Germany
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Eintauchen in die Isarwinkler Vergangenheit: Zwei neue Bildbände

Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

Kommentare

Zwei neue Bände aus der Reihe „Wia’s früher war“ hat Claus Eder nun veröffentlicht.
Zwei neue Bände aus der Reihe „Wia’s früher war“ hat Claus Eder nun veröffentlicht. © Pröhl

Heimatgeschichte ist die große Passion von Claus Eder. „Eigentlich mache ich nichts anderes mehr“, sagt der gelernte Fotograf, der in Lenggries das „Buidleck“ an der Marktstraße betreibt. Gerade hat er zwei neue kleinformatige Bildbände in der Reihe „Wia’s früher war“ veröffentlicht.

Lenggries - Ein Band befasst sich mit historischen Aufnahmen, die zwischen dem Lenggrieser Rathaus und dem Kirchplatz entstanden sind. Erstaunlicherweise sind darunter auch einige Luftaufnahmen. „Meistens wurden die vom Ballon aus gemacht“, erklärt Eder. Ein Bild, das die Kirche St. Jakob und deren Umgriff zeigt und aus dem Jahr 1919 stammt, wurde von einem Zeppelin aus aufgenommen. Es gibt Aufnahmen von alten Geschäften und Bauarbeiten, aber auch von Ereignissen wie dem Maibaumaufstellen am Rathausplatz um 1920, der Ankunft der ersten Probe-Motorwagenfahrt vor der Post 1905 oder auch vom Kinderfasching im Café Schalch 1949.

Auch das abendliche Kartenspielen gehört zum Leben auf der Alm.
Auch das abendliche Kartenspielen gehört zum Leben auf der Alm. © Sammlung Buidleck

Viele der Aufnahmen stammen aus Eders eigenem Archiv. „Viele sind von meinen Großeltern aufgenommen worden“, sagte Eder. Andere hat er in den Alben von Lenggrieser Familien aufgestöbert und zusammengetragen. Letztlich zeigt das Buch die Entwicklung des Dorfzentrums über 150 Jahre.

Das zweite Büchlein befasst sich mit dem Leben auf der Alm. „Dieses Buch ist in erster Linie den Menschen gewidmet, die bis heute am Rande des Touristenrummels in der Einsamkeit abgelegener Hochtäler von der Außenwelt, aber auch den meisten Einheimischen unbemerkt, auf Zeit ein zurückgezogenes Leben führen“, schreibt Eder im Vorwort. Es gibt Bilder vom Almauf- und -abtrieb, von Bauarbeiten an den Almhütten oder auch vom Wegebau, bevor der mit schweren Maschinen in Angriff genommen werden konnte. Im Mittelpunkt der meisten Fotos stehen Menschen bei den alltäglichen Verrichtungen auf der Alm – beim Melken, bei der Mahd, bei der Versorgung des Viehs, beim Käsen, aber auch mal beim abendlichen Kartenspielen.

Eder ist ein unentwegter Sammler. Bereits ein gutes Dutzend Bildbände hat er veröffentlicht. Einige warten darauf noch, beispielsweise eine umfangreiche Chronik über die Flößer zwischen dem Isarwinkel und München. Auch Ausstellungen stellt der Lenggrieser immer wieder zusammen. Dieser Tage sollte eigentlich eine über Bier und die Braukunst im Landkreis in Benediktbeuern eröffnet werden. Corona machte das unmöglich. 100 fertige Tafeln, die sich unter anderem mit allen 23 Brauereien, die es einst in Tölz gab, beschäftigen, lagern nun in Eders Keller. „Das tut in der Seele weh“, sagt er, hofft aber darauf, dass sich irgendwann vielleicht ein passender Raum findet, um die Ausstellung doch noch zeigen zu können.

Die beiden nun erschienenen Bände gibt es für je 25 Euro in Lenggries im „Buidleck“, in der Lesebar, bei „Isarengel“, in Tölz in der Buchhandlung Rupprecht und in der Geschäftsstelle des Tölzer Kurier. Ein Euro von jedem verkauften Buch geht an die Pflegenden der Intensivstation der Tölzer Asklepios-Stadtklinik. Zudem gibt es eine Spendenbüchse am Geschäft. Und der Lenggrieser hat ein Spendenkonto bei der Raiffeisenbank im Oberland eingerichtet: Claus Eder/Intensivstation Tölz, IBAN: DE64 7016 9598 0005 9553 00.

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant