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DuMont setzt auf digitale Diversifikation: „Schnelle und Mutige machen das Geschäft“

Köln -

Die Gothaer Versicherung hat ihren Hauptsitz in Köln – und ist mit 201 Jahren ebenso ein Traditionsunternehmen wie DuMont, das dieses Jahr sein 401. Jubiläum feiern kann. Wenn es um einen effektiven Social-Media-Auftritt geht, haben beide eine weitere Gemeinsamkeit: Hier vertraut die Gothaer der Expertise von Upljft, einem Tochterunternehmen DuMonts aus dem Geschäftsfeld Marketing Technology. Eines von vielen Beispielen, das zeigt, wie DuMont jenseits des regionalen Zeitungsgeschäfts in weiteren wichtigen Marktbereichen aktiv ist.

„Alle drei Geschäftsfelder von DuMont spielen eine wichtige Rolle und sichern gemeinsam die erfolgreiche Zukunft unseres Hauses“, sagt DuMont-Chef Dr. Christoph Bauer. Er kam im Oktober 2013 als erster externer CEO in der Unternehmensgeschichte. Sein Ziel: Aus DuMont ein vorwiegend digitales, wachsendes Unternehmen zu formen.

Grafik Bauer

Bauer sanierte zunächst das schwächelnde Zeitungsgeschäft. In einem zweiten Schritt wurden mittels Produktinnovationen, eigenen Gründungen und Zukäufen zwei neue Geschäftsfelder aufgebaut: Der Bereich Business Information, der auf die Veredelung von Daten und Umsetzung von Regulatorik spezialisiert ist. Und der komplett neue Geschäftsbereich Marketing Technology, der inzwischen bei DuMont als UNITED Marketing Technologies firmiert.

Schlanke Strukturen

Der Neuausrichtung folgte konsequent auch eine neue Struktur: Inzwischen agiert DuMont als eine Gruppe von eigenständigen Unternehmen, „mit schlanken Strukturen, schnelleren Entscheidungswegen und viel Gestaltungsraum für Innovation und unternehmerische Kreativität“, so Bauer. Das ist für ihn umso wichtiger, als DuMont weiter gezielt in zukunftsweisende Bereiche investiert. Die Nachfrage auf dem Markt ist hoch. „Wir profitieren davon, dass Unternehmen ihren Vertrieb und ihre Kundenansprache digital skalieren möchten – auch und gerade in Zeiten der Pandemie“, sagt Bauer.

So etwa auch beim US-amerikanischen Auktionshaus Christie’s. Das Traditionshaus versendet dank der Technologie der DuMont-Tochter censhare neuerdings individualisierte Newsletter zu anstehenden Versteigerungen – perfekt angepasst an die Sammelleidenschaft der einzelnen Kunden. Aber auch wer sich einfach nur im Netz für ein Haushaltsgerät von Bosch oder Siemens interessiert, findet dank censhare passende Informationen: Vom Produktdatenblatt bis zur Bedienungsanleitung ist alles in wenigen Sekunden und in der bevorzugten Sprache verfügbar. Ein weiterer Vorteil ist die Zeitersparnis: So reduzierte etwa ein Versandhändler die Produktion seines Katalogs von sechs Wochen auf fünf Tage, da mit Hilfe der censhare-Software alle notwendigen Informationen und Bilder erstmals zentral verwaltet werden konnten.

„Wir sorgen auch dafür, dass Unternehmen ihre Kunden nie wieder aus den Augen verlieren“, verspricht censhare-Chefin Esther Donatz. Wer heute eine Küche für 2500 Euro kaufe, wolle in 15 Jahren vielleicht eine für 10 000 Euro kaufen – von einer anderen Marke desselben Konzerns. Die censhare-Systeme helfen dabei, diesen Kontakt über die gesamte Zeit zu pflegen. Mit rund 450 Mitarbeitenden in acht Ländern wachsen die Umsätze und der Beitrag zum Ergebnis von UNITED Jahr für Jahr kontinuierlich an.

401

401 Jahre – „It’s always day one“.

Ein weiteres Standbein, das Unternehmen Facelift, ist der führende europäische Anbieter für Social-Media-Marketing-Publishing. „Durch die Vielzahl an Plattformen, Log-ins, Usern und Daten ist erfolgreiches Social-Media-Marketing heute nur durch den Einsatz von Software möglich“, sagt Daniel Oliver Augsten, Chef von Facelift. Daher arbeitet das Technologieunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten in Europa daran, Marken, Agenturen sowie dem öffentlichen Sektor mit der so genannten Facelift Cloud eine innovative Rundumlösung mit „höchsten, regionalen Datenschutzanforderungen“ bereitzustellen, so Augsten weiter.

Ein langjähriger Kunde von Facelift ist zum Beispiel der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI). Die Versicherungsgesellschaft mit Sitz in Deutschland agiert unter dem Dach des Talanx-Konzerns, Deutschlands drittgrößter Versicherungsgruppe. Mit Hilfe der „Social Share-App“ von Facelift konnte der HDI seine relevante Social-Media-Reichweite signifikant erhöhen – und damit zahlreiche Neukunden gewinnen. Wichtig war dabei auch, dass Vertriebspartner durch die Skalierung der gemeinsam entwickelten Applikation einfach zu Markenbotschaftern werden.

