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Dingolshäuser Filiale der VR-Bank nur noch bis Ende Oktober

Noch ist die Filiale der VR-Bank in Dingolshausen geöffnet. Zum 31. Oktober wird sie allerdings dauerhaft geschlossen, worauf bereits Aushänge in der Bank hinweisen. Woran liegt es, dass die VR-Bank bald nicht mehr mit Personal vor Ort sein wird?

Klaus Henneberger, einer der beiden Direktoren der VR-Bank in Gerolzhofen erklärt hierzu: "Es vollzieht sich in der Bankbranche derzeit ein starker Wandel. Die Digitalisierung des Bankgeschäfts nimmt stark zu, die Kundenfrequenz am Schalter nimmt stark ab." Die Coronapandemie habe diesen Trend nochmals verstärkt, macht er auf Anfrage der Main-Post deutlich.

Allgemeine Entwicklung

Diese Entwicklung betreffe alle Bankengruppen und lasse sich zum Beispiel auch daran erkennen, dass sowohl die Postbank, als auch die letzte noch in Gerolzhofen ansässige Privatbank ihre Pforten geschlossen haben oder demnächst schließen werden. "Der durchschnittliche Kunde sieht seinen Bankberater nur noch einmal pro Jahr."

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Die Filiale in Dingolshausen war vor Corona an vier Tagen jeweils für drei Stunden geöffnet. Während der Pandemie war die Filiale dann geschlossen. "Die Frequenz nach Corona ist jetzt sehr gering, so dass sich ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten lässt", betont Klaus Henneberger. Die Kunden aus Dingolshausen und Michelau würden überwiegend die Hauptstelle in Gerolzhofen besuchen. "Der Geldautomat in Dingolshausen wird aber bleiben, ebenso die Warenabteilung".

Für die Kunden entfallen laut Direktor Henneberger lediglich die Servicezeiten in Dingolshausen, "Beratungen werden ja schon seit längerer Zeit in Gerolzhofen durchgeführt". Weiter fügt er an: "Die Kollegin, die bisher in Dingolshausen tätig war, ist auch weiterhin in Gerolzhofen die Ansprechpartnerin für die Kunden".

Schmerzlicher Vorgang

"Die Schließung von Filialen ist natürlich immer ein schmerzlicher Vorgang", gibt Henneberger zu. "Wir haben unsere Vertreter schon mehrfach informiert, dass wir langfristig die beiden Standorte in Gerolzhofen und Unterspiesheim als feste Niederlassungen sehen." Darüber hinaus versuche man aber, zumindest die Geldautomaten in Kolitzheim, Dingolshausen und Donnersdorf - so lange dies möglich ist - für die Kunden zu erhalten.

Dingolshausens Bürgermeisterin Nicole Weissenseel-Brendler findet, dass durch die Schließung der Bankfiliale das Dorf "ein Stück Infrastruktur verliert". Nach dem Wegfall des Sparkassen-Busses der Sparkasse sei nun die Filiale der VR-Bank an der Reihe. "Besonders schade ist es für die Bürger, die kein Fahrzeug haben", so Weissenseel-Brendler. "Es wird alles zentralisiert. Und die sozialen Aspekte für einen lebenswerten Ort geraten leider Gottes immer mehr in den Hintergrund", macht sie deutlich. Dankesworte "für die gute Zusammenarbeit mit der VR-Bank" findet die Bürgermeisterin aber trotzdem. Und sie hofft auch weiterhin auf eine "weitere gute Zusammenarbeit".

Der Lauf der Zeit

"Ich nutze nur den Geldautomaten, daher betrifft mich die Schließung der Filiale nicht", macht Michaela Biegner aus Dingolshausen deutlich. Und der Dingolshäuser Ernst Greb meint: "Leider ist es der Lauf der Zeit, dass alles zentralisiert wird." Und er fügt ironisch an: "Bald kommt wahrscheinlich die VR-Bank in Unterspiesheim dran". Timo Geißler (ebenfalls Dingolshausen) tun die "älteren Menschen leid, da deren Möglichkeiten dann noch weiter begrenzt sind".