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Drogenszene in Köln: Das sagt Reker zu den dreisten Dealern vom Neumarkt

Köln -

Über Wochen haben Reporter des „Kölner Stadt-Anzeiger“ die ausufernde Drogenszene auf dem Neumarkt beobachtet. Die verdeckte Recherche legt offen, wie dreist die Dealer vorgehen. Was sagt Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu den Rechercheergebnissen?

Wie bewerten Sie im Hinblick auf die Drogenszene die Situation am Neumarkt?

Reker: Ich will die Situation nicht schönreden. Wir erleben auf einem zentralen Platz in unserer Stadt, wie gedealt wird und offen Drogen konsumiert werden. In den vergangenen Monaten, als während des Lockdowns nur wenige Menschen den Neumarkt genutzt haben, wurde der Platz offensichtlich von denjenigen „erobert“, die jetzt das Bild bestimmen. Die Situation, wie wir sie nun erleben, ist nicht hinnehmbar. Es besteht ohne jeden Zweifel dringender Handlungsbedarf, die Probleme, die durch Drogenkonsum und Obdachlosigkeit entstehen, werden wir aber nicht kurzfristig lösen können.

Nach unseren Recherchen werden die Dealer immer dreister. Teilen sie diese Einschätzung?

Oftmals sind Dealer ebenfalls Abhängige, die durch das Dealen den eigenen Konsum finanzieren. Sie konnten ihrem „Geschäft“ monatelang nahezu unbeobachtet nachgehen, als der Neumarkt – sonst wichtiger Verkehrsknotenpunkt und stark frequentiert – weitgehend menschenleer war. Die Hemmschwelle der Dealer, unter den Augen der Öffentlichkeit Straftaten zu begehen, scheint jedenfalls deutlich niedriger zu sein als vor der Corona-Pandemie.

Was muss getan werden, um die Situation zu entschärfen?

Es gibt in Köln eine große Anzahl schwerstabhängiger Menschen, die immer irgendwo sichtbar sein werden. Wir müssen ihnen helfen und versuchen, sie dazu zu bringen, das bestehende Hilfsangebot anzunehmen. Gleichzeitig dürfen wir nicht zulassen, dass ein zentraler Platz in unserer Stadt so vermüllt und von der Drogenszene vereinnahmt wird, dass ein Aufenthalt dort für die meisten Kölnerinnen und Kölner unvorstellbar wird.

Wir brauchen ein Maßnahmenbündel, das zur Entschärfung der Situation beiträgt. Hier müssen alle Akteurinnen und Akteure an einem Strang ziehen. Den Neumarkt gestalterisch und durch Veranstaltungen aufzuwerten, ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Zudem wollen wir kurzfristig eine Anlaufstelle auf der Platzfläche einrichten, wo Ordnungskräfte Präsenz zeigen.

Stadt und KVB werden zudem vor Ort mit Kümmerern im Einsatz sein, die Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger sind, schwierige Situationen auflösen und Hilfen vermitteln. Zudem werden wir konsequent für ein sauberes Erscheinungsbild sorgen. Wir haben deshalb bereits Intensivreinigungen veranlasst und werden hier, wenn es nötig ist, noch einmal nachlegen.

Ich bin sehr froh, dass die AG Neumarkt mit der Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt, der IG Neumarkt, der KVB, AWB und der Stadtverwaltung in einem aufwendigen Beteiligungsverfahren Ideen entwickelt und dass diese Maßnahmen jetzt nach und nach umgesetzt werden.

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