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Der Verlust der Frauen – Team Braun ist die richtige Antwort für die CDU

Die Bundestagswahl haben wir als Union verloren, weil wir die Frauen verloren haben. Klar: Die Zustimmung ist bei beiden Geschlechtern gesunken, und sicher sind die Gründe vielfältig. Dennoch sind die Unterschiede eklatant: Während die Verluste bei den Männern 6 Prozent betragen, sind es bei den Frauen 12 Prozent. Eindeutig: Wir haben die Frauen verloren – und damit die Wahl.

Es wäre zu einfach, das Ergebnis nur damit zu begründen, dass wir bei dieser Wahl keine SpitzenkandidatIN hatten. Sicher, Angela Merkel hat eine große Anhängerschaft bei Frauen: die erste deutsche Bundeskanzlerin, die angesehenste Politikerin der Welt. Viele Wählerinnen sind von ihr als Person überzeugt, schätzen sie und haben deshalb CDU gewählt. Doch gerade weil sie nicht mehr das Bild der CDU prägt, müssen wir uns fragen, welches Bild wir stattdessen vermitteln. Wie wirken wir als CDU auf Frauen? Wie wirken wir, und wie überzeugen wir?

1. In den Strukturen

Wie wirken wir, wenn wir Stand September 2021 in gerade vier von zwölf Regierungen mit Unionsbeteiligung die Gleichstellungsministerin stellen? Wenn wir bei den eigenen Mitgliedern gerade mal 23 Prozent Frauen sind und auch in der Bundestagsfraktion die 46 weiblichen Abgeordneten nicht einmal ein Viertel der Fraktion ausmachen?

Helge Braun sagt: „Glaubwürdigkeit beginnt mit dem eigenen Stil und dem eigenen Handeln. Dass Frauen bei den drei verbliebenen führenden Positionen – Parteivorsitz, Generalsekretär, Fraktionsvorsitz – auf die Stellvertreterrollen verwiesen werden, halte ich für eine moderne Partei der Mitte im Jahr 2022 für unmöglich.“

Sein eigenes Team mit Serap Güler und Nadine Schön zeigt, dass es anders geht. Für uns ist sonnenklar: Das Ergebnis der Struktur- und Satzungskommission muss umgesetzt werden. Dieses beschreibt klare Ziele für mehr Vielfalt in unserer Partei und schlägt auch vor, wie der Weg dahin sein soll. Wir brauchen explizit beides.

Neue Arbeitsstrukturen machen die Union für Frauen mit ihren ganz unterschiedlichsten Lebensentwürfen attraktiv, für alle Frauen in Beruf oder Rente, mit Kindern oder ohne, ehrenamtlich oder in der Pflege von Angehörigen engagiert, alleine oder in Gemeinschaft lebend. Und im Übrigen auch für alle Männer, die Beruf, Kinder, Pflege oder Ehrenamt verbinden wollen.

Klausurtagungen am Sonntag, Ortsverbandssitzungen ohne klares Enddatum, weite Wege zu Besprechungen in Präsenz, das alles macht Parteiarbeit insbesondere für Frauen schwierig. Hier müssen wir besser werden. Ziele erreichen und neue Arbeitsstrukturen etablieren – das geht nur, wenn es von der Parteispitze gefordert und durchgesetzt wird.

2. In den Inhalten

Wie wirken wir, wenn wir als Partei zuerst die Mütterrente als echte Anerkennung der Lebensleistung von Millionen von Frauen erstreiten – und sie anschließend immer wieder als „Rentengeschenke“ abwerten? Wenn Themen wie eine flexible und verlässliche Kinderbetreuung zwar in unserem Wahlprogramm stehen – aber nicht zum Topthema im Wahlkampf gemacht werden?

Steigende Energiepreise treffen vor allem Frauen, die gerade als Witwen mit einem Bruchteil der Rente ihres Mannes auskommen müssen und auf dem Land große, schlecht gedämmte Häuser unterhalten oder in der Stadtwohnung Miete zahlen müssen. Zunehmender Hass und Gewalt im Internet lädt sich vor allem an Frauen ab.

Der tägliche Spagat zwischen Familie, Pflege und Beruf führt gerade bei Frauen zu einer permanenten Belastung. Das alles sind Themen, die gerade aus der Perspektive von Frauen besondere Brisanz entfalten. Wenn wir für diese überzeugende Antworten finden, dann erhöhen wir auch die Glaubwürdigkeit und unsere Wählbarkeit bei Wählerinnen.

3. In der Kultur und im Stil

Inhaltliche Glaubwürdigkeit fängt im Stil an. Wie wirken wir in unseren Ritualen, in der politischen Kultur, im Stil? „Wer behauptet, fair den Ausgleich für unsere Wähler zu suchen, aber intern selbst intrigant, egozentrisch oder illoyal auftritt, wird kein Vertrauen gewinnen. Bürgerlicher Anstand – auch in Niederlagen oder zukünftig in der Opposition – gehört zu unseren Grundpfeilern. Zusammenhalt gelingt nur mit ehrlichem und vertrauensvollem Arbeiten im Team“, das schreibt Helge Braun in seinem Brief an die Mitglieder der CDU. Das sehen wir genauso.

Die Kultur in Unternehmen verändert sich, wird partizipativer, teamorientierter, vernetzter, arbeitsteilig und konstruktiv. Eigenschaften, die eher Frauen zugeschrieben werden. Das sollte auch für Parteiarbeit gelten. Wir bringen uns ein für diese starke Partei der Mitte, die Männer und Frauen gleichermaßen anspricht. Und deshalb unterstützen wir Team Braun.

Dr. Anke Frieling, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

Serap Güler, Mitglied des Deutschen Bundestages und des CDU Bundesvorstandes

Elke Hannack, Mitglied des CDU- und CDA-Bundesvorstandes

Mechthild Heil, Mitglied des Deutschen Bundestages

Katy Hoffmeister, Justizministerin a.D. des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesministerin und ehemalige Vorsitzende der CDU Deutschlands

Karin Maag, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages

Nadine Schön, Mitglied des Deutschen Bundestages

Monica Wüllner, Mitglied des CDU- und CDA-Bundesvorstandes