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Europas Banken auf Krise gut vorbereitet

Auf eine starke ökonomische Krise sind Europas Banken insgesamt gut vorbereitet. Zwar würden die Kreditinstitute in einem fiktiven Krisenszenario rund ein Drittel ihrer Kapitalpuffer verlieren. Dennoch bleibe der EU-Bankensektor insgesamt über einer Marke von 10 Prozent bei der harten Kernkapitalquote als Puffer für etwaige Rückschläge. Zu diesem Ergebnis kommt die europäische Bankenaufsicht European Banking Authority (EBA) in ihrem jüngsten Krisentest. Geprüft wurden 50 Institute.

Der Stresstest sei von einem adversen Szenario geprägt, das von einem verlängerten Covid-19-Szenario in einem „niedrigeren für länger“ Zinsumfeld ausgehe, teilte die EBA weiter mit. Mit einem kumulierten Rückgang des BIP über den Dreijahreszeitraum um 3,6 Prozent in der EU und einem negativen kumulierten Rückgang des BIP in allen Mitgliedstaaten sei das negative Szenario 2021 sehr schwerwiegend, auch unter Berücksichtigung des schwächeren makroökonomischen Ausgangspunkts in 2020 als Folge der Pandemie. Das Basisszenario liefere auch einige vergleichbare Informationen über einzelne Banken im Rahmen eines schrittweisen Ausstiegs aus der Pandemie, hieß es.

Vor diesem Hintergrund würde das harte Kernkapital des EU-Bankensystems im Negativ-Szenario nach drei Jahren um 485 Basispunkte auf Volllastbasis (497 Basispunkte auf Übergangsbasis) reduziert werden, während es über 10 Prozent bleibe. Die Ergebnisse zeigen den Angaben zufolge auch eine Streuung über die Banken hinweg. Beispielsweise wiesen jene Banken, die stärker auf inländische Aktivitäten ausgerichtet seien oder einen niedrigeren Nettozinsertrag (NII) aufwiesen, eine höhere Erschöpfung auf.

Die insgesamt 16 deutschen Teilnehmer des Stresstests hätten dank ihrer Kapitalbasis selbst das Krisenszenario gut bewältigt und die Anforderungen an das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1 - CET 1) nicht unterschritten, teilte die BaFin mit. Sowohl in der Covid-19-Pandemie als auch bei den Stresstests hätten sich aus Sicht der Aufsicht die Vorteile einer guten Eigenkapitalausstattung gezeigt: „Wir haben im Krisenszenario der EU-weiten Stresstests gesehen, dass einige Banken ihre zusätzlichen Kapitalpuffer zum Teil nutzen mussten“, erklärte BaFin-Exekutivdirektor Raimund Röseler. Das zeige, dass es richtig sei, über das harte Kernkapital hinaus für Krisenfälle solche Kapitalpuffer zu fordern.

Deutsche Bank zufrieden mit eigenem Ergebnis
Die Deutsche Bank hat eigenen Angaben zufolge in beiden Szenarien (Basisszenario, ungünstiges Szenario) die regulatorischen Mindestanforderungen für alle drei untersuchten Jahre erfüllt. Im Basisszenario habe die Bank eine harte Kernkapitalquote von 13,6 Prozent erreicht, was einem Puffer von 321 Basispunkten gegenüber den aufsichtsrechtlichen Anforderungen von 10,4 Prozent entspreche, teilte das Institut mit. Im ungünstigen Szenario, das schärfer ausgefallen sei als die bisherigen EBA-Stresstests, ging demnach die harte Kernkapitalquote der Bank auf 7,6 Prozent zurück. Gegenüber den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen von 5,9 Prozent bedeute dies einen Puffer von 165 Basispunkten, hieß es.

