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EM-Basecamp in Garmisch-Partenkirchen? Umbau des Gröben-Platzes kostet bis zu 600.000 Euro

Es hat durchaus seinen Reiz: Im Vorfeld der Fußball-EM 2024 könnte Garmisch-Partenkirchen Basislager für eine Nation sein. Dafür müsste der Platz am Gröben erneuert werden.

Garmisch-Partenkirchen – 600.000 Euro stehen im Raum. Dafür, den Rasen im Stadion am Gröben herrichten zu lassen. Eine stolze Summe, um möglicherweise Basecamp für einen Teilnehmer der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland zu werden. Ob man dieses Geld in die Hand nimmt, darüber entscheiden die Mitglieder des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderats in ihrer Sitzung am Donnerstag (14. Oktober). Es wird definitiv eine spannende Diskussion, die Meinungen der Fraktionen sind im Vorfeld durchaus unterschiedlich.

Sehr kritisch steht Martin Sielmann diesem Vorhaben gegenüber. „Brauchen wir das?“, wirft der FDP-Einzelkämpfer in den Raum. Was ihn vor allem umtreibt, sind die Folgekosten, die mit einem nationalmannschafts-tauglichen Rasen einhergehen. Dazu kommt die Unsicherheit, ob überhaupt eine der 24 Mannschaften Garmisch-Partenkirchen auswählt. Den Teams werden schließlich 40 Standorte angeboten, an denen sie ihr EM-Basislager aufschlagen können. Dass die Marktgemeinde dabei zum Zug kommt, davon ist Claudia Zolk (CSB) hingegen überzeugt. „Unser Ort zieht“, meint die Zweite Bürgermeisterin mit Blick auf die einmalige Lage inmitten der Bergkulisse.

Diskussion im Gemeinderat GAP: Platz am Gröben muss in naher Zukunft dringend saniert werden

Auch ihr ist bewusst, dass es um viel Geld geht. Denkt sie aber daran, dass der Platz, der neben den Fußballern des 1. FC Garmisch-Partenkirchen vor allem dem Schul- sowie Breitensport dient, in naher Zukunft sowieso saniert werden muss, relativieren sich die Ausgaben. „Das ist eine Chance, zusätzliche Fördermittel zu erhalten“, urteilt Zolk. Ein weiterer positiver Nebeneffekt sei die Möglichkeit, das Areal auch künftig zum Training von Profi-Teams zu vermarkten.

Darauf setzt auch Daniel Schimmer (Freie Wähler). „Gerade die Zwischensaison würden wir gerne zusätzlich beleben.“ Der Kommunalpolitiker kennt sich in dieser Materie aus, schließlich ist er Ortsobmann des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. „Dafür brauchen wir attraktive Veranstaltungen, um die Auslastung zu steigern.“ Trainingslager für hochrangige Mannschaften sind seiner Meinung nach ein Baustein dafür. Wenn zudem die längst erforderliche Drainage unter den Rasen am Gröben eingebaut wird, „ist das doch nur gut“. Den Anstoß dazu würde das EM-Basecamp geben, von dem sich Schimmer durchaus PR für den Ort verspricht. „Das mediale Interesse hängt natürlich stark vom Land ab, das zu uns kommt“, räumt er ein. Die Spieler jedoch reisen mit einem ganzen Tross an und bringen sicher Familie sowie Fans mit.

Nutznießer des EM-Basecamps sollen auch einen Beitrag leisten

Neben der Werbung verspricht sich Andreas Grasegger (Bayernpartei) auch positive Auswirkungen für den Sport in seinem Heimatort. „Für die jungen Leute ist’s gut, wenn’s was anderes als Skifahren gibt.“ Die entscheidende Frage für ihn ist, ob sich’s der Markt leisten kann. Schließlich stehen noch ganz andere Sachen auf der Agenda. Grasegger hat insbesondere die Millionen im Blick, die für Schulen ausgegeben werden.

Daran denkt auch Ulrike Bittner-Wolf (SPD) angesichts „dieser aus meiner Sicht schwierigen Entscheidung“. Zwar beginnt der konkrete Bau und damit die tatsächliche Ausgabe erst, wenn man den Zuschlag erhalten hat. Trotzdem fragt sie sich: „Wie nachhaltig ist das Ganze und was bringt’s fürs Gemeinwohl?“ Sie kann sich nicht vorstellen, dass künftig hochrangige Fußball-Teams nach Garmisch-Partenkirchen strömen. Antworten auf ihre Bedenken erhofft sie sich in der heutigen Sitzung. Auch darauf, ob Zuschüsse für die Rasen-Ertüchtigung fließen. Denn „ohne geht’s nicht“.

Nicht allein Fördertöpfe will Anton Hofer (Garmisch+Partenkirchen miteinander) anzapfen. „Die Nutznießer, beispielsweise das Hotel, sollten auch einen Beitrag leisten.“ Die Idee, ein EM-Camp im Ort zu haben, findet er „nicht schlecht“, auch um vom Image des Wintersport-Orts etwas wegzukommen. Allerdings sei die Finanzierung mehr als fraglich, zumal der Markt, vor anderen, wesentlich größeren Baustellen steht.

Einbau einer Drainage ist unbedingt sinnvoll

Die hat auch Anton Witting (CSU) im Hinterkopf, wenn er an die bevorstehende Entscheidung denkt. „Mit einem kleinen Bauchweh“ geht er in die Sitzung und wird wohl für das Vorhaben stimmen. Das Argument, dass der Platz unabhängig vom möglichen Basecamp hergerichtet werden muss, überzeugt ihn. „Dann können wir’s auch gleich machen.“ Und damit Zuschüsse und die positiven Auswirkungen der Fußball-EM mitnehmen.

Ähnlich argumentiert Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen). Die Rasenfläche zu sanieren, sie vor allem endlich mit einer Drainage zu versehen, hält er für sinnvoll. „Das müssen wir sowieso anpacken, dann können wir’s auch sofort machen.“ Nach längeren Regenfällen wird der Platz ihm zufolge sehr weich und damit nicht bespielbar. „Das zu ertüchtigen, finde ich vernünftig.“ Sollte damit die Chance einhergehen, einen EM-Teilnehmer im Ort begrüßen zu können, sei das eine gute Sache.

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