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Eintracht Frankfurt: Kein Platz für hochgelobten Hasebe

Der beste, zuverlässigste und angesehenste Eintracht-Profi hat ein Problem. Er spielt nicht. Makoto Hasebe sitzt auf der Bank. Mal gibt ihm Trainer Oliver Glasner ein paar Einsatzminuten. Meist aber schaut der 37 Jahre alte Japaner von der Seitenauslinie zu. In Bielefeld (1:1), gegen Stuttgart (1:1) sowie am vergangenen Sonntag bei der Rückkehr an seinen einstigen Arbeitsplatz in Wolfsburg (1:1) war dies so. Einzig zum Saisonstart in Dortmund (2:5), als Glasner mit einer Dreierkette in der Abwehr spielen ließ, war der langjährige Kapitän der japanischen Nationalmannschaft 69 Minuten lang als Startspieler im Einsatz.

Eine Woche später, beim torlosen Remis gegen Augsburg, kamen als später Einwechselspieler zehn weitere Minuten hinzu. Das war’s. Seitdem schaut der spielintelligente, in diesem Sommer bei allen Trainingseinheiten verletzungsfrei mitwirkende Musterprofi zu. Was auf den ersten Blick verwundern mag: Glasner ist voll des Lobes für Hasebe, wie er zur Einstimmung auf das bedeutsame dritte Saison-Heimspiel gegen den 1. FC Köln an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z-Liveticker zur Bundesliga sowie bei Sky) sagte. „Für den ganzen Klub ist Makoto ein sehr wichtiger Spieler. Was Makoto sagt, hat Hand und Fuß. Wenn er erzählt, hänge ich an seinen Lippen.“

Viel erzählt hat Hasebe zuletzt vor zwei Wochen in einem großen Interview in der F.A.Z.. Natürlich hat es auch Eintracht-Trainer Glasner gelesen und regelrecht goutiert. „Ich habe ihm für seine Aussagen gratuliert“, sagte der österreichische Fußballlehrer. Glasner schätzt Hasebe als „fantastischen Charakter, vor dem ich Riesenrespekt habe, wie professionell er ist, mit der Situation umgeht und die Jungs im Trainings anleitet“.

Botschafter für die Eintracht

Es ist kein Geheimnis, dass der Athlet und Asket aus Fernost nach dem Ende seiner großen Karriere mit einer Laufbahn als Trainer liebäugelt. Botschafter, der er für die Belange der Eintracht werden soll, ist er schon längst. Hasebe steht für die guten Tugenden eines vorbildlichen Fußballprofis. Andere hätten längst aufbegehrt und ihren Unmut über ihre Zuschauerrolle kundgetan – Hasebe nicht. Er nimmt es sportlich und professionell.

Dass sich seine Lage im Bundesliga-Alltag schnell ändert, ist vorerst nicht absehbar. Nach dem Tiefschlag von Dortmund hat sich Glasner von der Dreierkette verabschiedet und setzt seitdem auf vier Verteidiger. Vor diesem Quartett haben sich mit dem Schweizer Djibril Sow und dem jüngst verpflichteten zukünftigen kroatischen Nationalspieler Kristijan Jakic zwei Abräumer und Antreiber auf der sogenannten Sechser-Position festgespielt. Gut für das Duo, schlecht für Hasebe, für den es aktuell weder dort noch hinten in der Abwehrzentrale einen Platz gibt. Hasebe – ein Opfer der Systemumstellung.

Sein Rat, nicht nur auf der Bank, sondern auch auf dem Platz wäre gefragt, denn genau dort läuft es längst nicht so, wie sich das Glasner und seine Helfer vorstellen. „Gerade bei Offensivaktionen habe ich das Gefühl, dass die Spieler ein wenig verkrampft und nicht ganz frei sind“, sagte der Eintracht-Trainer vor dem Duell mit dem 1. FC Köln und dessen Trainer Steffen Baumgart. „Manchmal treffen sie dann die falschen Entscheidungen, weil sie nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Ich habe ihnen gesagt, dass wir nicht verkrampfen dürfen. Das ist unsere Herangehensweise.“

Glasner hat Respekt vor dem FC und spricht von einer „schwierigen Aufgabe“. Noch immer wartet seine Mannschaft auf den ersten Sieg in einem Pflichtspiel. Weder im DFB-Pokal, wo das abrupte Aus verdientermaßen schon in der ersten Runde bei den Mannheimer Waldhof-Buben erfolgte, noch im Liga-Alltag (vier Unentschieden, eine Niederlage) hat es bislang geklappt. Und in der Europa League, in der es immerhin gelang, das zwischenzeitliche 0:1 gegen Fenerbahce Istanbul zu egalisieren, auch nicht.

Nun also Köln, der sechste Versuch im Kerngeschäft Bundesliga. Gegen eine Mannschaft, bei der Glasner wegen des Trainers Baumgart Parallelen zu dessen vormaliger Station in Paderborn sieht. „Steffen macht in Köln einen super Job. Auch in Paderborn hat die Mannschaft immer einen sehr offensiven und aggressiven Fußball gespielt und sich nach Rückschlägen zurückgekämpft. Es wird ein Schlagabtausch.“

Um endlich zu siegen, braucht die Eintracht Tore. Schießen könnten und sollten diese seine Stürmer. Wobei sich Trainer Glasner noch nicht entschlossen hat, mit welcher Variante dies geschehen soll. Mit einem Solist? Mit einer Doppelspitze? Weder auf Rafael Borré, zuletzt in Wolfsburg auf dem ungewohnten rechten Außenposten nominiert, noch auf Sam Lammers wird Glasner verzichten können. Der Niederländer Lammers hat schon seine Torgefährlichkeit gezeigt und getroffen, Borré noch nicht. Köln könnte die Wende bringen.

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