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E-Mails an Microsoft-Ingenieurin: Wer wusste, wie sich Bill Gates verhielt?

Dass Bill Gates einmal eine Affäre hatte, ist bekannt. Informanten zufolge soll es bei Microsoft schon vor vielen Jahren interne Diskussionen über unangemessenes Verhalten des Milliardärs gegenüber Mitarbeiterinnen gegeben haben. Inklusive einer klaren Ansage zweier Führungskräfte gegenüber Gates.

Vor zwei Jahren berichtet eine Microsoft-Ingenieurin in einem Brief von einer Affäre mit Bill Gates. Diese soll schon Jahre zurückliegen und angeblich in den frühen 2000er Jahren stattgefunden haben. Der Brief ist pikant, denn nicht lange danach - im März 2020 - verkündet Gates, seinen Sitz im Verwaltungsrat von Microsoft zur Verfügung zu stellen. Seinerzeit hieß es, Gates wolle sich mehr um die Stiftung kümmern, die er gemeinsam mit seiner Ex-Frau Melinda unterhält.

Nicht lange danach werden öffentlich Stimmen laut, die behaupten, Gates' Gründe für den Rückzug könnten mit dem Brief im Zusammenhang stehen. Nun kommen weitere Details ans Licht, die diese Theorie befeuern könnten. Demnach wussten mehrere hochrangige Microsoft-Führungskräfte schon jahrelang von Flirtereien, an denen der Multi-Milliardär beteiligt war - und versuchten diese gar zu unterbinden.

So berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones, dass mehrere hochrangige Microsoft-Führungskräfte Informanten zufolge schon lange vor 2019 mit unangemessenem Verhalten von Bill Gates gegenüber Mitarbeiterinnen konfrontiert gewesen seien - und nicht erst seit dem Brief der Microsoft-Ingenieurin.

Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatten Microsoft-Führungskräfte demnach E-Mails zwischen Gates und einer Mitarbeiterin im mittleren Management des Unternehmens entdeckt, als Gates noch Angestellter bei Microsoft und Chairman des Boards war, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. In den Nachrichten flirtete der damals verheiratete Gates mit der Mitarbeiterin und machte ihr Avancen, so die Personen.

Gates bekommt Einlauf

Zwei hochrangige Microsoft-Führungskräfte, der damalige General Counsel Brad Smith und die damalige Chief People Officer Lisa Brummel, sagten Gates bei einem Treffen, das Verhalten sei unangemessen und müsse aufhören, so die Informanten. Gates leugnete den Austausch nicht, er sagte den Führungskräften, dass es im Nachhinein keine gute Idee gewesen sei und dass er damit aufhören werde, so die Informanten.

Die Führungskräfte informierten einige Mitglieder des Microsoft-Boards, und ein Ausschuss diskutierte die Angelegenheit. Der Vorstand kam zu dem Schluss, dass keine weiteren Maßnahmen erforderlich seien, da es keine physische Interaktion gegeben habe, so die Personen.

Microsoft-Sprecher Frank Shaw sagte, das Unternehmen habe 2008, kurz vor Gates' Ausscheiden als Vollzeitangestellter, von den 2007 verschickten E-Mails erfahren. In den E-Mails habe Gates vorgeschlagen, die Mitarbeiterin außerhalb der Arbeit und des Campus zu treffen, so Shaw. "Sie waren zwar flirtend, aber nicht offenkundig sexuell, sondern wurden als unangemessen erachtet", sagte er. Shaw sagte, die Mitarbeiterin habe sich nie über den Vorfall beschwert, über den bisher nicht berichtet wurde.

Eine Sprecherin von Gates, Bridgitt Arnold, teilte schriftlich mit: "Diese Behauptungen sind falsch, recycelte Gerüchte von Quellen, die keine direkte Kenntnis haben und in einigen Fällen erhebliche Interessenkonflikte haben."

Bill und Melinda: Scheidung nach 27 Jahren

Milliardär Gates, einer der Reichsten der Welt, war bis 2000 Microsoft-CEO, bis 2008 ein Vollzeitangestellter und bis 2014 Chairman. Er war mehr als vier Jahrzehnte lang Mitglied des Microsoft-Boards, bis er im März 2020 von seinem Amt zurücktrat. Im folgenden Jahr reichten Gates und seine Frau Melinda French Gates die Scheidung nach 27-jähriger Ehe ein. Die Scheidung wurde im August vollzogen. Die beiden leiten weiterhin gemeinsam die Bill & Melinda Gates Foundation, eine der größten Philanthropien der Welt.

Zum Zeitpunkt von Gates' Rücktritt aus dem Microsoft-Board hatte ein Board-Ausschuss eine Anwaltskanzlei beauftragt, den Brief der Microsoft-Ingenieurin aus dem Jahr 2019 zu untersuchen, in dem sie eine frühere sexuelle Beziehung zu Gates erwähnte, wie das Wall Street Journal im Mai berichtet hatte. Shaw sagte, die Beziehung habe um 2002 stattgefunden, aber Microsoft habe erst 2019 davon erfahren. Dabei handelte es sich einigen Informanten zufolge nicht um dieselbe Frau, deren Kontakt Gates viele Jahre zuvor auf Drängen der beiden Microsoft-Führungskräfte beenden sollte.