Für DuMont-CEO Christoph Bauer spielen Kostensynergien unter den einzelnen Firmen keine nennenswerte Rolle, dafür ist der Wissenstransfer unter dem Dach von DuMont von zentraler Bedeutung: „Wir konzentrieren uns nicht auf interne Kosteneinsparungen, sondern auf die Kundenbedürfnisse, das Produkt und vor allem auf die Kombination des Wissens unserer Talente in den verschiedenen Unternehmensbereichen.“ Die Selbstständigkeit der einzelnen Tochterunternehmen wird aktiv gefördert. Auf Gruppenebene bietet sich aber die Möglichkeit, Erfahrungen zu technologischen Trends, dem Wettbewerb um Talente oder zu Kundenbedürfnissen in sogenannten Circles aktiv auszutauschen und zu gestalten. Denn sonst drohe die Gefahr, sich zu sehr mit sich selbst zu beschäftigen. „Wir wollen die Digitalisierung am Markt, bei den Kunden begleiten und uns nicht durch interne Abstimmungsketten verlangsamen“, erklärt Bauer. „Schnelle und Mutige machen das Geschäft.“ Ein weiteres Beispiel, wie das aussehen kann, liefert auch der Geschäftsbereich Business Information. So sind Finanzhäuser gesetzlich dazu verpflichtet, gewisse Informationen über ihre Kunden und potenziellen Geschäftspartner einzuholen, etwa um Geldwäsche ausschließen zu können. Valide Daten über Unternehmen und Einzelpersonen sind dazu entscheidend – und diese liefert Validatis.

„Wir haben das Geschäft wie ein Start-up ganz neu aufgebaut“, sagt Jörg Mertens, Geschäftsführer von DuMont Business Information. Unternehmen wie Banken, Wirtschaftsprüfer oder Kunsthändler, die zur Geldwäscheprüfung verpflichtet sind, setzen jetzt diese Dienstleistung ein. Sie bekommen dadurch ein klares Bild, unter wessen Eigentum oder Kontrolle ein Vertragspartner letztlich steht.

Auch andere Dienstleistungen aus diesem Bereich haben wenig mit dem angestaubten Image eines Fachverlags gemeinsam. Reguvis und der Deutsche Auftragsdienst (DTAD) bieten mittlerweile vor allem digitale Workflow-Lösungen und Datendienste an. So macht es Reguvis möglich, dass Unternehmen digital dokumentieren, welche Rechtsnormen sie auf welchem Wege einhalten müssen. „Statt nur die bloßen Vorgaben zu ermitteln, binden wir unsere Infos mehr und mehr in digitale Arbeitsabläufe ein. Das schafft maximale Sicherheit und Transparenz, zum Beispiel auch für externe Prüfer“, sagt Mertens. Das Ergebnis: Fast zwei Drittel der Umsätze erwirtschaftet Reguvis mittlerweile digital.

Ein weiterer wichtiger Service: Der DTAD bereitet mit seiner Online-Plattform im Auftragsmanagement relevante Daten zu öffentlichen und privaten Ausschreibungen so auf, dass Firmen sie in der Kundenakquise leicht einsetzen können. Viele der Informationen sind zwar auch kostenfrei öffentlich zugänglich, liegen aber nicht vergleichbar und strukturiert vor – das übernimmt der DTAD. Das Besondere: Es werden auch potenzielle Aufträge identifiziert. Eine Bezirksvertretung diskutiert über den Umbau einer Straße? Als möglicher Auftrag wird dieses Bauprojekt in die Datenbanken aufgenommen – die Kunden können per Abo auf die Informationen zugreifen.

Zukunftsfähig durch Digitalisierung

Was bedeutet die Vielzahl der unterschiedlichen Geschäfte nun für das Medien- und Technologiehaus DuMont? Auf jeden Fall, dass die Abo-Modelle in Summe wichtiger werden. Das umfasst sowohl Geschäftskunden, die Angebote wie Software- (SaaS – Software as a Service) und Datendienste (Data as a Service) regelmäßig buchen, also auch die digitalen Abonnements journalistischer Erzeugnisse wie die des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Von einigen verlustreichen Zeitungstiteln hatte sich DuMont in den vergangenen Jahren getrennt, um sich auf „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Express“ und deren digitale Zukunft zu fokussieren. „Wir beschleunigen bei den Medien die Digitalisierung und bleiben so zukunftsfähig“, sagt „Kölner Stadt-Anzeiger Medien“-CEO Thomas Schultz-Homberg. Christoph Bauer sieht durch den Aufbau der drei Geschäftsbereiche nach sieben Jahren Transformation ein Fundament gelegt. „Wir sind nun breit aufgestellt, um das Motto unserer #401-Initiative erfolgreich in die Zukunft zu tragen: Die Kunst, sich immer wieder neu zu erfinden.“