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Ein Bürgerhaus für die Flutopfer

Die Flutkatastrophe heuer im Juli hinterließ in dem rheinland-pfälzischen Dorf Kreuzberg an der Ahr eine Schneise der Verwüstung. Das Ausmaß ist unfassbar. (Aufbau-)Hilfe wird dringend benötigt. Diese kommt auch aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die 22 Gemeinden starten nämlich eine Spendenaktion für ein Bürgerhaus-Projekt.

Landkreis – Kreuzberg, herrlich in einem romantischen Tal an der Ahr gelegen, etwa 30 Kilometer südöstlich von Bonn, war ein beschaulicher Ort – mit seinen typischen Fachwerkhäusern, den weinbewachsenen Hängen und der malerischen Landschaft. Doch dann kam die Flutnacht auf den 15. Juli, in der vieles vernichtet wurde, was den 700 Einwohnern wichtig war. Zwei Bewohner verloren damals sogar ihr Leben.

Ein Bild der Zerstörung

„Unsere Alten sagen, die Zerstörung sei verheerender als die Zerstörung nach dem Krieg“, berichtet die Ortsvorsteherin Anke Hupperich in einem bewegenden Brief, den sie zusammen mit Praxedis von Boeselager, die sich ebenfalls in der Fluthilfe engagiert, verfasste. Luftbildaufnahmen machen einen sprachlos: Straßen, ganze Häuser und öffentliche Infrastruktur wurden von den Wassermassen einfach weggerissen oder stark beschädigt. Das gesamte Tal habe sein Gesicht verloren, bilanziert Hupperich.

Der Kontakt der Rheinländer zum Landkreis Garmisch-Partenkirchen kam durch einen Zufall zustande. Der Ohlstädter Harald Heinlein, Bordtechniker in einem ADAC-Hubschrauber, war in dem Katastrophengebiet im Einsatz – und berichtete in seiner Heimatgemeinde Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) von den Erlebnissen. Der Rathauschef nahm daraufhin Kontakt mit den beiden besagten Damen auf. „Die Menschen sind verzweifelt. Sie fühlen sich trotz staatlicher Hilfe allein gelassen“, lautet seine Einschätzung. Für den Kommunalpolitiker stand daher fest: Hier muss geholfen werden – unkompliziert und schnell.

So wurde die Idee einer landkreisweiten Spendenaktion geboren. Seine Amtskollegen musste Scheuerer, der der Sprecher der Landkreis-Bürgermeister ist, nicht überzeugen. Sie waren sofort mit dabei. Die 22 Kommunen, von Spatzenhausen bis Mittenwald, garantieren, dass das Geld zu hundert Prozent im über 600 Kilometer entfernten Kreuzberg ankommt. Das Landratsamt unterstützt die Initiative und stellt das Spendenkonto, auf das ab sofort eingezahlt werden kann.

Wiederaufbau eines Bürgerhauses

Und es gibt auch ein konkretes Projekt: den (Wieder-) Aufbau eines Bürgerhauses. „Die haben nichts, wo man sich treffen kann. Das wäre ganz wichtig“, sagt Scheuerer. Es gehe darum, nach den schrecklichen Ereignissen wieder das soziale Miteinander zu stärken. Dies sei zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, räumt der Ohlstädter Gemeindechef ein, aber immerhin ein Anfang. In Kreuzberg, einem Ortsteil der Gemeinde Altenahr, wurde alles ausgelöscht, was bisher dem sozialen Leben Raum gab – nicht nur das Bürgerhaus, auch der Sportplatz, das Gasthaus sowie der alte Dorfkern.

Auf eine hohe Spendensummer – möglicherweise kommt auch noch der Erlös einer Benefizversteigerung hinzu – hofft Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Auch der Landkreis werde etwas springen lassen. „Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat uns alle tief betroffen gemacht. In den Katastrophengebieten sind Schäden in Milliardenhöhe entstanden, und es wird Jahre dauern, bis die Infrastruktur wieder hergestellt ist“, erklärt der Unterammergauer. Es freue ihn daher sehr, dass die Landkreis-Gemeinden beim Wiederaufbau helfen möchten.

Trotz der Kraftanstrengung und Hilfsbereitschaft geht es in Kreuzberg schleppend voran: „An der Wiederherstellung unserer Infrastruktur wird hart, aber leider nicht immer koordiniert gearbeitet“, schildern Hupperich und von Boeselager die Lage. Dabei drängt die Zeit, denn Herbst und Winter stehen vor der Türe. So verfügen die meisten Gebäude ihren Angaben zufolge noch über kein fließendes Wasser. Und der Strom muss mithilfe eines großen, zentralen Generators erzeugt werden. 110 der 145 Häuser wurden infolge des Hochwassers in Mitleidenschaft gezogen. Acht wurden komplett zerstört, zwölf müssen noch abgerissen werden. Im Ort leben aktuell nur 50 Einwohner. Alle anderen sind in der Umgebung bei hilfsbereiten Familien oder in freigemachten Wohnungen untergekommen.

Die Spenden können auf das Konto des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen mit der Bankverbindung DE87 7035 0000 0000 0280 01 überwiesen werden. Der Verwendungszweck, der angegeben werden muss, lautet: „Flutopferhilfe Kreuzberg e.V. – FAD 59920“. Die Zuwendungsbestätigungen stellt die Kreisfinanzverwaltung aus. Hierfür müssen der vollständige Name sowie die Adresse angegeben werden – am besten per E-Mail an finanzverwal [email protected] Für Beträge unter 300 Euro reicht dem Finanzamt ein vereinfachter Spendennachweis, etwa der Kontoauszug. Auf besonderen Wunsch gibt es Bestätigungen auch für niedrigere Beträge.

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