Wie ein Fleischer auf Juwelenraub ging und überwältigt von funkelnder Beute trödelte, bis die Polizei da war…

Landgericht, Saal 129. Angeklagt: Nenad C. (44). Fleischer aus Serbien, Möchtegern-Juwelenräuber in Berlin: Am 16. August 2021 sucht er in Spandau-Wilhelmstadt einen alteingesessenen Juwelier heim.

Um nicht erkannt zu werden, reichen ihm Corona-Maske und dicke Winter-Handschuhe gegen Fingerabdrücke. Er kann kein Wort Deutsch, aber seine Pistole spricht eine eindeutige Sprache.

„Der Mann zwang meine Mitarbeiterin in die Knie und mich, die Vitrinen aufzuschließen“, erinnert sich Uhrmachermeister Detlef L. (71).

Heimlich löst er Alarm aus. „Aber seine Handschuhe waren zu dick für die feinen Trauringe aus der Auslage. Er ging mit mir ganz ruhig von Vitrine zu Vitrine, ich musste für ihn einpacken.“

347 Ringe. 18 Ketten. 6 Paar Ohrringe. 5 Anhänger. Ein Perlenarmband. Zwei Ringe fallen runter. Der Räuber bückt sich nach dem Schatz zu seinen Füßen. Das nutzen der Juwelier und seine Angestellte, um raus zu rennen.

Direkt in die Arme von zwei Polizeibeamten, die mit gezogenen Waffen gerade aus dem Funkwagen steigen. Das war’s dann für den Räuber.

„Tut mir leid, ich hatte Schulden“, jammert er nun. „Ich fuhr mit der Waffe im Gepäck nach Berlin. Aber ohne Munition!“ Diese Reise sei eine „wirklich dumme Idee“ gewesen. Mindestens fünf Jahre Haft drohen (schwerer Raub).

Urteil am 21. Oktober.