„Selbst in einem noch verschärften ungünstigen Szenario beweist die Deutsche Bank ihre Widerstandsfähigkeit in einer möglichen Wirtschaftskrise. Dies verdeutlicht das verbesserte Risikoprofil unserer Bank und die positiven Effekte unserer Transformation“, sagte Finanzvorstand James von Moltke. „Das Ergebnis ist auch deshalb ermutigend, weil die im ersten Halbjahr 2021 deutlich gestiegenen Gewinne in diesem Stresstest noch nicht berücksichtigt wurden.“

Commerzbank: Widerstandskraft unter Beweis gestellt
Auch die Commerzbank erklärte, beim Stresstest ihre Widerstandskraft unter Beweis gestellt zu haben. Im adversen Stresstestszenario liege die harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) zum Ende der Betrachtungsperiode im Jahr 2023 bei 8,2 Prozent. Angesichts nochmals verschärfter Annahmen etwa hinsichtlich eines massiven und langen Konjunktureinbruchs in Deutschland sowie eines anhaltenden zusätzlich gestressten Niedrigzinsumfeldes verringerte sich die CET-1-Quote demnach über die Stressperiode um 502 Basispunkte. Unter anderem sei für Deutschland ein Wirtschaftseinbruch um kumuliert –3,9 Prozent über den dreijährigen Zeithorizont bis 2023 (2018: –3,3 Prozent) zusätzlich zum realen Pandemiestress (Rückgang des Bruttoinlandproduktes um –4,8 Prozent) des vergangenen Jahres simuliert worden.

 Ausgangsbasis für den Stresstest war den Angaben zufolge die harte Kernkapitalquote von 13,2 Prozent zum Jahreswechsel 2020/21, in der sich neben den deutlichen Belastungen infolge der Corona-Krise auch hohe Aufwendungen für die Transformation der Bank widergespiegelt hätten. Im Basisszenario der diesjährigen EBA-Überprüfung belaufe sich die harte Kernkapitalquote der Commerzbank im Jahr 2023 auf 13,3 Prozent. Per Ende März 2021 habe die tatsächliche CET-1-Quote der Commerzbank bei 13,4 Prozent und damit deutlich über der regulatorischen Mindestanforderung gelegen.

„Das Stresstestergebnis belegt erneut das gesunde Risikoprofil der Commerzbank. Wir haben trotz einer schwierigen Ausgangslage im Pandemieumfeld in einem sehr harten Stressszenario unsere Widerstandsfähigkeit bewiesen“, sagte Marcus Chromik, Risikovorstand des Instituts. „Die Commerzbank hat komfortable Liquiditäts- und Kapitalpuffer. Das gibt uns genügend Spielraum für unsere Transformation. Unsere Kundinnen und Kunden können sich auf uns verlassen. Das haben wir gerade auch in der Corona-Pandemie gezeigt, die seit fast anderthalb Jahren ein ganz realer Stresstest ist.“

 Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) erklärte, wie der Stresstest die zu aktualisierenden Kapitalempfehlungen und -anforderungen der Aufsicht beeinflusse, sei noch offen. „Im Rahmen des aufsichtlichen Entlastungsprogramms während der Corona-Krise dürfen aufsichtliche Eigenmittelempfehlungen bis auf Weiteres ohnehin unterschritten werden, ohne dass aufsichtliche Maßnahmen folgen“, hieß es. Aus Bankensicht sollte der Stresstest vor allem Gegenstand bilateraler Gespräche zwischen Banken und Aufsichtsteams sein. Denn die teils pauschalen Ansätze verringerten Transparenz und Aussagekraft der Ergebnisse. Sie müssten im Einzelfall mit einer gemeinsamen Analyse geschärft werden.

Der Austausch über Ergebnisse sollte auch im Fokus der Weiterentwicklung des EU-weiten Stresstests stehen. Dringender als methodische Anpassungen sei für die Institute eine weitere Stabilisierung des Stresstest-Prozesses einschließlich der technischen Plattform. Denn sie würden bereits 2022 auch die Grundlage für den umfassenden Klimastresstest der EZB bilden, hieß es. (ud)

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