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„Es kribbelt total“: So lief der Start der Kölner Pop-up-Kirmes an der Deutzer Werft

Die Aussicht ist gut. Die Gondel des weißen Riesenrades auf der Kölner Pop-Up-Kirmes ist gerade am höchsten Punkt stehen geblieben und schaukelt. Der Wind pfeift, der kirmes-typisch nasale Sprech der Fahrgeschäftbetreiber verstummt für einen Moment, Pietro Lombardi besingt seine „Senorita“ nur noch aus Ferne. Ein kleiner Moment der Ruhe, lang genug für ein Handyvideo mit Schwenk vom Dom bis zu den Kranhäusern.

Zweimal hatte das Riesenrad der Firma „Becker“ aufgebaut werden müssen – es stand zunächst am falschen, weil eigentlich für die Deutzer Kirmes angestammten Platz. Durch das neue Corona-Konzept musste das Rad umziehen und dreht sich nicht mehr direkt am Ufer, sondern schräg gegenüber. Doch die Aussicht ist gut. Auch für Brigitte Becker. Mit einem Glas Sekt steht sie im Kassenhäuschen und beobachtet die Gäste. „Wir sind froh, dass wir wieder arbeiten dürfen“, sagt sie. „Sehr froh.“

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RiesenradbetreiberFamilie Becker

Schlange vorm Eingang schon zum Start

Es ist der erste Tag der Kölner Pop-Up-Kirmes „Happy Colonia“, kurz vor 13 Uhr, und schon vor dem offiziellen Start reihen sich die Besucherinnen und Besucher zwischen den Metallabsperrungen ein. Anja Schulz hält ihren gelben Impfausweis parat, an der Kasse muss der Nachweis über eine Impfung, einen Test oder eine Genesung vorgezeigt werden. „Wir kommen aus der Nähe von Koblenz und sind gerade für das Wochenende in Köln“, erzählt sie. Sohn Maximilian läuft schon vor, auf der Suche nach dem ersten Fahrgeschäft. „Wir sind froh, dass die Kirmes aufhat“, sagt die Mutter. „Wir sind große Achterbahnfans.“

Kirmes-Normalität an der Deutzer Werft

Wilde Maus, Autoscooter oder Breakdancer – die beliebtesten Kirmesattraktionen stehen an der Deutzer Werft aufgereiht, in einem Einbahnstraßensystem. Nur 50 statt der für die Deutzer Kirmes üblichen 90 Fahrgeschäfte und Buden passen mit Abstandsregeln auf das Gelände. Die Besucherinnen und Besucher scheint es nicht zu stören.

Die Kirmes ist am Samstagnachmittag gut besucht, kleinere Grüppchen finden sich vor dem Musikexpress ein, Pietro Lombardi ist auch hier hoch im Kurs, besäuselt statt einer „Senorita“ nun eine „Cinderella“. Es riecht nach einem Cocktail aus Zuckerwatte, Bratwurst und Knoblauchsauce. Kirmes-Normalität.

Große Freude bei den Schaustellern: „Tut richtig gut, hier zu stehen“

Für die Schausteller ist das Stattfinden einer Kirmes in Corona-Zeiten hingegen alles andere als selbstverständlich. „Es ist unbeschreiblich“, sagt Adela Claus von der Schießbude „Dieter Claus“. „Es tut richtig gut, hier zu stehen. Wir haben jetzt immerhin eineinhalb Jahre lang kein Geld verdient. Es muss so langsam weitergehen.“

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Besucherandrang beim Pop-Up-Freizeitpark auf der Deutzer Werft.

 „Es kribbelt total, man ist nervös, aufgeregt“, sagt auch Tanja Hoffmann von der Kölner Schaustellergemeinschaft. Sie steht hinter der Theke des „Tortuga“, die langen blonden Haare zurückgebunden, sie hat nicht viel Zeit, ist auf der Kirmes auch für die Organisation verantwortlich. Während sie Getränke einschüttet, fragt ein Schausteller-Kollege sie nach der Wasserzufuhr für seinen Wagen, Hoffmann gibt Anweisungen, gibt die Getränke raus, lehnt sich an die Theke. „Man fühlt sich fast wie ein Kind kurz vor Weihnachten, das weiß, dass es bald Geschenke bekommt“, sagt sie.

Viele Familienbesuche auf der Kirmes

Kinder sind viele auf der Kölner Kirmes unterwegs. Lotta und Emma warten gemeinsam mit ihren Großeltern und ihrer Mutter auf ihren Papa und ihren Onkel, die sich gerade in einem Schwungarm hin- und herdrehen lassen. „Könnt ihr noch?“ ruft der Betreiber durch das Mikrofon. Zustimmende Rufe aus den Sitzen. Der Arm dreht sich höher. „Wir sind zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder in Köln“, sagt Oma Rosemarie Weiß. Sie ist mit ihrem Mann aus dem Schwarzwald angereist, um ihre Söhne und die Enkelkinder zu besuchen.

„Wir haben heute schon eine Rheinschifffahrt gemacht, jetzt noch über die Kirmes zu laufen, ist sehr schön“, sagt sie. Die siebenjährige Emma hätte sich gern mit in den Drehturm gesetzt, doch ein paar Zentimeter Körpergröße fehlen ihr noch. „Dafür gehe ich gleich in die Wilde Maus“, sagt sie. „Und ins Riesenrad!“

Happy Colonia findet vom 31. Juli bis zum 22. August auf der Deutzer Werft statt. Der Eintritt auf das Gelände kostet einen Euro, Fahrgeschäfte kosten extra. Der Pop-up-Freizeitpark ist täglich von 13 bis 21.30 Uhr geöffnet und ist geschlossen am 2., 3., 9., 10., 11., 16. und 17. August. 

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