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Doppelpacker Steinhart nach 3:0 gegen Lautern: „So wie wir momentan drauf sind, ist alles möglich“

Cooler Vollstrecker: Doppeltorschütze Phillipp Steinhart.

Traumspieltag für den TSV 1860: Furioser 3:0-Heimsieg gegen Lautern - und alle drei Mitbewerber im Aufstiegskampf spielen unentschieden. Der Lohn: Platz 3.

Kurz kratzte sich Michael Köllner am Bart, als Phillipp Steinhart mit seinem Tor zum 3:0 für die Vorentscheidung gesorgt hatte (69.). Petra Freitag, die Lebensgefährtin des Löwen-Trainers, wusste in diesem Moment: Nichts wird’s mit der Rückverwandlung ihres Lieblings in den Vor-Almöhi-Zustand, im Gegenteil: Köllners Playoffbart feiert heute ein kleines, aber passendes Jubiläum (60 Tage). Schuld daran ist ein bärenstarker Auftritt der Löwen, die Köllner nach Lage der Dinge einem weißblauen Happy-End entgegen coacht. Durch den hochverdienten bei zwei Unentschieden der Konkurrenz hat 1860 den FC Ingolstadt auf Platz vier verdrängt und sich bis auf zwei Punkte an Dresden und Rostock herangepirscht. „Es war kein Spiel auf Augenhöhe“, analysierte Köllner hart, aber korrekt: „Wir haben griffig gespielt, beharrlich unser Spiel durchgezogen und 3:0 gewonnen. Job erfüllt.“

München auf dem Weg zurück in die Normalität? Eine Stunde vor dem Anpfiff in Giesing wirkte es so. Löwen-Fans in Westkurven-Stärke waren auf den Straßen rund ums Grünwalder Stadion unterwegs und standen fahnenbewehrt Spalier, als der Bus mit den Profis vorfuhr – Volksfeststimmung wie in grauen Vor-Corona-Zeiten. Die Polizei war mit einigen Hundertschaften vertreten, hatte aber keinen ernsthaften Grund einzugreifen. „Beeindruckend, was die Fans vor dem Spiel gezeigt haben“, schwärmte Köllner.

Köllner schwärmt von der Spalierparty der Löwen-Fans

Ähnliche Präsenz wie ihre Fans legten die Fußballer aus der Hausnummer 114 dann auch im Spiel an den Tag. Die eigentlich formstarken Pfälzer sahen sich vom Anpfiff weg in die eigene Hälfte gedrückt, hatten aber anfangs noch Glück, dass die hoch anlaufenden Gastgeber genau das nicht hatten: Glück. Bei der ersten Chance des Spiels zauderte Erik Tallig zu lange, bei der zweiten nach neun Minuten wurde Stephan Salger am Trikot gezupft, doch auf den Pfiff des Schiedsrichters wartete die 1860-Delegation vergeblich. „Ein glasklarer Elfmeter“, klagte Co-Trainer Oliver Beer im Halbzeitinterview von MagentaSport.

Dass Beer seine Beschwerde ohne wutbebendes Tremolo in der Stimme vortrug, lag an einem Konter aus dem Lehrbuch, den die Löwen nach etwas mehr als einer halben Stunde ins Ziel brachten. Das war passiert: Eckball Lautern, Greilinger, der für Wein spielte, köpfte den Ball zu Biankadi, der mit einem perfekt getimten Pass Richard Neudecker auf die Reise schickte. Einen besseren Adressaten hätte der Rechtsaußen kaum finden können. Der seit Wochen überragende Neudecker marschierte ein paar Meter, ließ sich auch von Bewacher Sessa nicht irritieren und lupfte die Kugel aus 16 Metern mit ganz viel Gefühl zum 1:0 ins Netz.

Verdienter kann eine Führung kaum sein. Und das Beste aus Sicht der Fans: 1860 blieb auch nach der Pause am Drücker und machte durch zwei Steinhart-Tore (Elfer nach Foul an Mölders, abgefälschter Linksschuss) frühzeitig alles klar. Der Held der zweiten Halbzeit war es dann auch, der vor dem Endspurt gegen Wehen, Bayern II und Ingolstadt eine kleine Ansage wagte: „Das sind drei Bretter, aber so wie wir momentan drauf sind, ist alles möglich.“ Auch Zweitligaspiele in der Partyhochburg Giesing.

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