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Drei Szenarien - Was passiert nach 18 Uhr mit der CDU?

Keiner will drüber sprechen, aber alle in der Union fragen sich: Was passiert mit CDU und CSU noch am Wahlabend?

Denn: Kanzlerkandidat Armin Laschet (60, CDU) und CSU-Primus Markus Söder (54) wollen auf den letzten Wahlkampf-Metern nur über ein einziges Szenario sprechen: den Sieg bei der Bundestagswahl, die Erhaltung der 16-jährigen Serie als Nummer 1 in Deutschland.

Kein Partei-Optimismus, sondern politisches Kalkül: Die Union will vor der Wahl am Sonntag jede Diskussion über die Zeit nach der Wahl verhindern. Denn die könnte die Umfrage-Schwäche noch einmal befeuern!

„Denn auch Laschets politisches Schicksal ist von dem Ergebnis der Wahl abhängig“, sagt ein Bundesvorstandsmitglied.

Derzeit werden in der Union deshalb drei Szenarien diskutiert - auch wenn sich in dieser heiklen Phase des Wahlkampfes niemand offen äußern will.

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Sollte die Union doch stärkste Kraft werden, wird ein Umsturz in der CDU wohl ausbleiben - trotz der Unzufriedenheit einiger Unions-Politiker mit Laschet und dem Kurs der Partei.

„Oberste Pflicht ist dann die Regierungsbildung“, sagt ein CDU-Bundesvorstandsmitglied. Die Besetzung des Kanzleramtes stehe über allem. Also muss der Spitzenkandidat gestärkt werden.

Selbst, wenn das Wahlergebnis weniger als 30 Prozent betragen sollte, was früher als Desaster gegolten hätte!

Das bedeutet, dass Laschet am Montag nach der Wahl von den Gremien von CDU und CSU Rückendeckung bekommen dürfte. Am Dienstag könnte Laschet dann auf der ersten Sitzung der neuen Unions-Bundestagsfraktion zum Fraktionschef gewählt werden, heißt es.

Denn er müsse dann für beginnende Sondierungen und Koalitionsverhandlungen gestärkt werden.

▶ Eine Neuwahl in der Fraktion könnte es dann geben, wenn Laschet wirklich eine Regierung zustande bringen und Kanzler würde.

▶ Alternativ wird diskutiert, dass der bisherige Unions-Fraktionschef Brinkhaus zunächst für ein Jahr im Amt bleiben könnte. Er gilt als Laschet-Unterstützer, der sich dann auch um seine Nachfolge in Nordrhein-Westfalen kümmern könnte.

Fraglich ist, ob Gesundheitsminister Jens Spahn, Norbert Röttgen oder Friedrich Merz für den Fraktionsvorsitz kandidieren könnten - was einen internen Konflikt auslösen dürfte.

Doch was passiert bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen? Dann würden verschiedene Interessen aufeinanderprallen, heißt es in Fraktionskreisen:

Die Hoffnung, doch noch den Kanzler stellen zu können, persönliche Ambitionen einiger Beteiligter sowie der Wunsch nach einer Abrechnung. „Es ist völlig unklar, was dann passiert“, heißt es in verschiedenen Flügeln der Partei.

Vor allem im Laschet-Lager wird betont, dass man den CDU-Chef in so einer Situation auf keinen Fall schwächen dürfe, solange es noch die Aussicht auf eine Regierungsbeteiligung gebe.

In der CSU sieht man das allerdings anders. Es fehle Laschet die Fantasie, wie die Union als Zweitplatzierte eine Regierung stellen solle, hatte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt am Montag gesagt.

Möglich wäre, dass man Laschet zumindest für einen Übergangszeitraum bis zur Bildung einer Regierung entweder durch SPD oder Union in der Führungsposition lässt.

App-Nutzer finden die aktuellsten Umfragen hier.

Aber dabei dürften dann auch die Unions-Granden aus den Ländern mitdiskutieren: Ganz unabhängig von der Bundesebene müssen sie entscheiden, was für ihre eigenen Wiederwahlchancen bei den Landtagswahlen 2022 unter anderem in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sowie 2023 in Bayern und Hessen besser wäre - ein schneller Neuanfang in der Opposition oder eine Hängepartie mit Regierungsaussicht.

„Wenn das passiert, bleibt kein Stein auf dem anderen in der Union“, prophezeit ein Unions-Stratege.

In diesem Fall wird erwartet, dass etwa die Unterstützer von CSU-Chef Markus Söder losschlagen - und die Laschet-Unterstützer wiederum der CSU eine Hauptschuld an der Niederlage geben.

▶ Am Dienstag ergab eine Civey-Umfrage der „Augsburger Allgemeinen“, dass 66 Prozent der befragten Bundesbürger keine ausreichende Unterstützung Söders für Laschet sehen.

Laschet sei im Falle einer Niederlage aber sofort weg von der politischen Führung, heißt es in der Partei.

Was auch die Frage eines Nachfolgers an der CDU-Spitze aufwerfe: Die erste Sitzung der somit deutlich kleineren neuen CDU/CSU-Bundestagsfraktion dürfte dann ein offener Schlagabtausch werden - mit möglicherweise mehreren Kandidaten für den Fraktionsvorsitz.

Die Union dürfte dann so sehr mit sich selbst beschäftigt sein, dass sie als möglicher Koalitionspartner ohnehin nicht mehr infrage komme, heißt es auch in der FDP.

Bleibt die Frage nach der Zukunft Laschets, der nur über die NRW-Landesliste in den Bundestag einziehen kann.

In der NRW-CDU gibt es zumindest Überlegungen, ob man den CDU-Chef bei einem respektablen Ergebnis nicht doch bewegen könnte, bei der NRW-Wahl 2022 wieder zu kandidieren. Laschet hat aber selbst betont, dass es für ihn in keinem Fall eine Rückfahrtkarte nach Düsseldorf geben würde!

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