Sie fangen schnell Feuer, sind womöglich chemisch zersetzt oder wurden beschnitten – Filme können aus vielen Gründen zerstört werden oder verlorengehen. Wie sich dieses kulturelle Erbe retten lässt, zeigt jetzt die Ausstellung der Deutschen Kinemathek „Frame by Frame – Film restaurieren“.

„Man muss die Geschichte des Films einschätzen, seine Eigenheiten und die Herstellung kennen, muss Duplikate oder Verleihkopien prüfen. Sensibilität für das recherchierte Material und ästhetisches Empfinden sind auch nötig“, skizziert Filmrestauratorin Julia Wallmüller (44) ihre Tätigkeit. Es sei immer auch Teamarbeit, wozu etwa am Schluss die Digitalisierung der Filme durch Dienstleister zähle.

Reparatur eines gerissenen 35mm-Filmstreifens (Foto: .)
Reparatur eines gerissenen 35mm-Filmstreifens (Foto: .)

Bei der Rekonstruktion hat man oftmals das Originalnegativ nicht mehr zur Verfügung. Da sind historische Filmkopien hilfreich. Eine Weltkarte zeigt in der Schau, dass man etwa bei Fritz Langs „Metropolis“ (1921) in den USA, Argentinien, Moskau und Ost-Berlin fündig wurde.

Filmrollen, eine Werkstatt, Protokolle, Plakate, Filmausschnitte, ein Kino, in dem zeitgenössische Regisseure zu Wort kommen, machen das Thema anschaulich. Besonders gut ist das bei den Hörstationen mit den Restauratoren und einem Kameramann gelungen, sie schildern die Herausforderungen bei diversen Filmen.

Dazu gehören „Das alte Gesetz“ (1923), „Der Katzensteg“ (1927), „Deutschland, bleiche Mutter“ (1980), der Experimentalfilm „Alaska“ (1968) und „Menschen am Sonntag“ (1930) von Robert Siodmak. Von Siodmaks Stummfilm werden drei Fassungen vorgestellt, da er immer wieder mit anderer Musik unterlegt worden war.

Leiter des Filmarchivs der Deutschen Kinemathek und Kurator Martin Koerber am Leuchttisch (Foto: christian lohse)
Leiter des Filmarchivs der Deutschen Kinemathek und Kurator Martin Koerber am Leuchttisch (Foto: christian lohse)

„25 Filme im Jahr können wir dank der Digitalisierung restaurieren, in den 1980er-Jahren waren es gerade mal ein bis zwei“, sagt der Leiter des Filmarchivs der Deutschen Kinemathek und Kurator Martin Koerber (64). Manchmal seien es mehr, weil es sich nicht nur um Spielfilme, sondern auch um Kurz- und Dokumentarfilme handele. Koerber: „Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, die Bewahrung von Filmen wie ihre Produktion ist eine Daueraufgabe.“

Deutsche Kinemathek, bis 2. Mai, Potsdamer Straße 2, Mi.–Mo., 10–18 Uhr, Do., 10–20 Uhr, 9/5 Euro, ☎ 300 90 30,