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Die Geiselnehmer in Peking haben gewonnen

Was in der Nacht zum Samstag passierte, war faktisch das Ende einer Geiselnahme: China ließ zwei kanadische Geschäftsleute frei, die unter fabrizierten Anschuldigungen festgehalten wurden. Einer war gar zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

Im Gegenzug ließ Kanada die Huawei-Spitzenmanagerin Meng Wanzhou gehen. Sie befand sich in Kanada in Auslieferungshaft, weil ihr in den USA unter anderem Betrug und Verstoß gegen die Iran-Sanktionen vorgeworfen wurde.

Der Gefangenenaustausch ist ein Sieg der Humanität, weil zwei offenbar unschuldige Kanadier freikamen. Gleichzeitig ist er eine Niederlage des Rechtsstaates. Meng, Tochter des Huawei-Gründers, ist einen Deal mit der US-Staatsanwaltschaft eingegangen, der nur deshalb so vorteilhaft für sie ausfiel, weil es erheblichen politischen Druck gab, die Kanadier zu befreien.

Aus dieser drei Jahre andauernden Affäre lassen sich einige Lehren ziehen. Die erste: Politische Geiselnahme funktioniert leider. Deshalb werden wir in Zukunft mehr davon sehen. China reiht sich in die Gruppe von Schurkenstaaten wie etwa Iran oder Nordkorea ein, die immer wieder ausländische Bürger unter vorgetäuschten Anschuldigungen festnehmen, um eigene Leute aus westlicher Haft freizupressen oder politische Druckmittel in die Hand zu bekommen.

Es handelt sich im Falle von China auch keineswegs um einen Einzelfall. Peking hatte 2020 sogar öffentlich gedroht, US-Bürger festzunehmen, falls chinesischen Wissenschaftlern, die der Spionage beschuldigt werden, in den USA der Prozess gemacht würde.

Der Fall der Kanadier sollte vor allem der Wirtschaft eine Lehre sein, die in China, im Iran oder anderswo investiert: Sie läuft Gefahr, unverschuldet zwischen die Fronten zu geraten, wenn es zu Spannungen zwischen ihrem Heimatland und China, dem Iran oder anderen Schurkenstaaten kommt. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der mit einem ruchlosen Unrechtsregime wie China Geschäfte macht.

Der Text stammt aus der WELT AM SONNTAG. Wir liefern Sie Ihnen gern nach Hause.

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