Germany

Deutsche Militäreinsätze: Abschiebungsstopp für afghanische Flüchtlinge

Der Rückzug der Alliierten in Afghanistan ist überhastet. Eine neue Fluchtbewegung setzt derzeit ein. Deutschland darf da nicht nur zuschauen.

Der knapp 20-jährige Afghanistan-Krieg gehört nicht zu den ruhmreichen Kapiteln der westlichen Geschichte. Die Intervention nach den verheerenden Anschlägen des 11. Septembers durch die vom damaligen Taliban-Regime unterstützten islamistischen Terroristen mag selbst im Nachhinein unabdingbar gewesen sein. Wie sich aber die Amerikaner – und mit ihnen auch ihre deutschen Verbündeten – aus dem schleichen, ist erbärmlich und verantwortungslos. Jetzt ist das stolze Afghanistan wieder den Mörderbanden der radikal-islamischen Taliban überlassen, die es schon einmal knechteten und zivilisatorisch zurückstießen. Die wenigen vorhandenen Erfolge werden wohl bald wieder zunichte sein. Immerhin haben dafür Tausende von Menschen ihr Leben gelassen, darunter auch 35 Bundeswehrsoldaten.

Trotzdem müssen wir den Blick nach vorne richten. Und das heißt, auch einen Teil der Verantwortung für das Desaster übernehmen. Der Grünen-Chef Robert Habeck hat recht, wenn er einen Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan fordert. Denn die Taliban sind auf dem Vormarsch und kennen keine Gnade gegenüber Menschen, die in den Westen entflohen sind. Und die Sicherheitszonen werden täglich geringer.

Unser Land muss erst recht denen gegenüber großzügig sein, die den Deutschen bei diesem Einsatz geholfen haben. In den Augen der Islamisten sind sie Kollaborateure und Verräter. Für uns sind sie die Hoffnung auf ein besseres und stabileres Afghanistan. Sie den Taliban auszuliefern, käme einem Bruch mit unseren Werten gleich. Selbst auf die Gefahr hin, dass auch einige Unberechtigte die Chance nützen, muss Deutschland den bisherigen Unterstützern des Einsatzes helfen. Das sind wir auch den Gefallenen in diesen 20 Jahren schuldig.

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