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Ein anderer als er behauptet?: Anklage gegen HSV-Profi Bakery Jatta

Ein anderer als er behauptet? Anklage gegen HSV-Profi Bakery Jatta

Fußball-Profi Bakery Jatta vom Hamburger SV hat Ärger mit der Staatsanwaltschaft Hamburg. Er soll anders heißen und auch ein falsches Geburtsdatum angegeben haben und damit gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen. Es kommt zur Anklage.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Anklage gegen HSV-Profi Bakery Jatta erhoben. Der 23-Jährige soll gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen. Dem Gambier werden "Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz in vier Fällen sowie in einem weiteren Fall mittelbare Falschbeurkundung" vorgeworfen. Ermittlungen zufolge heißt er anders und hat auch ein falsches Geburtsdatum angegeben. Er muss sich nun vor dem Jugendrichter des Amtsgerichts Hamburg-Altona verantworten.

Schon vor zwei Jahren hatte es Berichte über Zweifel an seiner Identität gegeben. Er heiße eigentlich Bakary Daffeh und sei bereits 25 Jahre alt, hatte die "Bild"-Zeitung berichtet. Darauf folgende Ermittlungen hatten aber zu keinem Ergebnis geführt. Jatta sprach anschließend von einer "Hexenjagd" und dem HSV für die Unterstützung gedankt.

Im Vorjahr waren seine privaten Wohnräume durchsucht worden, dabei wurden Tablets und Smartphones sichergestellt. "Im Wesentlichen haben die Ermittlungen gezeigt, dass er (Anmerk. d. Red.: Jatta) Kontakt zu Personen hat, die wir eher in Verbindung mit Herrn Daffeh gebracht haben. Und die sich nicht in Einklang bringen lassen, wenn es sich bei Herrn Jatta nicht um Herrn Daffeh handelt", hatte Staatsanwältin Liddy Oechtering dem Sportinformationsdienst gesagt.

Anschuldigungen wiegen schwer

Jatta war im Sommer 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Einen Pass konnte er nicht vorweisen, bei seiner Ankunft in Bremen gab er an, damals 17 Jahre alt gewesen zu sein. In der Anklage heißt es, er habe erreichen wollen, dass ihm "wegen der behaupteten Minderjährigkeit und des sich daraus ergebenen Abschiebehindernisses eine Duldung erteilt wird".

Im Juli 2016 war er beim Hamburger SV unter Vertrag genommen worden, absolvierte seitdem 161 Partien für den Klub in Regionalliga, 2. Bundesliga, Bundesliga und dem DFB-Pokal. Der Stürmer schoss dabei 36 Tore und bereitete 17 weitere vor. Der HSV hatte seinen Spieler bei den aufkommenden Gerüchten über seine falsche Identität stets in Schutz genommen. "Wir wissen beim HSV, was wir an diesem Spieler haben", hatte der damalige Trainer Dieter Hecking gesagt. "Sollte etwas Negatives rauskommen, werden wir als Verein alles dafür tun, dass er aufgefangen wird und alles für ihn gemacht wird. Dass er alles erfährt, was er braucht, nämlich Vertrauen."

Die neuerlichen Anschuldigungen wiegen schwer. Unter dem Namen Bakary Daffeh soll er bereits bei verschiedenen afrikanischen Vereinen als Fußballprofi gespielt haben. In seinem Heimatland sollen ihm Ausweispapiere mit seiner neuen Identität ausgestellt worden sein, die er bei späterer Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis genutzt habe. Auch eine Fahrerlaubnis soll er unter diesen Angaben beantragt haben.

Die Verhandlung wird vor dem Jugendrichter geführt, "weil der Angeschuldigte im fraglichen Tatzeitraum teils Heranwachsender, teils Erwachsener war", heißt es. Laut Staatsanwaltschaft müssen die meisten Vorwürfe nach Jugendrecht beurteilen werden.