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„Eine grüne Tat am Tag“: Kölnerin Biologin gründet Verein für Klimaschutz

Ihr eigenes CO2-Budget hat sie wahrscheinlich schon lange aufgebraucht. Als frühere Unternehmensberaterin ist Nicola Rodewald viel geflogen, hat sich wenig um die Auswirkungen ihres eigenen Lebensstils auf Natur und Klima geschert. „Ich wusste, dass der Klimawandel da ist und auch, dass er eine Bedrohung darstellt“, sagt Rodewald, die in Junkersdorf lebt.

Doch was das im Einzelnen bedeutet und welche Rolle sie bei dessen Bekämpfung spielen kann, sei ihr lange nicht bewusst gewesen. Im Gegenteil: „Ich bin in meinem Leben schon so viel geflogen, da habe ich wahrscheinlich schon lange alles an CO2-Budget aufgebraucht, was mir zusteht.“

Doch vor zwei Jahren begann eine neue Reise für die heute 44-Jährige: Die promovierte Biologin beschäftigte sich plötzlich eingehender mit dem Klimawandel, dem Verlust der Artenvielfalt und den Auswirkungen auf unseren Lebensraum – und die Idee für einen Verein keimte in ihr auf: Eine grüne Tat am Tag.

Die Folgen des Klimawandels sind nämlich längst allgegenwärtig. Dieser Fakt mag im hektischen Alltag zwischen Homeschooling, Job und anderen Verpflichtungen oft untergehen, genau wie die Tatsache, dass wir Menschen mit unseren Handlungen dafür verantwortlich sind. Und so mancher versucht, diese Fakten vielleicht auch einfach zu ignorieren. Wer sich aber ein wenig eingehender mit dem Thema beschäftigt, kann jedoch auch feststellen: Wir Menschen haben die Krisen zwar verursacht – wir können aber auch etwas gegen sie tun.

Diese Botschaft vermittelt auch der Verein „Eine grüne Tat am Tag“. Rodewald war selbst lange keine ausgewiesene Klima- oder Naturschützerin, obwohl sich die Biologin schon immer für die Natur interessiert hat. Zunächst hat sie in der Molekularbiologie, genauer gesagt in der Krebsforschung, gearbeitet, anschließend bei der Weltgesundheitsorganisation und bei einer internationalen Unternehmensberatung. Vor zehn Jahren hat sie dann ein Unternehmen für Pflege- und Gesundheitsberatung gegründet, in dem sie unter anderem pflegende Angehörige berät – und nebenbei ist sie nun Klimaschützerin. Sie nahm sogar an einem Klimaschutz-Training des früheren US-Vizepräsidenten und Umweltschützers Al Gore teil.

„Je mehr ich gelesen habe, desto klarer wurde mir: So kann ich nicht weiter leben“, sagt sie im Nachhinein. Gleichzeitig erschlugen sie aber auch die Dimensionen der Klima- und Naturkrise. Was kann da eine einzelne Person schon gegen anrichten? „Ich dachte mir: Das muss doch vielen Menschen so gehen. Der Klimawandel ist zwar präsent, genauso wie die Bedrohung. Aber das Wissen ist nicht so tief, dass man merkt, dass die Situation so schlimm ist, dass wir wirklich aktiv werden müssen.“ Sie hatte Recht. Mit Freunden und ihrem Mann gründete sie den Verein – und die Mitstreiter waren froh, den Anstoß zum Handeln bekommen zu haben. Seitdem setzen sie das Zeichen: Jede kleine Tat im Alltag ist ein wichtiger und richtiger Schritt im Kampf gegen Klimawandel, Artenverlust oder die Müllkrise.

In Vorträgen an Schulen, in Firmen oder Institutionen macht die zweifache Mutter Rodewald deutlich: Ob eine Mahlzeit ohne Fleisch, ein Weg mit dem Fahrrad statt mit dem Auto, die Dusche auf weniger Wasserdruck einstellen oder eine Petition zum Umweltschutz unterschreiben – alles hilft. „Ich möchte die Menschen einfach motivieren, etwas zu tun“, so Rodewald. Dabei würden die altbekannten Ideen wie „weniger Fleisch essen“, „mehr Rad fahren“ oder den Garten insektenfreundlich gestalten, wirklich viel bringen. Aber auch einmal im Unverpackt-Laden einzukaufen sei schon ein guter Schritt.

Für Rodewald ist aber auch klar: Niemand muss von heute auf morgen Vegetarier werden, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – sie selbst lebe auch nicht konsequent vegan oder produziere gar keinen Müll. Aber: „Es ist schon hilfreich, wenn weniger Hack in der Bolognese ist und dafür mehr Möhren.“ Und auch wenn jemand schon zweimal in einem Jahr in Urlaub geflogen ist, „dann ist es trotzdem gut, auf Plastikflaschen zu verzichten“. Seitdem sie auf einen nachhaltigeren Alltag achtet, ist Rodewald zum Beispiel kein einziges Mal mehr mit dem Auto zum Bäcker gefahren. „Und es fühlt sich echt gut an, auch im Regen mit dem Fahrrad zu fahren – da merke ich, dass ich wirklich etwas tue“, sagt sie und lacht.

Letztendlich möchte sie mit ihrem Verein dazu beitragen, dass sich die Menschen mehr mit den Themen Klima- und Umweltschutz beschäftigen – und dann ganz von alleine darauf kommen, sich im Alltag mehr zu engagieren. Und ihr ist auch klar: Ohne die Politik funktioniert ein wirklicher Wandel hin zu mehr Klima- und Naturschutz nicht. „Aber ich glaube fest daran, dass wir als Masse den Klimawandel verursacht haben, genauso wie den Verlust der Artenvielfalt. Und wir als Masse können das auch wieder eindämmen.“ 

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