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"Dynamische Lage": Landrat stellt Haushaltsentwurf für 2022 vor

Landrat Christoph Schauder hat im Rahmen der vergangenen Kreistagssitzung in Bad Mergentheim den Verwaltungsentwurf des Haushalts 2022 eingebracht. Dieser ist deutlich von den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie, den Kostensteigerungen im Bausektor aufgrund der Rohstoffknappheit und dem Anstieg der Energiepreise geprägt. Außerdem spiegelt sich darin die sehr dynamische Lage im Sozialetat wider. Das schreibt das Landratsamt Main-Tauber-Kreis in einer Pressemitteilung.

"Ich stehe dafür, auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten zielstrebig und mutig in die Zukunftsfähigkeit des Kreises zu investieren. Allerdings ist hier Augenmaß erforderlich. Die Leistungsfähigkeit des Kreises und die seiner 18 Städte und Gemeinden muss langfristig gewährleistet sein", habe Landrat Schauder in seiner Rede gesagt. Der Schwerpunkt der Ausgaben liegt laut Pressemitteilung ganz klar im Sozialetat. Außerdem habe der Landrat die Digitalisierung, den Digitalpakt Schulen, das Programm zur Sanierung von Fahrbahndecken auf Kreisstraßen, den ÖPNV, den Klimaschutz sowie die Bauunterhaltung herausgestellt.

Geändertes Wohn- und Arbeitsverhalten

Bei den geplanten Investitionen für das Jahr 2022 habe der Landrat deutlich gemacht, dass sich durch die Corona-Pandemie das Wohn- und Arbeitsverhalten in der Gesellschaft geändert habe und auch in den nächsten Jahren weiterhin ändern werde. Der Trend zum Wegzug in die großen Städte sei gebrochen, für die ländlichen Räume ergäben sich daraus neue Chancen. Deshalb sei der Landkreis gut beraten, weiter in seine Zukunftsfähigkeit zu investieren. Aus diesem Grund möchte die Verwaltung nicht das sprichwörtliche Rasenmäherprinzip walten lassen, da dieses laut Schauder Gift für die weitere Entwicklung des Kreises wäre. Vielmehr solle die Liquidität eingesetzt werden, soweit haushaltsrechtlich vertretbar, um Investitionen mit Augenmaß zu ermöglichen, heißt es im Schreiben an die Presse.

Der vorgelegte Haushaltsentwurf für das Jahr 2022 enthält laut Mitteilung ein nicht ausgeglichenes negatives Ergebnis von rund 4,97 Millionen Euro. Er sehe vor, die Kreisumlage um einen Punkt auf 30 Prozent zu erhöhen. Hierdurch solle sichergestellt werden, dass die Steigerungen im Sozialetat aufgefangen und die Tilgungen erwirtschaftet werden können. Außerdem sollen ausreichend Eigenmittel für die geplanten Investitionen erzielt werden. Vor allem die Steigerungen im Sozialtat werden nach den Worten des Landrats in den nächsten Jahren deutlich spürbar sein, und die Lage werde weiterhin dynamisch bleiben. Aus diesem Grund sei auch im mittelfristigen Finanzplanungszeitraum der Jahre 2023 bis 2025 mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen.

Investieren in Schulzentrum und Straßenmeisterei

Der Haushaltsentwurf inklusive Wirtschaftsplan des AWMT sieht ein Volumen von rund 227 Millionen Euro vor, heißt es weiter. Für das Jahr 2022 seien keine Kreditaufnahmen geplant. Durch die Tilgungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro werde es zu einem Schuldenabbau kommen. Zum Ende des Jahres 2022 sei ein Schuldenstand von rund 25 Millionen Euro vorgesehen. Es sollen Investitionen von rund 23 Millionen Euro getätigt werden. Diese werden in Höhe von rund 13 Millionen Euro aus Eigenmitteln und in Höhe von rund zehn Millionen Euro aus Zuweisungen finanziert. Die Schwerpunkte dieser Investitionen lägen im kommenden Jahr beim Beruflichen Schulzentrum Wertheim sowie beim Neubau der Straßenmeisterei Külsheim.

"Mit der moderaten Erhöhung der Kreisumlage kommen wir den Kommunen entgegen und wollen deren zusätzliche Belastung möglichst gering halten. Denn für sie wird das Jahr 2022 mit Sicherheit auch nicht einfach", wird Schauder in der Pressemitteilung zitiert. Durch die gestiegene Steuerkraft der Kommunen würde auch bei Beibehaltung der bisherigen Kreisumlage mehr Geld an den Landkreis fließen. Dies wäre laut dem Landrat allerdings nicht ausreichend, um die Steigerungen im Sozialetat und die Tilgungen zu erwirtschaften, geschweige denn um ausreichend Eigenmittel für die geplanten Investitionen zu erzielen.