danach gelöscht. Seither äußerten Sportler, Politiker und Menschenrechtler Sorge um das Wohlergehen der Tennisspielerin.

Später war die Chinesin dann – Aufnahmen in staatlichen Medien zufolge – erstmals wieder in der Öffentlichkeit gesehen worden und hatte nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ein Videotelefonat mit dessen Präsident Thomas Bach geführt. Am Donnerstag telefonierte sie erneut mit dem IOC. Die Sportlerin befinde sich offenbar in Sicherheit und es scheine ihr gut zu gehen, „wenn man die schwierige Situation bedenkt, in der sie sich befindet“, teilte der IOC danach mit.

„Als der Dachverband im Tennis unterstützen wir alle Frauenrechte“, sagte Haggerty. „Die Anschuldigungen müssen untersucht werden“, fügte er an. Aber es müsse auch bedacht werden, dass die ITF für die Entwicklung an der Basis verantwortlich sei.