Germany

Erster Christopher Street Day in Schongau geplant

Am 26. Juni

Spontan kam es zum Vorhaben, in Schongau einen CSD zu veranstalten. Doch es sei Zeit, dass die LGBTQ*-Gemeinde auch hier für Sichtbarkeit sowie Akzeptanz auf die Straße geht, finden die jungen Organisatoren.

Schongau – „Sowas gibt es hier nicht!“, bekam ein Mädchen aus dem Landkreis als Reaktion auf ihr Coming-out zu hören. Blödsinn, sagen sie und zahlreiche Mitstreiter. Homo-, Bi- oder Transsexualität sind weder ein Trend noch ein städtisches Phänomen. Überall leben Menschen mit diesen Identitäten. „Auch in unserer als konservativ geltenden Gegend“, sagt Soja-Nemo Heißerer (25), die zusammen mit knapp 20 jungen Leuten aus der Region den ersten Christopher Street Day (CSD; siehe Kasten) in Schongau organisiert.

Die LGBTQ*-Bewegung (aus dem Englischen übernommene Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, also lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, queer – manchmal steht am Ende der Abkürzung ein Sternchen oder ein Plus, um weitere, nicht benannte Identitäten einzubeziehen) sei in der Region nicht sichtbar, was zu dem Irrglauben führe, es gebe sie nicht, erklärt Heißerer. Das soll sich mit dem CSD ändern.

Christopher Street Day: Darum geht‘s

Seine Wurzeln hat der Christopher Street Day (CSD) in der New Yorker Christopher Street, wo es im Juni 1969 erstmals zu Demonstrationen und Aufständen gegen die Polizeiwillkür gegenüber Homosexuellen gekommen war. Der CSD hat sich mittlerweile als ein Fest- beziehungsweise Demonstrationstag der Homo-, Bi-, Queer, Inter- und Transsexuellen sowie der Transgender in vielen Städten weltweit etabliert und wirbt für Gleichstellung, Akzeptanz und Toleranz.

Einen festen Tag, wann gefeiert wird, gibt es nicht – der CSD findet aber üblicherweise in den Sommermonaten statt. Meist geht es bunt, fröhlich, laut und schrill zu.

CSD in Schongau: So kam‘s zur Idee

Relativ spontan habe man den Entschluss gefasst, den CSD zu organisieren – im Rahmen eines Treffens der Fridays-for-Future-Ortsgruppe. „Wir haben irgendwann festgestellt, dass wir die reinste Regenbogen-Truppe sind“, sagt Soja-Nemo Heißerer und lacht. Doch das war nicht ausschlaggebend: „Ich habe vorgeschlagen, während des ,Pride-Monats’ etwas zum Thema auf unserer Instagram-Seite zu posten“, erklärt Heißerer. Der Juni steht jedes Jahr im Zeichen der LGBTQ*-Gemeinschaft, die für mehr Toleranz wirbt und die Vielfalt der Gesellschaft feiert. „Warum nicht gleich einen CSD organisieren? Wir wissen ja jetzt, wie man Demonstrationen anmeldet und organisiert“, meinte daraufhin ein Freund.

Gesagt, getan, fasst es Soja-Nemo Heißerer zusammen. Klar, sei man relativ knapp dran. Aber das sei kein Problem. „Es läuft wie am Schnürchen.“ Die Polizei hat grünes Licht gegeben. Nur bei der Demo-Route müsse man sich noch abstimmen, so Heißerer. Fest steht: Los geht es am Samstag, 26. Juni, um 14.30 Uhr am Schongauer Marienplatz. Zur Endkundgebung und anschließendem Zusammensein geht es zum Schwanenweiher. Dort sollen Teilnehmer gerne verweilen, miteinander ins Gespräch kommen – natürlich alles unter Berücksichtigung der Corona-Richtlinien, betont Heißerer.

CSD in Schongau: Zahlreiche Unterstützer gefunden

Schnell haben sich außerhalb der Fridays-for-Future-Gruppe zahlreiche Unterstützer und Mitorganisatoren gefunden, freut sich Heißerer. Außerdem sei die Resonanz bisher durchweg positiv. Das Organisationsteam erreichten viele glückliche Rückmeldungen.

Nun hoffen die Organisatoren freilich, dass auch viele Teilnehmer zum ersten CSD in Schongau kommen. „Das können wir ehrlicherweise gar nicht einschätzen“, sagt Heißerer. Der Vergleichswert fehlt. „So riesengroß wie in Köln wird’s sicher nicht“, sagt Heißerer und lacht. Der CSD dort gilt mit rund einer Million Besucher als der größte Deutschlands. Bunt, laut und fröhlich soll es allerdings auch in der Lechstadt zugehen. „Wir haben leider keine Livemusik, aber es wird schon ein bisschen Partystimmung aufkommen“, so Heißerer. Firmen, Vereine und Gruppierungen, die bei CSDs in anderen Städten mitlaufen, fehlen hier. „Willkommen ist aber jeder“, betont Heißerer. Ob jung oder alt, Familien oder alleine, homo- oder heterosexuell. „Wir freuen uns über jeden, der vorbeikommt.“

CSD in Schongau mit dem Ziel, Gemeinschaft zu schaffen

Im Mittelpunkt des Schongauer CSD stehe der Austausch und die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder gleiche Sichtweisen teilen. Gerade junge Menschen, die sich sonst vielleicht allein fühlen, so die eigene Erfahrung der Organisatoren, möchte man dadurch auch helfen und zeigen: „Uns gibt’s hier auch!“

Ablauf und Infos: Los geht der Demonstrationszug durch die Stadt am 26. Juni um 14.30 Uhr am Marienplatz in Schongau. Weitere Infos gibt es auf der Instagramseite „csd_schongau“.

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