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Gastrednerin vergleicht Klimaforscher im Wahlkampf mit verfolgten Juden

Eine Gast-Rednerin hat auf dem Parteitag der Grünen Klimaforscher mit verfolgten Juden verglichen. Die Autorin und Journalistin Carolin Emcke, die unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt, sagte wörtlich in Bezug auf die „radikale Wissenschaftsfeindlichkeit“, die im Wahlkampf herrsche: „Wir werden Manipulationen und Lügen sehen, wir werden echtes und erfundenes Material geleakt und gedoxt sehen.“ In diesem aufklärungsfeindlichen Klima werde keine Rolle spielen, welche Personen oder welche Parteien es trifft, „denn es trifft alle in unserer #Demokratie“.

Und weiter: „Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feminist:innen und die Virolog:innen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscher:innen.“ Anschließend rief sie dazu auf: „Es ist Zeit. Es braucht eine neue Aufklärung, eine, die selbstkritischer und inklusiver agiert, als die vorherige.“

Ausschnitte der Rede, der auch das Spitzen-Duo Baerbock und Habeck lauschten, wurden auf Twitter veröffentlicht. Einige User kritisierten den unbedachten Umgang des Vergleichs von Holocaustopfern bereits. „Als Preisträgerin des Friedenspreises des deutschen Buchhandels gehört sie zu den deutschen Eliten! Wer ist noch vor Antisemitismus sicher??“, kommentierte ein User namens Albrecht Lohrbächer. Emcke wurde neben dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels im Jahr 2017 auch im Jahr 2020 mit dem Verdienstorden von Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Auch Elio Adler, Vorsitzender der deutsch-jüdischen Organisation „WerteInitiative“, äußerte sich kritisch: „Berechtigte Klimaanliegen zu verteidigen, indem man die Opfer jahrhundertelanger Verfolgung und Mordtaten instrumentalisiert, ist völlig inakzeptabel“, sagte Adler der „Bild“.

Es gibt allerdings auch Zuspruch: Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, sagte, die Autorin sei „über jeden Verdacht des Antisemitismus erhaben und hat in ihrer Rede die Logik der Demagogie aufgedeckt“. Und auch Karin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen, lobte die Rede in einem Tweet: „Danke an @C_Emcke für eine große Rede für Aufklärung, für Wahrheit, die zumutbar ist, für die Wirklichkeit. Es ist eine Ehre, in diesem Sinn Politik zu machen.“

Parteitag der Grünen

Lesen Sie hier alle Entwicklungen zum Parteitag im Live-Ticker.

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