Die Treppen aus der 3. Etage schafft er schon länger nicht mehr ohne Hilfe. Jetzt musste Detlef Fechner (55, 213 Kilo) zwei Mal von einem Feuerwehrkran transportiert werde. „Nochmal will ich so eine Aktion nicht haben“, sagt der Rentner.

Vor knapp einer Woche rückte die Feuerwehr mit 20 Einsatzkräften an seiner Wohnung in Prenzlauer Berg an. „Die Schmerzen waren zu groß“, sagt der Ex-Sicherheitsmann.

Seit Januar trägt er einen Katheder im Bauch, der alle sechs Wochen gereinigt werden muss. Doch der Urologe sagte den Termin kurzfristig ab, eine andere Praxis fand sich nicht. Seine einzige Rettung – 112!

„Das ist ein Notfalleinsatz, da kommen wir selbstverständlich“, so ein Sprecher der Feuerwehr. Fechner wurde am Kran aus dem 3. Stock geholt. „Zuerst hatte ich ein bisschen Schiss. Aber das lief alles gut.“

Rentner Detlef Fechner (55, oben am Fenster) ist ein echtes Schwergewicht, er wiegt 213 Kilo (Foto: Jörg Bergmann)
Rentner Detlef Fechner (55, oben am Fenster) ist ein echtes Schwergewicht, er wiegt 213 Kilo (Foto: Jörg Bergmann)

Im Gertraudenkrankenhaus wurde sein Katheder gereinigt. Fechner zur B.Z.: „Aber die wollten mich nicht dort behalten. Ein Krankentransport fand sich nicht. Da bin ich wieder mit dem Kran in meine Wohnung gebracht worden.“

Auf die Feuerwehr war erneut Verlass. „Wenn kein anderer kann, dann machen wir es“, so der Behörensprecher. Bezahlt werden die Kosten von der Krankenkasse.

Ein drittes oder gar viertes Mal will Detlef Fechner nicht auf die spektakuläre Hilfe der Behörde angewiesen sein. „Jetzt habe ich sechs Wochen Zeit, mir einen neuen Urologen zu suchen. Vielleicht schaffe ich es, selbst dorthin zu gehen.