Germany

Der Karlsfelder in Amerika

Trauer um Richard Maurer – Er war über all die Jahre eng mit seiner Heimat verbunden

Es gibt Zufälle, die nachdenklich machen. Am 24. August bekam Ilsa Oberbauer wieder einmal einen Brief von Richard Maurer aus den USA. Genau an diesem Tag ist er gestorben.

Prescott/Karlsfeld – Geboren ist Richard Maurer 1935 als Kind donauschwäbischer Eltern in Neuwerbass, Batschka/Jugoslawien. Im Mai 1945 wurde seine Familie im Vernichtungslager Jarek interniert und war Hunger und Gräueltaten ausgesetzt, wie es in seiner von ihm verfassten Biografie heißt. 1950 gelang die Flucht aus Jugoslawien und sie fanden in Karlsfeld erst in der Krenmoosstraße bei der Familie Schmidt, später in der Hochstraße bei Familie Loibl eine neue Heimat.

Er machte eine Schreinerlehre in Dachau und ging mit seinen Eltern 1955 als 20-Jähriger nach Amerika. Seine erste Frau Käthe starb, mit ihr hat er zwei Töchter, Marlene und Monika.

Er hinterlässt Freunde in Karlsfeld, die sich noch aus der Jugendzeit gerne an ihn erinnern oder ihm erst später begegnet sind. Sie zeichnen ein Bild von einem außergewöhnlichen Menschen. Man muss sich das mal vorstellen: Da wandert ein junger Mann im Jahr 1955 von Karlsfeld nach Amerika aus und zu seinem Tod im Jahr 2021 in Arizona werden in Bayern über ihn Geschichten erzählt, als wäre er nie fort gewesen.

Beim letzten Siedlerfest war Richard Maurer da

„Beim letzten Siedlerfest 2018 war er da. Aber er setzte sich partout nicht in die Kutsche beim Festumzug, wollte keine Extras“, erzählt Ilsa Oberbauer. Und: „Er war ein uriger Typ, ganz griabig“ (für Hochdeutsche: behaglich, lauschig, urgemütlich). „Immer war er gut drauf, wir haben einen Mordsspaß zusammen gehabt“, sagt Marianne Ritthaler vom Vorstand des Heimatmuseums. Seine Ziele habe er in Amerika energisch verfolgt, heißt es.

In den 42 Berufsjahren wurde er ein exzellenter Schreiner, der für die besten Häuser in New York tätig war. Später wohnte er in Prescott im Bundesstaat Arizona. Er war Hobbymaler, zeichnete mit feinstem Pinselstrich, war begeisterter Angler und engagierte sich im Ruhestand ehrenamtlich beim städtischen Heimatmuseum, der Sharlot Mabridth Hall.

Richard Maurer war über all die Jahre mit Karlsfeld verbunden – und umgekehrt. Es gab Telefonate, Briefe und Besuche hin und her. „Er war sehr anhänglich, hat alle drei Wochen angerufen“, sagt Ilsa Oberbauer, Kuratorin des Heimatmuseums, dessen Mitglied er war.

Als das Museum 2003 im Siedlerhaus von 1802 der Familie Freis eröffnet war, gab es eine erste Sonderausstellung mit Bildern von Maurer. Und seitdem schickte er und schickte er. „Er malte alles: Stillleben, jubilierende Frösche, Karikaturen, Blüten, die Wüste, den geliebten Kaktus vor seiner Villa,“ so Oberbauer. Ganze Schubladen davon beherbergt das Heimatmuseum. Im Januar 2022 wird es damit eine Sonderausstellung geben. Aber auch ein Nest von einem Kolibri oder Baumwurzeln verpackte er und sandte es nach Karlsfeld.

Er hielt immer den Kontakt

Auch Johanna Blümel bekam regelmäßig Post von Maurer und hat ebenfalls viele Bilder von ihm. Sie hängen gerahmt in ihrer Wohnung. Aber auch Steine schickte er, und zuletzt schwarze Tomatensamen: „Das wurden prächtige Exemplare.“

Sie und ihre Schwester Magdalena „Leni“ Wenisch sind geborene Freis, stammen von dem Hof, bei dem „der Richard“ jeden Tag die Milch holte. Im Jahr 1975 haben Blümel und ihr Mann Maurer in New York besucht. Aber irgendwann wurde der Briefkontakt weniger. Als Richard Maurer vom Tod ihres Mannes Karls vor zehn Jahren erfuhr, nahm er wieder Kontakt zu ihr auf. „So eine gute Freundschaft war das“, sagt Johanna Blümel. Vor zwei Jahren schrieb er ihr, nach einem Konzertbesuch: „Die Strauss-Waltzer, die geben mir einen Schwung, auch die Bayerische Blasmusik. Habe ja das Tanzen beim Alten Wirt gelernt von der Leni.“ Daran erinnert sie sich allerdings nicht: „Das sagt er immer. Aber ich war ja fünf Jahre älter als er.“ Das muss dann wohl eine andere Tanzlehrerin gewesen sein.

Vor einem Jahr hatte Richard Maurer eine Beinverletzung und musste ins Pflegeheim. Im letzten Brief an „Hannerl“ schrieb er: „Bin noch munter. Werde nicht aufgeben.“ Wenige Wochen später starb Richard Maurer an einem Herzinfarkt.

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